Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Altleiningen: Metzgerei Hepp modernisiert

Max Hepp bestückt die neue Theke im Stammhaus in Altleiningen.
Max Hepp bestückt die neue Theke im Stammhaus in Altleiningen.

Wenn sich am heutigen Dienstag die Glastür zum Altleininger Hauptgeschäft der Metzgerei Hepp nach dreiwöchiger Schließung wieder öffnet, wird sich so mancher Stammkunde die Augen reiben. Das gewohnte Bild hat sich vollkommen verändert. „Nur die Heizkörper und die Fenster sind drin geblieben“, sagt Philipp Hepp, der den Betrieb mit seinem älteren Bruder Max führt. Die beiden haben den Laden modernisiert – wie schon im Januar die Sausenheimer Filiale (wir berichteten).

Der 55 Quadratmeter große Raum – davon sind 45 Quadratmeter Verkaufsfläche – sei mit den weißen Bodenfliesen und Wandkacheln sowie den Neonröhren an der Decke nicht mehr zeitgemäß gewesen, erläutert Max Hepp. Die junge Fleischer-Generation setzt auf Anthrazit, Holz und Glas, dazu energiesparende LED-Lampen. Auf einem Monitor wird ein von einer Multimediaagentur gedrehter Werbefilm in Dauerschleife laufen, gespickt mit aktuellen Aktionsangeboten. In einer neben dem Eingangsbereich liegenden, bislang ungenutzten Ecke wird man künftig belegte Brötchen und Kaffee genießen können. „Morgens kommen etliche Handwerker vorbei, und mittags sind es oft Wanderer, die etwas zu essen suchen“, so Hepp. In einem offenen Kühlregal sollen Frischeprodukte wie Milch und Butter sowie selbst hergestellte Fertiggerichte offeriert werden. Das bisherige Sortiment mit beispielsweise Gulaschsuppe und Sauerbraten wird in wenigen Wochen unter anderem mit Currywurst in der Dose und Rinderrouladen erweitert. Die Ideen dazu entwickeln Max und Philipp Hepp gemeinsam. Den Traum vom Dry-Aged-Schrank, in dem Rindfleisch in einem konstanten Klima mit salzhaltiger Luft über Wochen hinweg reift und besonders zart wird, haben die Brüder vorerst begraben. „Das wäre ein cooles Aushängeschild, ist aber hier auf dem Land nicht wirtschaftlich zu betreiben“, ist Max Hepp überzeugt. Der Umbau, der Mitte Juli begann, wurde mit erfahrenen Fachunternehmen bewältigt. „Ein großes Lob müssen wir vor allem auch der Elektrofirma aus Grünstadt aussprechen“, meint der 29-Jährige. Für das zur Betriebsgründung 1881 erbaute Haus gebe es keine Pläne, auf denen die Stromleitungen verzeichnet sind. Inklusive neuem Mobiliar hat die Modernisierung rund 200.000 Euro gekostet. Dabei wurde auch die Theke ausgetauscht. „Sie hatte mittlerweile 30 Jahre auf dem Buckel gehabt und schon vor zwei Monaten gestreikt“, erzählt der Metzger und schmunzelt: „Endgültig ihren Dienst versagt hat sie aber erst exakt am Kerwesamstag, als hätte sie gewusst, dass wir sie ersetzen wollen.“ Der neue Kühltresen benötigt weniger Strom und ist statt 1,10 Meter wie zuvor nur noch 70 Zentimeter tief. „Wir wollen die Auslage verkleinern, weniger zugekaufte Ware anbieten und uns mehr auf Eigenproduktion konzentrieren“, begründet Max Hepp. Außerdem sei es für die Mitarbeiter – insgesamt sind es zehn – angenehmer, sich nicht mehr so weit nach vorn strecken zu müssen. Aus ergonomischen Gründen ist nun auch das Podest hinter der Theke verschwunden. Ab sofort stehen die Verkäufer und die Kunden auf einer Ebene. Letztere kämen auch aus größeren Entfernungen wie Haßloch und Heidelberg. Zunehmend werde von Firmen Catering und von Privatleuten Partyservice nachgefragt. „Darüber hinaus beliefern wir den Pfälzerwald-Verein, das Naturfreundehaus Rahnenhof, den örtlichen Burgbad-Kiosk und in diesem Jahr erstmals die Wattenheimer Kerwe“, berichtet Hepp über sich ausweitende Geschäftsfelder. Insgesamt belaufe sich der Umsatz der Metzgerei auf etwa 900.000 Euro im Jahr. Die erst 2005 eröffnete Filiale in Weisenheim am Berg habe man zum 1. Mai schließen müssen. „Der Umsatz ist in den letzten Jahren kontinuierlich nach unten gegangen“, begründet Philipp Hepp. Die Fleischereifachverkäuferin, die dort tätig gewesen ist, arbeitet nun in der Sausenheimer Niederlassung, in deren Modernisierung zu Jahresbeginn rund 150.000 Euro gesteckt worden waren. „Ihre Kollegin, die Teilzeit in Weisenheim geschafft hat, konnte nun mit 72 Jahren in Rente gehen“, so Max Hepp, der sich im kommenden Jahr zum Fleisch-Sommelier weiterbilden will, während sein Bruder den Meistertitel anstrebt. Das nächste gemeinsame Projekt ist die Erarbeitung einer Homepage.

x