Grünstadt Banksafe „keine schlechte Idee“

GRÜNSTADT/EISENBERG. Die Osterferien stehen vor der Tür. Mancher wird mit einem mulmigen Gefühl auf Reisen gehen, auch wenn Nachbarn beauftragt sind, nach der Wohnung oder dem Haus zu schauen, der Briefkasten geleert wird und die Rollläden auf Automatik stehen. Aber Einbrecher kennen diese Vorkehrungen, merken manchmal doch, wenn jemand länger abwesend ist. „Seine Wertsachen bei der Bank einschließen zu lassen, ist sicherlich keine schlechte Idee“, meinte auf Nachfrage Norbert Steitz, stellvertretender Leiter der Polizei Grünstadt. „Besonders wenn es sich um Dinge handelt, die auch noch einen ideellen Wert haben“: alter Familienschmuck, eine Briefmarkensammlung oder Schmuckstücke, die an besondere Anlässe wie Hochzeit oder Geburten erinnern. Und bei einem Geldinstitut sind sie sicherer als daheim, selbst wenn sie im privaten Tresor verwahrt würden. „Bei Wohnungseinbrüchen wurden auch schon Tresore herausgerissen“, berichtete Steitz. Fast alle Geldhäuser in der Region haben noch Banksafes für ihre Kunden frei, ergab die Anfrage bei sieben Instituten in Eisenberg und Grünstadt. Grundsätzlich wird eine Jahresmiete angeboten, nur für kurze Zeit sind die Fächer in der Regel nicht zu haben. Lediglich die Volksbank Alzey-Worms macht hier eine Ausnahme. Aber manchmal gibt es auch Sondervereinbarungen für besonders gute Kunden. Persönliche Nachfragen könnten Erfolg haben, wurde inoffiziell informiert. Aber selbst eine Jahresmiete reißt kein großes Loch ins Budget. Die Tarife sind günstig, beginnen bei rund 22 Euro für ein Minifach von fünf Zentimetern Höhe und übersteigen selten die Zweihundert-Euro-Marke für eine 60 Zentimeter hohe Box, in der neben dem Schmuckkasten auch noch die Münzsammlung und andere Schätze Platz haben. Für ein paar Scheine ist man die Sorge los, dass während des Urlaubs die guten Stücke auf Nimmerwiedersehen in Ganovenhänden verschwinden. Die Gebühr ist also kein Problem, aber die Anzahl der Fächer, die zur Verfügung stehen. So ist in der kleinen Grünstadter Filiale der Hypo-Vereinsbank nichts frei und die Warteliste lang. Bei anderen Instituten stehen nur noch wenige Safes zur Verfügung, während die Sparkasse Rhein-Haardt offensichtlich über ein gutes Angebot verfügt, da sie Fächer selbst an Fremdkunden vermietet. Die RV Bank Rhein-Haardt informierte als einziges Institut, dass ihre Kunden auch die Möglichkeit haben, ein verschlossenes „Verwahrstück“ abzugeben. Dies kostet pro angefangenem Monat lediglich 12,31 Euro. Wer die Vorteile eines Schließfachs während seines Urlaubs schätzen gelernt hat, wird es vielleicht auch dann nutzen, wenn er nicht verreist ist. Nicht für das Goldkettchen oder die Uhr, die täglich getragen werden, aber für den geerbten Schmuck oder die wertvolle Sammlung. Denn Einbrecher kommen auch bei kurzer Abwesenheit oder nachts, wenn die Bewohner schlafen, wie kürzlich in Grünstadt (wir berichteten am 18. März). Die Polizeistatistik zeigt, dass die Angst vor Einbrüchen nicht unbegründet ist. Von Januar bis März verzeichnete die Polizei Grünstadt, die auch für das Leiningerland zuständig ist, 19 Einbrüche in Wohnungen, drei in Gaststätten und 25 in Betriebe (Stand 29. März). Wer Wohnung oder Haus sicherer machen will, kann sich von der Polizei beraten lassen. In einfachen Fällen machen dies die örtlichen Beamten, wenn es um größere Maßnahmen geht, wird der überörtliche Präventionsdienst tätig, informierte Steitz. (us)