Grünstadt Als Weltmeister heimgekehrt

Placeholder-Image

Tausende Athleten aus 120 Nationen und mehr als 30 Verbänden gingen in der vergangenen Woche in Marina di Carrara (Toskana) bei der WTKA/WKA Unified World Championships, einem der weltgrößten Kampfsportereignisse, an den Start. Darunter auch Tae-Kwon-Do-Trainer Pierre Polini und vier seiner Schüler. Das Team vom ATSV Wattenheim und TSV Carlsberg krönte seine Italienreise mit drei Weltmeistertiteln.

CARLBERG. „Dreimal Gold – das hätte ich nie zu träumen gewagt!“, jubelt Polini. Von solchen grandiosen Erlebnissen zehre man ein ganzes Leben lang. Der 37-Jährige selbst wurde bei dem Turnier zum vierten Mal Weltmeister – lange Zeit nach dem letzten WM-Titel, den er 2002 auch in Marina di Carrara holte. Eigentlich wollte sich der Coach am Ende seiner sportlichen Karriere nicht mehr einer solchen Herausforderung stellen, „aber meine Schüler haben mich dazu motiviert“, erzählt er. Im Halbfinale der Klasse Semi Contact Seniors/Men, bis 94 Kilogramm, bezwang Polini den Italiener Federico Boldarino mit 8:2. Der Gegner hatte der jahrzehntelangen Erfahrung des Pfälzers nichts entgegenzusetzen. Den Endkampf entschied Pierre Polini, der vom ersten Augenblick an in Führung ging, nach 42 Sekunden durch K. o. „Ich traf Moreno Toffoli in der ersten Runde durch einen Sidekick so hart am Kopf, dass er nicht weiterkämpfen konnte“, berichtet Polini. Diagnose: Nasenbeinbruch. Ohne schwere Verletzungen gewann Lena Schleier ihre Begegnungen im Semi Contact Juniors (Kategorie weiblich, 16 bis 18 Jahre, bis 55 Kilogramm). Laut ihrem Trainer hat sie sich „in bestechender Form“ befunden. Gleich im ersten Kampf sei sie ihrer Favoritenrolle gerecht geworden, sagt er zum 10:5-Sieg über die Britin Elle Fisher. Mit 11:8 bezwang die Carlsbergerin die Italienerin Brenda Baiocchi, um dann die amtierende 16-jährige WKU-Weltmeisterin Leedale Paige mit 12:3 Punkten zu deklassieren. „Mit Schlägen und Tritten, die Leedale nicht parieren konnte, ließ Lena die angereisten englischen Fans verstummen“, erzählt Polini stolz. Ihren ersten Weltmeister-Titel und – nach den US Open 2013 – ihre zweite internationale Goldmedaille kommentiert die Jugendliche mit: „Da hat sich das harte Training doch gelohnt.“ Ihren Sieg schwer erkämpfen musste Friederike Zydorek in Halbfinale und Finale der Klasse Semi Contact der 16- bis 18-jährigen Mädchen mit einem Körpergewicht bis 65 Kilogramm. Auch für sie ist es nach den US Open der zweite internationale Turniergewinn. Einen wahren Krimi führte sie gegen die Waliserin Eleanor Baines auf. Selbst die Verlängerung endete unentschieden. „Nach dem Regelwerk ist in einem solchen Fall der Sudden Death vorgesehen“, erläutert Polini: Der Athlet, der den ersten Treffer setzt, der von mindestens zwei Kampfrichtern registriert wird, gewinnt. Gleich drei Juroren beachteten und bewerteten eine schnelle Fuß-Faust-Kombination, die Friederike dann den Einzug ins Finale brachte. Hier traf sie auf Bethany Revic (Großbritannien), die bereits Gold in der Damenklasse gewonnen hatte und somit als Favoritin in den Kampf ging. Die Runden waren von einem dauernden Hin und Her gekennzeichnet, sobald eine junge Frau vorn lag, glich die andere wieder aus. Letztendlich gelang es Friederike aber ihren Vorsprung auszubauen und beim Schluss-Gong stand es 20:18. Die Carlsbergerin freut sich mit Blick auf die anderen beiden Weltmeister in ihrem Team: „Ich bin überglücklich, dass wir gemeinsam so erfolgreich waren.“ (abf)

x