Kirchheim
Bürgermeister Kronemayer will ein neues Zentrum
„Ich fand es sehr beeindruckend, wie schnell sich die Kirchheimer beim ersten Shutdown auf die neue Situation eingestellt haben“, meint Bürgermeister Kay Kronemayer (FWG). Obwohl die im August 2019 begonnene Dorfmoderation wegen Corona pausieren musste, habe man schon einige Anregungen der Arbeitsgruppe „Zukunft im Dorf“ umsetzen können. Beispielsweise sei der offene Bücherschrank mit Sitzbank am Friederich-Diffiné-Haus eingerichtet worden. „Der wird sehr gut angenommen“, berichtet er. Eine Nachbarschaftshilfe sei ins Leben gerufen worden.
Bäume werden gepflanzt
Ebenfalls entstanden sei die Aktion „Kirchheim sagt danke“, bei der engagierte Bürger auf Vorschlag ihrer Mitmenschen geehrt werden sollen. „Sobald es möglich ist, wird es eine öffentliche Feierstunde geben“, kündigt Kronemayer an. Eine tolle Idee sei auch der Jubiläumswald: In dem Bereich des Krummbachtals, wo der Tornado im Juli 2019 Verwüstungen angerichtet hat, wird ab 1. Januar für jeden Kirchheimer, der zum runden Geburtstag von der Gemeinde ein Geschenk erhalten hätte, und für jedes Hochzeitsjubelpaar ein Baum gepflanzt. Auch für die jungen Leute wurde etwas getan: Der verwaiste Jugendraum an der Kirche wurde reaktiviert und ein Kindertreff im Rathaus neu geschaffen. Im Werden ist ein 7,5 Kilometer langer Rundweg ums Dorf. „Für die Markierung hat uns eine Bürgerin ein Wandersymbol entworfen“, erzählt Kronemayer.
Ortsmitte ist Thema in diesem Jahr
Aufgrund solcher Aktivitäten trotz schwieriger Rahmenbedingungen macht er sich kaum Sorgen, dass es im kommenden Jahr nicht vorwärts gehen könnte im Weindorf. Die größten Themen konzentrieren sich auf die Ortsmitte. Unter anderem geht es um die Zukunft des Schulgebäudes. Der markante, zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Bau, der mitsamt dem Roten Platz bei der Verwaltungsreform 1972 an die damalige Verbandsgemeinde Grünstadt-Land übergegangen war, wird von der Ortsgemeinde zurückgenommen. Es gibt viele Fragen: Soll das Haus dann veräußert werden oder will man es behalten? Ließe sich die Sanierung überhaupt stemmen? Vereinzelt hätten schon Kauf-Interessenten angeklopft, so der Bürgermeister, der unter anderem einen Gesellschaftsraum für Treffen unterschiedlicher Gruppen vorschlägt, Büros und eine Bücherei. „Auch wäre dort Platz für eine Rechtsanwaltskanzlei und eine Arztpraxis.“ Kronemayer hofft auf Impulse aus dem Kaiserslauterer Planungsbüro Stadtgespräch. „Wir haben ja noch Zeit, bis das neue Schulgebäude am Sportplatz steht“, meint er. Die Ausschreibungen zu dem Neubau sollen 2021 beginnen.
Grünfläche zum Verweilen ist denkbar
Bis sich der Rote Platz wieder im Eigentum der Ortsgemeinde befindet, sichere eine kürzlich unterzeichnete Nutzungsvereinbarung mit der VG weitere Planungen. So ist sich Kronemayer sicher, dass der Ausschank im Unterstand vor dem Schulhaus bald umgesetzt wird. Der Schwarze Platz gegenüber soll auch nicht länger ein trostloser Schotter-Parkplatz sein. Ein paar Pkw-Stellflächen werden zwar bleiben müssen. Vorstellbar wäre aber ein Ortsmittelpunkt mit Grünfläche zum Verweilen, unter anderem mit Gastronomie, Lebensmittelgeschäft, Tourist-Info und E-Bike-Verleih. „Was wir umsetzen können, hängt davon ab, wie die Expertise der Fachleute ausfällt, ob wir als Schwerpunktgemeinde anerkannt werden und wann die Weinstraße-Nord vom Landesbetrieb Mobilität saniert wird, denn die beiden Projekte sollten aufeinander abgestimmt werden“, so Kronemayer. Die B 271 alt wird aber voraussichtlich erst ab März 2023 eine neue Schwarzdecke und auf einer Seite einen Gehweg bekommen.
Bis dahin wird hoffentlich das Thema Breitbandausbau abgeschlossen sein. Überall in der Verbandsgemeinde Leiningerland, so auch in Kirchheim, gibt es an der Bauausführung durch die Deutsche Glasfaser vieles zu bemängeln. „Derzeit ist ein Aufbruchstopp verhängt worden. Bevor weitere Straßen aufgerissen werden dürfen, müssen die bisher entstandenen Schäden beseitigt werden“, erläutert der Ortschef, der versichert, das Abnahmeprotokoll erst nach fachmännischer Begutachtung zu unterzeichnen. Letztendlich freut er sich aber auf eine schnelle Internetverbindung: „Corona hat gezeigt, wie wichtig das ist.“
Momente 2020
- Von einem schlimmsten Moment im vergangenen Jahr möchte Kay Kronemayer nicht sprechen. Er sagt: „Besonders herausfordernd war die Notbetreuung in der Kita, bei der es an uns war, den Eltern zu erklären, weshalb ihr Kind nicht aufgenommen werden kann. Da hätte ich mir klare Ansagen von der Politik gewünscht.“
- Als einen herausragend schönen Moment in 2020 sieht Kay Kronemayer die virtuelle Sitzung des Ältestenrates im Mai mit Abstimmung per E-Mail: „Da hat sich gezeigt, dass der neue digitale Weg funktioniert.“