Grünstadt
Bockenheim: Internet soll bei Suche nach Arzt helfen
Der Gemeinderat wünscht sich eine weitere Hausarztpraxis für den Ort. Wann sich die Pläne in die Realität umsetzen lassen, steht noch nicht fest. Ein Antrag der SPD, auf einer Plattform der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz nach einem Allgemeinmediziner zu suchen, wurde in der Sitzung am Mittwoch aber einstimmig befürwortet.
Der Bockenheimer Bürger Thomas Mengele stellte die Ärzte-Plattform in der Ratssitzung vor und bot auch gleich an, sich um die Formalitäten zu kümmern. „Ziel dieses Angebots ist es, Orte und Ärzte zusammenzubringen. Für uns bleibt der Aufwand überschaubar“, erklärte er. Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) biete den Service an, um Medizinern und Dörfer im ländlichen Raum den Erstkontakt zu erleichtern. Interessenten müssten lediglich ein Formular ausfüllen und darin die Stärken und die Vorzüge des Orts präsentieren, um auf sich aufmerksam zu machen, sagte Mengele. Zudem müsse auf der Gemeindewebseite ein Link zur KV RLP geschaffen werden.
Ortsbürgermeister Gunther Bechtel (SPD) begrüßte das Vorhaben und bewertete es als sehr sinnvoll. Auch Jürgen Schumacher (SPD) plädierte für die Werbung auf der Plattform: „Wir brauchen dringend einen weiteren Arzt in Bockenheim, nachdem die Hausarztpraxis von Dr. Völker geschlossen ist.“ Derzeit gibt es nur die Gemeinschaftspraxis von Dr. Frank Eckelmann und Dr. Richarda Jonas-Eckelmann, in der seit Kurzen eine weitere Medizinerin angestellt ist.
Praxisräume könnten in die alte Apotheke kommen
Jörg Neumann (CDU) befürwortete das Projekt, wies aber darauf hin, dass für die ansässige Gemeinschaftspraxis kein finanzieller Nachteil entstehen dürfe. Mengele versicherte, bereits mit der bestehenden Arztpraxis über die Situation gesprochen zu haben. Ihm sei mitgeteilt worden, dass es in Bockenheim genug Patienten für eine weitere Praxis gebe.
Einvernehmlich stimmte der Rat daraufhin dem Vorhaben und der Beauftragung zur Suche eines weiteren Arzts zu – mit der Ergänzung, die bereits existierende Gemeinschaftspraxis dadurch nicht zu benachteiligen und mit dieser auch noch einmal das Gespräch zu suchen. Falls sich ein weiterer Allgemeinmediziner in Bockenheim niederlassen will, könnte er das eventuell in der ehemaligen Apotheke in der General-Kullmer-Straße tun. „Ein Investor hat das Gebäude gekauft und möchte unter anderem eine Arztpraxis einrichten“, teilte der Ortsbürgermeister mit, der einen weiteren Arzt als „unbedingt notwendig“ empfindet.
Messgeräte an allen drei Ortseingängen
Einen Bauantrag seitens des Investors gebe es noch nicht. Dieser plant laut Bechtel aber neben einer Praxis auch Wohnungen in dem Gebäude. Eine interessierte Allgemeinmedizinerin habe man bereits vor einiger Zeit gewinnen können. Da der Umbau der ehemaligen Apotheke jedoch zu lange dauerte, habe sie sich gegen Bockenheim entschieden. Der Investor halte an dem Plan fest, eine Praxis einzurichten. Sollte kein Arzt gefunden werden, könnten in dem Gebäude auch weitere Wohnungen entstehen, „aber die Arztpraxis hat für den Investor und für mich Priorität“, versicherte Bechtel.
Der Gemeinderat stimmte überdies einem Antrag der SPD zu, wonach an allen Ortseingängen eine Geschwindigkeitsanzeige errichtet werden soll. Momentan gibt es eine in der Dorfmitte, die nun am nördlichen Ortseingang aufgestellt werden soll. Ein neu angeschafftes Messgerät ist für den südlichen Ortseingang gedacht und ein weiteres befindet sich schon am Ortseingang Richtung Kindenheim. Somit seien alle Ortseingänge abgedeckt, sagte der Fraktionsvorsitzende Jürgen Schumacher (SPD).
Dach des Bauhofs soll erweitert werden
Der Gemeinderat entschied außerdem, beim Bauausschuss die Pläne für einen Schleppdachanbau an der Westseite des Bauhofs vorzutragen. Die Idee kommt von der FWG: Torsten Griebel erklärte, dass auf es auf der Westseite des Gebäudes genug Platz gebe und die Geräte der Gemeinde sowie der Festwagen durch so ein Dach besser vor Wind und Wetter geschützt seien.
Der Nachtragshaushalt der Gemeinde für das Jahr 2019 schließt mit einem Überschuss von 364.795 Euro ab. Im Hauptplan war mit einem Fehlbetrag von 44.805 Euro gerechnet worden. Stefanie Becker von der VG-Verwaltung erläuterte die Zahlen und sagte: „Der Überschuss kommt daher, dass viele Projekte ins kommende Jahr verschoben wurden.“ Die Ratsmitglieder stimmten dem Zahlenwerk einvernehmlich zu.