Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Laufen im Leiningerland: Zu Gast in drei Ortschaften

Die Grünstadter Hockeyroute.  Grafik: Dostal
Die Grünstadter Hockeyroute. Grafik: Dostal

Marco Bergmann ist Spielertrainer der Hockeyherren vom VfR Grünstadt. „Meinen Jungs sage ich immer, zweimal Training pro Woche am Stock reicht nicht, ihr müsst individuell noch was machen.“ Kein Wunder also, dass er schon lange Laufsport-Fan ist. 9,5 Kilometer ist eine seiner Lieblingsstrecken lang, die mittlerweile auch seine Spieler regelmäßig laufen.

Marco Bergmanns Leidenschaft ist der Hockeysport – es überrascht somit keineswegs, dass eine seiner Lieblingsstrecken, die er die „Hockeyroute“ genannt hat, auf dem Kunstrasenplatz der Rudolf-Harbig Anlage im Grünstadter Norden beginnt. „Wir laufen diese fast zehn Kilometer lange Strecke gerne mal mit der Mannschaft in der Vorbereitungsphase, dann brauchen wir zirka 50 Minuten dafür“, berichtet Bergmann. Aber auch zum Regenerieren nutze er die Route, „dann natürlich etwas gemächlicher“.

Direkt nach dem Start geht es über einen Feldweg in das Neubaugebiet Battenbühl in Asselheim. Am Kreisel wird schließlich die Weinstraße überquert. Weiter geht es über die Kappelstraße in Richtung des Dorfangers des Weinbauörtchens. Dann gilt es schon das erste mal, Ausdauer zu beweisen. Denn von dort aus geht es eine ganze Weile bergauf. Bereits zu Beginn der Steigung gibt es laut Bergmann ein erstes Gebäude zu sehen, dass von Bedeutung für den Grünstadter Hockeysport ist: die alte Grundschule von Asselheim. Im Jahr 1996 war demnach der Rekordnationalspieler Heiner Dopp zu Gast in der Schule und brachte den Kindern seinen Sport nahe. Warum sich Bergmann daran erinnert? „Ich war unter den Schülern.“ Dopps Besuch hinterließ einen bleibenden Eindruck. „Ich war sofort begeistert vom Schnuppertraining und bin seitdem im Hockey aktiv.“

Treffpunkt der Hexenmänner

Zurück auf die Strecke: Das nächste Ziel ist der Asselheimer Friedhof, weniger Meter vorher befindet sich rechterhand eine weitere Örtlichkeit, die dem Hockeysport verbunden ist. Denn laut Bergmann hat David Mian, der 1990 und 2019 mit den Grünstadter Hockeyherren in die Oberliga aufgestiegen ist, hier zusammen mit den Asselheimer Hexenmännern ein Grundstück gepachtet. Dort würden sie sich jeden Donnerstag zum Plaudern treffen – egal bei welchem Wetter.

Mittlerweile hat Bergmann auf seiner Laufroute den Friedhof hinter sich gelassen, biegt nach rechts ab und nimmt Obrigheim ins Visier. Über eine Brücke geht es über die Weinstraße, immer weiter geradeaus trifft Bergmann auf die Grundschule Obrigheim. Von dort aus führt die 9,5 Kilometer lange Strecke in Richtung Bahnhof Albisheim. Kurz vor dem Bahnhof geht es nach links, über den Bahnübergang an der Heidesheimer Straße weiter zum Rock-im-Hinterland-Gelände am alten Sportplatz von Obrigheim. 1982 wurde das Festival erstmals von fünf Freunden organisiert. Ihre Idee: ein Fest abseits der Zivilisation feiern, wo es keinen stört. Bands, die gegen eine kleine Bierpauschale auftreten wollten, waren laut den Veranstaltern dann auch schnell gefunden – und betraten schließlich die selbst gezimmerte Bühne. Mittlerweile hat es sich zu einem zweitägigen, professionell organisierten Festival mit rund 5000 Besuchern entwickelt, das Fans aller Rocksparten gleichermaßen begeistern dürfte. Der sogenannte Stoppelacker wird aber auch noch anderweitig genutzt: Aktuell trainiert der Bogenschützen-Verein auf dem Gelände. Ausnahmsweise fällt Bergmann zu diesem Sportplatz keine Anekdote aus seinem Sportlerleben ein: „Seit ich mich entsinnen kann, ist dieser Sportplatz nicht mehr in Betrieb“, sagt er. Ein Tipp von Bergmann am Rande: Samstags und sonntags gibt es im unweit vom Sportplatz gelegenen Landcafé selbstgebackenen Kuchen.

Durch die Hockeyhochburg

Vor dem Vergnügen steht aber bekanntlich die Arbeit. Und deshalb geht es vom alten Sportplatz rund 100 Meter geradeaus bis zur Brücke über die Grünstadter Umgehungsstraße. Damit kommt das Ziel langsam aber sicher näher. Ab dem Bauernhof von Hans Tisch geht es schrittweise zurück auf das Grünstadter Stadtgebiet. Das Viertel Schlachthofstraße/Colgensteiner Weg kann laut Bergmann guten Gewissens als Hockeyhochburg bezeichnet werden. „Sechs meiner Spieler wohnen hier, also eine ganze Hallenhockeymannschaft“, erklärt er und lacht. Und auch der VfR-Vorsitzende Karlheinz Schneider hat hier seine Heimat.

Nachdem die Bahngleise passiert wurden, geht es vor dem Peterspark nach rechts. „An dieser Stelle gebe ich immer das Rennen frei und die Jungs dürfen auf den letzten 800 Metern um den Sieg sprinten“, beschreibt der Hockeytrainer das Finale seiner Route. Nun kann auch das Ziel nicht mehr verfehlt werden. Denn direkt geradeaus liegt die Rudolf-Harbig-Anlage. „Hier stellt sich dem Läufer dann noch eine letzte Frage vor dem Zieleinlauf“, weiß Bergmann: „Kurz, aber schmerzhaft für die Oberschenkel über die Holzbrücke oder den 200 Meter längeren, dafür jedoch flacheren Weg über den Bahnübergang nehmen?“

Übrigens: Wer die 9,5 Kilometer lange Strecke läuft, überwindet 143 Höhenmeter und ist zu Gast in drei Ortschaften: Grünstadt, Asselheim und Obrigheim.

Daten zur Hockeyroute Grünstadt

Streckenlänge: 9,5 Kilometer

Höhenmeter: 143 Meter

Geeignet für: Fortgeschrittene

Boden: komplett asphaltiert

Parken: Parkplatz an der Rudolf-Harbig-Anlage in Grünstadt

Anreise mit dem ÖPNV: Bahnhaltestelle „Grünstadt Nord“

Die Serie

In unserer Serie „Laufen im Leiningerland“ stellen wir Laufstrecken in Grünstadt und dem Leiningerland vor. Dabei ist sowohl für Anfänger, Fortgeschrittene als auch geübte (Marathon)-Läufer etwas.

Hat schon lange neben seiner Leidenschaft Hockey den Laufsport für sich entdeckt: Marco Bergmann. Archivfoto: Paul
Hat schon lange neben seiner Leidenschaft Hockey den Laufsport für sich entdeckt: Marco Bergmann. Archivfoto: Paul
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