Grünstadt Bürgt Gemeinde erneut für den SVO?

Gemeinsam wollen sie die Sanierung des Sportplatzes in Obersülzen in Angriff nehmen (v.l.n.r.): Valentin Hoffmann vom Fördervere
Gemeinsam wollen sie die Sanierung des Sportplatzes in Obersülzen in Angriff nehmen (v.l.n.r.): Valentin Hoffmann vom Förderverein, Vereinsvorsitzender Norbert Bölger und Ortsbürgermeister Andreas Lehmann.

«Obersülzen.» Der Sportverein Obersülzen steht vor einer großen finanziellen Herausforderung. Der Kunstrasenplatz muss aufgrund des Hochwasserschadens von 2016 ausgetauscht werden. Die Kostenschätzung liegt bei 300.000 Euro – eine Summe, die der Verein allein nicht stemmen kann. Er ist auf Sponsoren und Spenden angewiesen. Das Ziel der SVO-Vereinsführung ist ehrgeizig: Im September soll der Belag ausgetauscht werden.

Rückblick: Am 22. Juli 2016 setzte ein Starkregen binnen weniger Minuten die Sportanlage des Vereins im Innen- und Außenbereich unter Wasser. Der Kunstrasensportplatz wurde unterspült, die darunter liegende Materialschicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Schäden an dem 2002 von einer Fachfirma aus St. Wendel gebauten Spielfeld erwiesen sich als so gravierend, dass ein Austausch notwendig wurde. Immerhin: Der Unwetterschaden im Sanitärtrakt wurde laut dem SVO-Vorsitzenden Norbert Bölger dank der Elementarversicherung in einer Größenordnung von 70.000 Euro gedeckt. Der Schaden am Spielfeld ist indes nicht versichert, „die Beiträge für so eine Versicherung sind nicht bezahlbar“, sagt Bölger. Nach dem erste Schätzungen noch nötige Investitionen von rund 440.000 Euro vorsahen, hat sich die Summe nach weiteren Analysen mittlerweile auf 300.000 Euro verringert. Immer noch eine gewaltige Summe. Denn bei der Finanzierung sind die Verantwortlichen auf sich selbst gestellt. Da der Verein aktuell im Ranking der Kreis-Sportförderung auf Platz acht liegt, ist in absehbarer Zeit von dieser Seite keine Unterstützung zu erwarten. Dies hätte auch eine entsprechenden Anfrage ergeben, bestätigten Bölger und Obersülzens Ortsbürgermeister Andreas Lehmann (SPD) im RHEINPFALZ-Gespräch. „Es besteht jedoch dringend Handlungsbedarf, da die Verletzungsgefahr immer größer wird“, betont der SVO-Vorstand. „Das sind wir unseren Sportlern schuldig.“ Doch wo soll das Geld herkommen? Die Zusage der Dietmar-Hopp-Stiftung zu einer Geldspritze von 60.000 Euro steht laut Bölger bereits. Und dank seiner Seminarteilnahme bei einer Fachfirma für Sportplatzbau im Juni 2016 seien zumindest Kontakte entstanden, „die Hoffnung auf einen Investor geben“, so der Vorsitzende. Bei einer Besprechung am 17. Januar dieses Jahres sei die Bereitschaft dazu von Seite des möglichen Partners signalisiert worden. Bölger will den Namen des Unternehmens aber nicht nennen. Zu unsicher sei der Stand der Verhandlungen derzeit noch. Nach Informationen der RHEINPFALZ handelt es sich aber wohl um eine auswärtige Firma, die sich auf Kunstrasenplätze und die Herstellung der entsprechenden Kunstfasern spezialisiert hat. Sie würde dem SVO einen Kredit über die gesamte Restsumme gewähren – unter drei Voraussetzungen. Erstens müsste der Verein 30.000 Euro davon selbst aufbringen. Zweitens wäre das Angebot wohl an eine entsprechende Vergabe des Auftrags an das Unternehmen gekoppelt. Und drittens soll die Gemeinde Obersülzen die Bürgschaft für den Kredit übernehmen. Es wäre nicht die erste Bürgschaft dieser Art. Anlässlich des Neubaus der Sportanlage im Jahr 2002 nahm der SVO einen Kredit über rund 450.000 Euro auf, für dessen Tilgung sich die Gemeinde als Bürge verpflichtete. Laut Bölger und Lehmann ist bis heute etwa die Hälfte davon abbezahlt. Nachfrage beim Bürgermeister: „Einfach wird das alles sicher nicht. Aber bisher hat der SVO seine Schuldentilgung immer ordentlich erledigt. Und davon gehe ich auch in Zukunft aus“, sagt der Sozialdemokrat. Einer erneuten Bürgschaft stünde er deshalb positiv gegenüber. Allerdings müsse darüber erst einmal der Ortsgemeinderat sowie letztlich auch die Kommunalaufsicht entscheiden, so Lehmann weiter. „Sobald der Finanzierungsplan steht, werde ich das in den Rat einbringen.“ Entspannend wirke sich bei der Finanzierung aus, dass der alte Belag unter Umständen nicht zur Entsorgung müsste, sondern verkauft werden könnte. Reitvereine oder Reithallenbesitzer wären potenzielle Abnehmer, sagt Bölger. Valentin Hoffmann, SVO-Spielleiter und Vorsitzender des Fördervereins, weist zudem darauf hin, dass stückweise Patenschaften für den neuen Kunstrasenplatz vergeben werden sollen. Derzeit ist der Platz bespielbar, obwohl das Feld uneben sei und auch die Bespielbarkeit zu wünschen übrig lasse. Eine Überarbeitung der Platzes sei bei einer Lebensdauer von 15 Jahren aber durchaus üblich – beim Bau des Kunstrasens hatte es nur acht Jahre Garantie gegeben. „Um einen vernünftigen Spielbetrieb zu gewährleisten, ist die Umsetzung dringend erforderlich“, sagt Bölger. Der Spendenmarathon Der Grundstein für den Spendenmarathon des SVO wurde mit einem kostenlosen Grummbeersupp- und Dampfnudle-Essen gelegt. An Spenden kamen dabei 1420 Euro zusammen. Weitere Veranstaltungen zugunsten des neuen Kunstrasenplatzes sollen folgen.

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