Grünstadt Überwiegend kritisch

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Grünstadt. Die Internationale Handball-Föderation (IHF) hat zum 1. Juli 2016 fünf Regeländerungen beschlossen. Noch gibt es keine finale Anweisung des Deutschen Handball Bundes, ob diese neuen Regeländerungen in allen Leistungsklassen angewandt werden müssen. Eine Abweichung davon wäre allerdings eine Überraschung.

Matthias Seibert, Trainer der Herrenmannschaft der SG Asselheim-Kindenheim, Sina Graf von den Damen der HR Göllheim-Eisenberg sowie Johannes Finck, Trainer der Herren der „Nordpfälzer Wölfe“, bewerteten die neuen Regeln. Torwart als Feldspieler: Der Torwart kann als siebter Feldspieler eingesetzt werden. Diese Regeländerung erlaubt es dem Trainer, einen zusätzlichen Angriffsspieler, der allerdings nicht die Funktion des Torhüters ausüben darf, für den Torhüter einzusetzen. Neu ist, dass dieser im Spielfeld nicht gesondert gekennzeichnet werden muss. Für Johannes Finck bietet diese Änderung weitere taktische Möglichkeiten. „Positiv ist, dass der zur Auswechsellinie nächste Spieler mit dem Torhüter wechseln kann.“ Er schränkt aber ein, dass dies in den unteren Leistungsklassen eher nicht zum Tragen kommen wird. Dies sieht auch Matthias Seibert so: „Ich bezweifle, dass dies in der A- oder B-Klasse angewendet werden wird.“ Verletzter Spieler: Ein verletzter Spieler muss das Spielfeld verlassen, nachdem er auf dem Spielfeld medizinisch behandelt wurde, und darf es erst wieder betreten, wenn seine Mannschaft drei Angriffe abgeschlossen hat. Alle drei Trainer stehen dieser Änderung wenig positiv gegenüber. „Generell sind alle Regeländerungen nur schwer in den unteren Klassen umzusetzen. Dies bedeutet eine zusätzliche Überforderung der Schiedsrichter und in diesem Fall auch von Zeitnehmer und Sekretär“, meint Seibert. Diese sind es nämlich, die überwachen müssen, wie viele Angriffe ein betroffener Spieler ausgesetzt hat. Wird er früher eingesetzt, ist dies mit einer Zeitstrafe zu ahnden. Sina Graf bestätigt: „Das ist eine Katastrophe.“ Johannes Finck glaubt, dass „sowieso nur wenige Spieler so unsportlich waren und Verletzungen vortäuschten“. Dies zu verhindern ist nämlich die Motivation für die Regeländerung. Passives Spiel: Nach der Anzeige des Vorwarnzeichens hat die vorgewarnte Mannschaft insgesamt sechs Pässe zur Verfügung, um auf das Tor zu werfen. Diese Regeländerung sei grundsätzlich in Ordnung, befinden die drei Übungsleiter, wobei Seibert ergänzt, dass der Ermessensspielraum der Schiedsrichter zu groß sei, wann überhaupt auf passives Spiel zu erkennen ist. Letzte Minute: Der Wortlaut „letzte Spielminute“ in den Regeln wird durch die „letzten 30 Sekunden des Spiels“ ersetzt. In den letzten 30 Sekunden eines Spieles werden bestimmte Fouls mit einer Roten Karte und Strafwurf bestraft. Ziel ist es, in den entscheidenden Phasen unsportliches Verhalten und schwerwiegende Fouls zu unterbinden. Johannes Finck „hätte dies bei der letzten Minute“ belassen, findet es aber vertretbar. Gleiches gilt für Sina Graf, die allerdings befürchtet, dass der Schiedsrichter nun in die Rolle eines „Spielentscheiders“ gerückt werden könnte. Blaue Karte: Die Schiedsrichter haben zusätzlich zur Gelben und Roten auch eine Blaue Karte zur Verfügung, um bei einer Disqualifikation eines Spielers für mehr Klarheit zu sorgen. Wenn die Schiedsrichter die Blaue Karte zeigen, wird ein schriftlicher Bericht in den Spielbericht aufgenommen, und die Disziplinarkommission ist für weitere Maßnahmen verantwortlich. Bisher teilten die Schiedsrichter dies statt mit einer Blauen Karte dem Schiedsgericht und den Mannschaftsverantwortlichen verbal mit. Es sind sich alle Übungsleiter einig, dass die Neuerung unnötig sei, da die Schiedsrichter bislang auch kommuniziert haben. „Das kann nur zu Verwirrungen führen“, befürchtet Matthias Seibert. (mhh)

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