Grünstadt Betonkübel für Straße

Weil sich Anlieger der Siegelstraße darüber beklagt hatten, dass Lieferfahrzeuge und Lastwagen von der Siegelstraße über einen engen Feldweg am Ende der Straße in Richtung Am Schild eine Abkürzung nehmen, haben sich die Bissersheimer Ratsmitglieder am Donnerstagabend die Sache vor Ort angesehen.
Offiziell ist die Siegelstraße eine Sackgasse, nur hält sich niemand daran. Es sei immer wieder zu Beschädigungen an den Einfriedungen von Grundstücken am Ende der Siegelstraße gekommen, hieß es. Auch komme es zu Schäden auf den angrenzenden Grundstücken, wenn schwere Lastwagen über diese fahren, berichtete Ortsbürgermeister Heinrich Krauß. Pflanzkübeln aus Beton sollen nun dafür sorgen, dass die Straße zur „echten Sackgasse“ wird. Damit soll verhindert werden, dass Lieferfahrzeuge und Schwerverkehr auf den Wirtschaftsweg fahren, um diesen als Abkürzung zu nutzen. „Wir werden in der nächsten Sitzung den Beschluss fassen, damit die Kübel aufgestellt werden können“, kündigte Krauß an. Aktiv werden muss die Gemeinde an ihren Bushaltestellen, die nicht behindertengerecht ausgebaut sind. „Es gibt derzeit in der Verbandsgemeinde Leiningerland die Bestrebung, Bushaltestellen in den Orten so anzupassen, dass sie von Menschen mit Einschränkungen problemlos genutzt werden können, gleich ob es Rollstuhlfahrer oder Blinde sind“, informierte der Ortsbürgermeister. Von vier Haltestellen im Ort seien aber nur zwei geeignet für den Umbau: die in Richtung Grünstadt gegenüber dem Ortszentrum Eulennest und die am Ortsausgang Richtung Kirchheim. Die Haltestellen sollen für Blinde Führungen im Boden erhalten, und die Höhe der Bordsteine sollte so angepasst werden, dass auch Rollstuhlfahrer problemlos zu den Bussen gelangen können. Schwieriger als am Dorfplatz gestaltet sich der Umbau an der Landesstraße in Richtung Kirchheim, denn hier gehört das Gelände rund um die Haltestelle dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), wie Krauß informierte. Die Verwaltung habe bereits Kontakt zum LBM aufgenommen, um die Eigentumsfragen zu klären. Vorgesehen sei auch, den Umbau der Haltestellen mit möglichst vielen Gemeinden gemeinsam vorzunehmen, um kostengünstig die Umgestaltung über die Bühne zu bringen. Krauß erwartet außerdem, dass das Projekt vom Land, das per Gesetz den Umbau der Haltestellen fordert, entsprechend bezuschusst wird. Hintergrund: Ein Bundesgesetz gibt vor, dass bis 2022 alle Haltestellen in Deutschland barrierefrei sein sollen. Das wird allerdings – unter anderem aus finanziellen Gründen – nicht klappen. Der Verkehrsverbund hat deswegen eine Liste mit Haltestellen erstellt, die zuerst umgebaut werden sollen.