Altleiningen
Busfahrerin Sabrina Meister macht bei Fernsehserie mit
„Das ist jetzt schon die zweite Staffel und ich bin zum ersten Mal dabei“, erzählt Sabrina Meister. Die 23-Jährige aus Höningen ist eine der jüngsten Busfahrerinnen der Republik. Sie hat den Führerschein am 30. Juli 2018 gemacht und ist seither europaweit unterwegs. Das Busfahren wurde ihr quasi in die Wiege gelegt: Ihr Vater Jürgen betreibt seit 2001 das Unternehmen Meister-Bustouristik am Standort in Carlsberg.
Derzeit liegen die Geschäfte wegen der Corona-Krise still, am 10. Juni kann es aber wieder losgehen. „Ab dann sind Reisebus-Reisen in Rheinland-Pfalz wieder gestattet, aber keiner weiß bislang, unter welchen Bedingungen“, sagt Meister. Deshalb werde es am Sonntag auch hart für sie, sich selbst im Fernsehen hinterm Steuer zu sehen – also dort, wo sie seit zehn Wochen nicht sitzen darf. Sie lebt für das Busfahren, ist schon als Säugling und Kleinkind mit Bussen unterwegs gewesen.
Auch die Mama fährt Bus
Ihr Bus – er heißt Schneewittchen, weil er außen weiß und innen pink und petrolgrün ist – steht seit 11. März still. Das ist für die 23-Jährige deshalb besonders bitter, weil sie gern zum 1. Mai als Vollzeitmitarbeitern ins Unternehmen ihres Vaters gewechselt wäre. Bei den Meisters spielt der Reisebus eine riesige Rolle. „Meine Mutter Petra hat am 11. März 1996 den Führerschein gemacht, genau ein Jahr später am 11. März 1997 kam ich zur Welt und am 11. März ausgerechnet am Geburtstag kam dann meine vorläufig letzte Fahrt mit Schneewittchen.“
Die wirklich letzte Fahrt vor Corona ging am 17. März zu Ende. „Wir waren drei Tage lang im Berchtesgadener Land. Samstags sind wir dort angekommen, wollten bis Freitag bleiben, mussten aber dienstags zurück, weil mittwochs alle Busse stehen mussten“, erzählt Meister. Der Dreh mit Kabel 1 war da längst im Kasten: „Das lief schon alles im September und Oktober 2019.“
Über Facebook fürs Fernsehen entdeckt
Das Kamerateam war vier Mal mit Meister unterwegs. „Am Sonntag wird zu sehen sein, wie ich mit der Damen-Handballmannschaft aus Waldsee nach Koblenz zum Spiel fahre“, erzählt sie über den Inhalt der Sendung. Was genau zu sehen sein wird, bleibt aber eine Überraschung – auch für Meister selbst, denn aus dem umfangreichen Material werden nur Ausschnitte gezeigt, in der Sendung geht schließlich es auch um Kolleginnen.
Schon Sommer 2019 kam der Anruf, in dem der Sender fragte, ob die damals noch 22-Jährige bereit wäre, sich mit der Kamera begleiten zu lassen. Kabel 1 wurde durch eine Facebook-Recherche nach Busfahrerinnen auf die 23-Jährige aufmerksam. „Sabrina Meister hatte Kontakt mit einer Kollegin, die auch in einem Familienbetrieb fährt, in dem der Vater der Chef ist und deren Bus ebenfalls Schneewittchen genannt wird“, erzählt Klaus Muth, der Redaktionsleiter von Wick Media, dem Unternehmen, das die „Bus-Babes“ für Kabel 1 produziert.
Mit 1,50 Meter am Steuer
Bevor gedreht wurde, gab es aber erst noch ein Telefoninterview, bei dem Meister den Betrieb ihres Vaters und sich selbst vorstellen musste. Die TV-Leute erstellten einen Steckbrief, auf dessen Basis die Entscheidung fiel – und Meister passte in das Raster. Ein Probedreh schloss sich an, gefahren wurde mit dem Oldtimerbus, der seit 38 Jahren auf den Straßen unterwegs ist. Die endgültig Zusage kam im August 2019.
„Dann wollten alle loslegen, ich natürlich auch“, berichtet Sabrina Meister. Ihr ging es darum, ihre Lebenseinstellung zu dokumentieren und zu zeigen, dass Busfahren Leidenschaft sein kann. „Manchmal werd’ ich gefragt, ob ich überhaupt schon Bobby-Car fahren darf“, erzählt die gerade mal 1,50 Meter große Frau. „Ich sage dann immer: ,Nein, deshalb fahr’ ich Bus.‘“
Fester Fernsehtermin
Außer, dass es am 10. Juni wieder angemeldete Busse am Standort Carlsberg geben wird, weiß Sabrina Meister noch nicht, wie es für sie weitergeht. Der Wechsel ins väterliche Unternehmen bleibt offen, auch weil ihr Arbeitgeber Nutzfahrzeuge Sutter in Frankenthal froh ist, dass sie noch eine Weile bleibt. „Mein Arbeitgeber hat mir viel ermöglicht, gerade in der Krise“, sagt Meister, die sich auf die Ausstrahlung der ersten „Bus-Babes“-Folge freut.
„Wir werden das zu Hause in Ruhe ansehen, mit meinem Bruder Max und meinem Vater, denn die waren beim Dreh mit dabei“, erzählt Meister. Sie hofft, möglichst schnell wieder hinterm Steuer ihres Schneewittchens zu sitzen und möglichst viele Mitreisende ans Ziel zu bringen. Bis es so weit ist, kann sie bei m Fernsehschauen wenigstens schon einmal in schönen Erinnerungen schwelgen.