Obrigheim
Brand in Seniorenwohnheim – 78 Bewohner umgesiedelt
Eine Mitarbeiterin des Pro-Seniore- Pflegeheims in Obrigheim hat gestern um 6.20 Uhr die Rauchentwicklung bemerkt, die bei einem Brand im Heizraum der Einrichtung entstanden ist. Das rief rund 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auf den Plan. Zwar konnte das Feuer schnell gelöscht werden, dennoch mussten die 78 Bewohner der Seniorenresidenz umgesiedelt werden.
Schnell waren die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Leiningerland und der Stadt Grünstadt vor Ort. „Das Feuer war im Heizkeller des Gebäudes ausgebrochen und hatte den Rauch entwickelt, der teilweise ins Gebäude eindrang. Wir hatten den Brand schnell unter Kontrolle“, informierte gestern Jochen Lander, der stellvertretende Wehrleiter der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Leiningerland. „Die Wehren der Verbandsgemeinde waren mit 71 Feuerwehrleuten und 15 Fahrzeugen im Einsatz. Die Feuerwehr aus Grünstadt hat uns mit 28 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen unterstützt“, sagte Lander, der die Einsatzleitung innehatte. Bis etwa 11.30 Uhr waren die meisten Wehrleute vor Ort, auch um sich um die Senioren zu kümmern.
Polizei geht von technischem Defekt aus
Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge resultiere der Brand wohl aus einem technischen Defekt, hieß es gestern gegen Mittag in einer Pressemitteilung. Die Bewohner des Hauses seien durch den Brand nicht zu Schaden gekommen. Lediglich eine 32-jährige Pflegerin habe über Atemwegsbeschwerden geklagt und wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Außerdem habe eine 87-jährige Bewohnerin über leichte Herzbeschwerden geklagt, die möglicherweise durch die Aufregung entstanden sein könnten, vermutet die Polizei. Die Frau sei ebenfalls vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden.
Das bestätigte Peter Müller, Pressesprecher bei Pro Seniore. Er informierte darüber, dass 74 der 78 Bewohner nach Lauterecken verlegt werden konnten.
Im Juni 2018 war bei einem Großbrand der Dachstuhl der Pro-Seniore-Einrichtung in Lauterecken (Kreis Kusel) ausgebrannt. Bis vor kurzem war die Unterkunft dort mit großem Aufwand saniert worden, so dass sie jetzt als Ausweichquartier zur Verfügung stehen kann.
„Wir haben am Sonntagvormittag bereits damit begonnen, unsere Bewohner zu verlegen. Glücklicherweise steht uns in Lauterecken derzeit ein gerade renovierter Gebäudeflügel, der noch nicht wieder belegt worden war, für die Mehrheit der Bewohner zur Verfügung“, führte Müller hierzu aus. Es sei von großer Bedeutung, dass die meisten älteren Menschen, die in Obrigheim ihren Lebensabend verbringen, auch in der neuen Umgebung zusammenbleiben können, betonte er.
In der Flörsheimer Einrichtung hätten vier freie Plätze für die Unterbringung der Obrigheimer Senioren zur Verfügung gestanden.
In Obrigheim sei das Seniorenheim vorerst nicht bewohnbar. Zwar seien die Zimmer nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, aber die Heizung sei zerstört und deshalb stehe im Gebäude auch kein warmes Wasser zur Verfügung. Das sei gerade jetzt in der kalten Jahreszeit nicht zumutbar.
Shuttle-Service für die Mitarbeiter
Bereits am heutigen Montag sollen die ersten Sachverständigen die Schäden an der Heizung und am Leitungssystem in Augenschein nehmen. „Wir können derzeit noch nicht absehen, wann die Bewohner nach Obrigheim zurückkehren können, werden aber selbstverständlich alles daran setzen, das Haus so schnell wie möglich wieder nutzen zu können.“ Für die Mitarbeiter habe der Brand natürlich auch Auswirkungen. Da die meisten Bewohner jetzt vorübergehend im 70 Kilometer entfernten Lauterecken betreut werden, komme auch das Pflegepersonal dort zum Einsatz, um den älteren Leuten die gewohnten Ansprechpartner zur Seite zu stellen. „Das ist natürlich nicht gerade um die Ecke, deshalb haben wir einen Shuttle-Service eingerichtet, der unsere Mitarbeiter zum Ausweichquartier bringt“, informierte Müller.
Die Verwaltungsabteilung soll, soweit das möglich ist, weiterhin in Obrigheim eingesetzt werden, ebenso die Haustechniker. Insgesamt sind in Obrigheim normalerweise 64 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen der Pflegeeinrichtung tätig.
„Wir sind dankbar, dass unsere Mitarbeiter so schnell reagiert haben, alle Brandschutztüren sofort verschlossen wurden. Auch die Feuerwehrleute haben sehr gute Arbeit geleistet, um den Brand zu bekämpfen und unsere Bewohner nicht unnötig zu beunruhigen“, sagte Müller.
Noch am Nachmittag waren Wehrleute und Helfer des Rettungsdienstes vor Ort, um beim Transport der Bewohner und ihres Eigentums mit anzupacken.