Grünstadt Als Kohl an den Eiswoog kam
Wenn Helmut Kohl, einstiger Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, deutscher Wiedervereinigungskanzler und Förderer der Europäischen Union, heute in Speyer zu Grabe getragen wird, dann bleiben auch im Eistal und im Leiningerland Menschen zurück, die sich an den Staatsmann erinnern. Nicht unbedingt als Politiker, aber doch als Privatmann, als Spaziergänger und Gast im Seehaus Forelle oder als Besucher auf dem Grünstadter Schillerplatz.
Helmut Kohl war öfter am Eiswoog, vor allem in seiner Zeit, in der er noch Ministerpräsident des Landes war, blickt Jörg Maier, der Geschäftsführer im Seehaus Forelle zurück. „Er war öfter mal unser Gast, kam zum Wandern in den Stumpfwald. Es gibt Berichte, dass er vor meiner Zeit mit seiner Frau Hannelore am Eiswoog des Öfteren gesehen worden ist“, so Maier. Er selbst erinnert sich an eine Begebenheit, als Kohl etwa vor fünf Jahren in Begleitung seiner Lebensgefährtin und späteren zweiten Frau Maike Kohl-Richter am Eiswoog war. „Das war sicher sein letzter Besuch bei uns, das werde ich nicht vergessen. Kohl kam immer, um eine Bratwurst zu essen. Ich wurde dann eigens angerufen, dass er unter den Gästen ist“, erinnert sich Maier. Doch genau an diesem Tag sei Bratwurst aus gewesen. „Das war mir natürlich unangenehm, Kohl blieb trotzdem bei uns, was er letztlich bestellt hat, daran kann ich mich aber nicht mehr erinnern“, so Maier. Der Gastronom erinnert sich auch noch an andere bekannte Landespolitiker. „Kurt Beck war einmal mit seinem gesamten Ministerteam bei uns, das war – wie die Besuche von Helmut Kohl – ein besonderes Ereignis für mich und mein Team.“ Die Erinnerungen von Christa Welker reichen noch weiter zurück: Helmut Kohl ist am 28. August 1965 im Leiningerland gewesen, berichtet die ehemalige Weingräfin Christa Welker, geborene Hamman. Die 72-Jährige aus Bissersheim hat einen alten Zeitungsausschnitt aus der Unterhaardter Rundschau, die einen Auftritt aus ihrer Amtszeit dokumentiert, bei der Lokalredaktion vorbeigebracht. „Kohl war damals Vorsitzender der pfälzischen CDU und nur als eine Randfigur bei einem Wahlkampftermin des damaligen Bundeskanzlers Ludwig Erhard (CDU) auf dem Grünstadter Schillerplatz dabei“, erinnert sich Welker. Es sei ein schöner Tag gewesen und sie habe ein Dirndl und einen Krönungsmantel aus rotem Samt getragen, der damals für die Weingräfinnen geschneidert wurde.