Rückschau und Ausblick RHEINPFALZ Plus Artikel 40 neue Wohnungen sollen in Kirchheim entstehen

Kay Kronemayer vor dem Gelände, auf dem nach dem Abriss des Sportlerheims ein modernes, multifunktional nutzbares Gebäude für Ve
Kay Kronemayer vor dem Gelände, auf dem nach dem Abriss des Sportlerheims ein modernes, multifunktional nutzbares Gebäude für Versammlungen und Veranstaltungen entstehen soll.

Kirchheim wird sich in den kommenden Jahren ziemlich verändern. Seit die West-Umgehung die Verkehrsmassen aus dem Ort gezogen hat, muss sich das Dorf neu erfinden. Etliche Projekte sind in der Pipeline, wie Bürgermeister Kay Kronemayer erzählt. Der FWG-Mann schaut optimistisch nach vorn.

An vielen Stellen in Kirchheim werden in absehbarer Zeit die Bagger rollen. Eine Großbaustelle ist für die Weisenheimer Straße geplant, wo die Verbandsgemeinde Leiningerland ein neues Schulgebäude errichten will. Dafür muss das in die Jahre gekommene Clubheim des Sportvereins weichen. Ein Stück weiter westlich soll dann ein moderner Neubau entstehen. Was mit dem bisherigen Schulhaus passiert, dem 120 Jahre alten Kulturdenkmal im Zentrum der Gemeinde, steht in den Sternen. „Bisher gab es zwei vage Interessenbekundungen. Ich bin aber guter Dinge, dass wir bei aktiver Suche Käufer finden werden“, meint Bürgermeister Kay Kronemayer (FWG).

Unabhängig davon muss das neue Sportheim ein „multifunktionales Gebäude mit Platz für viele Leute“ werden, wie der 42-Jährige berichtet. Die Idee dazu nehme langsam Konturen an. Das Gemeindezentrum Friederich-Diffiné stoße schon seit längerem an seine Kapazitätsgrenzen. „Wir brauchen ein Versammlungs- und Veranstaltungshaus, wo die Volkshochschule ihre Kurse abhalten und die Musikschule unterrichten kann. Es soll allen Vereinen und der Ortsgemeinde zur Nutzung offenstehen – für Sitzungen aller Art, Feiern sowie Treffen wie dem Seniorencafé“, führt Kronemayer aus.

Neuer Ausschank wird gut angenommen

Letzteres habe sei im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie zweimal in der To-Go-Variante aus dem Seitengebäude des Diffiné-Hauses heraus angeboten worden. „Die Resonanz war sehr gut“, erzählt er. Insgesamt habe man trotz Corona einiges möglich gemacht im Weindorf, von einem Weihnachtsmarkt mit Sicherheitsdienst und reduzierter Anzahl an Ständen, über den Besuch des Nikolaus, der aus einem geschmückten Rathausfenster heraus Tüten mit kleinen Gaben an rund 170 Kinder verschenkte, bis zu einer Ersatzaktion für die ausgefallene Seniorenweihnachtsfeier.

„Richtig super“ laufe der neue Ausschank in einem mit viel Eigenleistung umgebauten Unterstand auf dem Roten Platz. „Bis Anfang Oktober 2021 hatten wir an sechs Wochenenden geöffnet, wobei Weingüter, die Landfrauen und der Sportverein bewirtet haben“, sagt Kronemayer. Der Treffpunkt, an dem man ein Hygienekonzept gut umsetzen könne, werde ausgezeichnet angenommen: „Ich bin wirklich positiv überrascht.“ Auch Ehrungen von besonders engagierten Einwohnern seien dort vorgenommen worden. Elf Personen waren im Zuge der Initiative „Kirchheim sagt Danke“ dafür vorgeschlagen worden und eine unabhängige Jury legte ein Ranking fest. Am 9. und 10. April soll der Ausschank wieder aufmachen. „In diesem Jahr wollen wir zehn Termine anbieten. Wir haben deutlich mehr Bewerber als mögliche Öffnungstage“, berichtet der Bürgermeister. Der Ausschank kann nur betrieben werden, wenn das Diffiné-Haus nicht vermietet ist, da die Küche mitbenutzt wird.

Wettbewerb für den Schwarzen Platz

Zur Ideensammlung für die Zukunft des Schwarzen Platzes gegenüber, auf dem bislang nur Autos parken, denkt Kronemayer an einen Architektenwettbewerb im ersten Halbjahr 2022. Die Fachleute könnten ihre Entwürfe an verschiedenen Ständen vor Ort zur Diskussion mit den Bürgern stellen und die ihrerseits Vorschläge einbringen. Der Ortschef verspricht sich von diesem Vorgehen relativ schnell brauchbare Ergebnisse als Entscheidungsbasis. Abgeguckt hat er sich das aus Landau, wo der Weißquartierplatz nach dem gleichen Verfahren aufgewertet werden soll.

Mit den Arbeiten zur Errichtung des Kreuzungsbahnhofs wird es wohl auch dieses Jahr losgehen. „Ich habe nichts Gegenteiliges gehört“, sagt Kronemayer zu dem Großprojekt, bei dem der eingleisige Haltepunkt einen zweiten Schienenstrang bekommen soll, um bessere Zugverbindungen zu schaffen. Mit der Umgestaltung der Weinstraße, die unter anderem breitere Gehwege erhalten soll, werde der Landesbetrieb Mobilität hingegen vermutlich frühestens 2023 beginnen. Für die weitere Sanierung der Wirtschaftswege habe die Gemeinde Förderanträge gestellt. „Da warten wir erst einmal ab. Wir bauen nur aus, was bezuschusst wird“, erklärt Kronemayer.

Wohnbauprojekt am renaturierten Eckbach

Gescheitert sei wohl das Mehrfamilienhaus-Projekt am nördlichen Ortseingang neben der Barbarossa-Filiale, zu dem mehrmals unprofessionelle Pläne vorgelegt wurden. Der Rat wird sich aber mit einem anderen größeren Projekt eines privaten Investors beschäftigen, und zwar am renaturierten Eckbach. In der einstigen Eselsmühle und späteren Malzfabrik, ein Anwesen Am Mühlbach, das 1980 an Schiffer & Nicklaus aus Grünstadt verkauft wurde, sollen 40 Wohnungen entstehen. „Ich habe einen guten Eindruck vom Bauträger“, sagt Kronemayer zu dem Vorhaben, das bislang nur nichtöffentlich beraten wurde. Er sei „sehr gespannt“ auf den Bauantrag, dessen Vorlage er demnächst erwartet.

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