Grünstadt Asselheimer Baustelle füllt Umgehung
„Ich wollt’ nur mol schnell beim Spangeberger e paar Bienestich und Käsesahne hole – ei, das war jo fast e stunnelangi Weltreis!“ Der Kuchenfreund aus dem Eistal hatte dieser Tage die Sperrung der Weinstraße von Asselheim nach Grünstadt nicht auf der Rechnung. Wer momentan im morgendlichen Berufsverkehr aus nördlicher Richtung in die Innenstadt (auf die A6 oder Richtung Kirchheim) fahren will, muss „mit einer Verdopplung der sonst üblichen Fahrzeit rechnen“. Das bestätigt Thomas Merkel, stellvertretender Leiter der Polizei Grünstadt – und auf der Strecke als Pendler unterwegs.
Ursache ist die Sperrung der Weinstraße für die, aus dem Eistal kommenden Rechtsabbieger an der Asselheimer Ampel. Denn auf der Landesstraße 516 zwischen Asselheim und Grünstadt sind sonst täglich fast 13.000 Fahrzeuge unterwegs. In Spitzenzeiten beträgt die Verkehrsbelastung nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) zirka 1300 Autos pro Stunde. Durch die Sperrung der Weinstraße Richtung Grünstadt werden diese 13.000 Fahrzeuge noch bis Freitag über die Umgehung zu ihren Zielen geleitet. Wer in die Innenstadt will, fährt von der B 271 über die L 453 ein, wer auf die A6 oder Richtung Bad Dürkheim will, fährt durch den Autobahnkreisel. Dieser wird dadurch zusätzlich belastet, so ein Sprecher des LBM. Nicht nur Verkehrsexperten, auch die – von Baustellen, Sperrungen und Staus arg gebeutelten – Pendler Richtung Ludwigshafen/Mannheim wissen, dass der Kreisel auch ohne Sperrung längst an seine Belastungsgrenzen gekommen ist. Der LBM bestätigte zwar, dass „seit Beginn der Bauarbeiten an der Eisenbahnüberführung bei Asselheim eine Zunahme des Rückstaus am Kreisel Richtung Obersülzen/Bockenheim festzustellen ist“. Dies „jedoch nicht in außergewöhnlichem Maße, die wenigsten Rückstaus erreichten Längen von etwa 300 Metern“, also bis etwa zur Auffahrt von Globus. „Rückstaus ähnlicher Länge sind in Spitzenstunden auch ohne Baustelle schon hin und wieder aufgetreten“, so ein Sprecher des LBM. Auf Frage der RHEINPFALZ zur Wächterampel im Kreisel sagte der LBM-Verantwortliche, dass eine „Umprogrammierung der Ampel wenig Sinn“ habe. Zum einen sei die zusätzliche Belastung des Kreisels zeitlich auf die Sperrung der L 516 während der Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke und auf die Zeit des morgendlichen Berufsverkehrs beschränkt. Zum anderen hätte ein anderes Programm „zwangsläufig Auswirkungen auf die anderen Zufahrtsäste zum Kreisel“. Die Wächterampel wird aktiv, so der LBM, „wenn ein Rückstau Richtung Obersülzen eine gewisse Länge erreicht hat und auf den anderen Ästen Lücken in den zufahrenden Verkehrsströmen bestehen“.