Grünstadt Auch Artenvielfalt soll zunehmen

Die Ortsgemeinde Carlsberg, die ihren Wald bislang separat bewirtschaften ließ, tritt zum 1. Januar des kommenden Jahres dem Forstzweckverband Jerusalemsberg-Leiningerwald bei. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Abgesegnet wurde auch das neu erstellte Forsteinrichtungswerk, das ab 1. Oktober gilt. Revierleiterin Isabelle Behret erläuterte dem Gremium das mehrseitige Schriftstück.
„Der Zehn-Jahres-Plan ist wie das letzte Mal von Joachim Kuntz aus der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt erarbeitet worden. Insofern wird die Bewirtschaftung des Waldes weiterhin im Sinn der Ortsgemeinde erfolgen“, sagte Behret einleitend. Ziele seien Wertsteigerung und die Erhöhung der Artenvielfalt. Aufgrund großflächiger Abholzungen für Reparationszahlungen handele es sich bei dem Carlsberger Forst um überwiegend 60- bis 80-jährigen Nachkriegswald. „Die Gesamtfläche beträgt 36,2 Hektar und gliedert sich in viele kleine Parzellen“, berichtete sie. Mitunter sei es fast unmöglich, die einzelnen, kaum zugänglichen Teile zu bewirtschaften. „Insofern wurden insgesamt fünf Hektar zum reinen Landschaftsschutzgebiet erklärt“, so Behret. In den sechs Distrikten des Gemeindewaldes – Auf der Hohl, Krückelsberg, An der hohen Schule, Hasental, Oberer Margarethenhof und Kleinfrankreich – stehen derzeit überwiegend Nadelgehölze: zu 66,7 Prozent Kiefer, 6,5 Prozent schnell wachsende Douglasie und 2,2 Prozent Lärche. Der hohe Kieferanteil habe historische Gründe. Nach den Kahlschlägen und Übernutzungen in den Not- und Kriegszeiten des vergangenen Jahrhunderts war es oft die einzige Baumart, die zur Wiederaufforstung finanzierbar war. Eine Besonderheit in Carlsberg ist die nordamerikanische Roteiche, die nach dem Zweiten Weltkrieg gesät wurde und heute in Kleinfrankreich etwa 1,6 Hektar einnimmt. Die Tanne allerdings, die im Wappen der Gemeinde Carlsberg den Waldreichtum symbolisiert, findet man in der Gemarkung nicht. Gut ausgestattet sei der Gemeindewald mit Holzvorrat. Laut Behret ist in der jüngeren Vergangenheit weniger eingeschlagen worden als möglich gewesen wäre. „234 Festmeter sind durchschnittlich pro Hektar vorhanden, und der Jahreszuwachs ist mit 5,9 Festmetern viel für die Region“, informierte die Revierleiterin und versprach: Der Gemeindewald werde in den kommenden Jahren weiter an Substanz gewinnen. Geplant sei eine jährliche Holzernte von 130 Festmetern. Wie viel Forst in Privatbesitz ist, konnte Behret aus dem Stegreif nicht beantworten. Sie bot aber einen Waldbegang im Herbst an. Bürgermeister Werner Majunke (CDU) merkte an: „Im Forstzweckverband wird Carlsberg aufgrund seines relativ kleinen Waldeigentums eine eher untergeordnete Rolle spielen, wobei jetzt aber durch den Beitritt eine geordnete Bewirtschaftung gewährleistet ist.“ So wird sich die Gemeinde mit nur 1,17 Prozent an den Kosten beteiligen müssen (Wattenheim trägt dagegen 33,57 Prozent). Nur Grünstadt hat noch weniger Einfluss und muss lediglich 0,69 Prozent der Aufwendungen übernehmen.