Leiningerland / Grünstadt
Abstimmungen zum Radweg im Leiningertal gehen weiter
Der Grundsatzbeschluss zu dem Vorhaben, für das schon seit 2007 Pläne gemacht werden, steht zur Beratung auf der Tagesordnung der Bauausschusssitzung am 11. März und zur Entscheidung auf der Agenda des VG-Rats, der am 18. März tagt, teilte Frank Rüttger weiter mit. Gestartet war das Projekt als gemeinsames Vorhaben der Stadt Grünstadt und der damaligen, mittlerweile fusionierten Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim, die vor sechs Jahren die ersten Grundsatzbeschlüsse zum Bau gefasst hatten.
Nachdem alle bisherigen Planungen nicht umgesetzt wurden und die Kosten auf zuletzt rund fünf Millionen Euro angestiegen waren, liegt jetzt ein alternatives Konzept vor, mit dem Einsparungen erzielt werden sollen (wir berichteten am 23. Januar). Statt die Route weitgehend auf der ehemaligen Bahntrasse zu bauen, sollen auf der Gemarkung von Sausenheim und Kleinkarlbach schon vorhandene, betonierte Wirtschaftswege genutzt werden. Erst kurz vor dem Viadukt über die L 520 ist ein Einschwenken auf den Bahnkörper vorgesehen.
Dieser Trasse folgt der Radweg bis zum Eckbachweiher, wo dann die Strecke bis zum Altleininger Ortsteil Drahtzug auf dem Forstweg geführt wird. Weiter soll es nahe der Straße bis zum Bahnhofsplatz gehen und von dort über den vorhandenen Radwanderweg zum Naturfreundehaus in Hertlingshausen.
Treffen der Bürgermeister
Diese Planung war am Montag Thema bei einem Treffen im VG-Rathaus von Rüttger mit Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner (CDU), an dem auch Mitarbeiter der Bau- und Tourismusabteilungen beider Kommunen sowie ein Vertreter des Planungsbüros Pappon & Riedel aus Neustadt teilnahmen. Dabei sei man sich einig gewesen, dass es sinnvoll ist, im Bereich Sausenheim-Kleinkarlbach vorhandene Wirtschaftswege zu nutzen, erklärte der Chef der Verbandsgemeinde.
Dies bestätigte auf Nachfrage auch Wagner, der unterstrich, dass es finanziell nicht darstellbar sei, parallel zu der früheren Bahntrasse den Wirtschaftsweg auszubauen, wenn es ganz in der Nähe eine betonierte Strecke gibt, die schon als Radweg ausgewiesen ist. Die Mehrkosten für diese nicht zuschussfähige Variante bezifferte er auf rund 500.000 Euro.
Die Stadt ist fein raus
Die jetzt favorisierte Route hat für die Stadt den Vorteil, dass sie nur ein kurzes Stück, von der Karrendurchfahrt (Kreuzerweg) bis zum Abzweig nach Westen, auf Grünstadter Gemarkung liegt. Nachdem der Radweg weitgehend auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Leininger Land geplant werde, sei der bestehende Grundsatzbeschluss des Stadtrats zur Finanzierung zu überdenken, meinte Wagner.
Die Stadt werde sicher einen finanziellen Beitrag leisten, aber keine 500.000 Euro, wie im Grundsatzbeschluss von 2015 als Höchstbetrag festgelegt. Da die Bahnstrecke als Ganzes gekauft werden muss, sei klar, dass die Stadt für den Streckenabschnitt bei Sausenheim ihren Anteil an diesen Kosten zu zahlen habe – der Preis für die gesamte Trasse wurde vor Jahren mit 180.000 Euro angegeben.
Zudem werde Grünstadt wohl einen Solidaritätsbeitrag leisten, da der Radweg im Leiningertal ein attraktives Projekt sei, das man in der Tourismuswerbung gemeinsam mit der Verbandsgemeinde vermarkten werde. Der Stadtrat werde sich voraussichtlich in seiner Aprilsitzung mit dem Thema befassen.
Plan soll 2022 fertig sein
Bei der Beratung in den Gremien der VG wird neben dem Grundsatzbeschluss und der Trassenführung die Frage erörtert werden, ob der Weg eine wassergebundene Decke oder einen Belag aus Beton beziehungsweise Asphalt erhalten soll, informierte Rüttger weiter. Im Wald gelte die wassergebundene Variante als Favorit, während für den Abschnitt über das Viadukt bis zum Eckbachweiher eine Deckschicht aus Beton oder Asphalt besser erscheine. Bei dieser Frage seien auch die Naturschützer zu hören und die Förderrichtlinien zu berücksichtigen.
Falls jetzt im März der VG-Rat und später der Stadtrat grünes Licht für das Projekt geben, hofft Rüttger, dass die Planung bis Sommer 2022 abgeschlossen ist – insbesondere alle naturrechtlichen Fragen geklärt sind, eine neue Kostenschätzung vorliegt und dann der Förderantrag gestellt werden kann.
Dabei geht Rüttger davon aus, dass durch die angestrebte „abgespeckte Variante“ ein Planfeststellungsverfahren nicht notwendig wird. Andernfalls würde sich das Projekt mindestens um ein weiteres Jahr verzögern.