Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Laufen im Leiningerland: Quer durch den Früchtegarten

Die „Obstroute“
Die »Obstroute« Grafik: dostal

Der Tierliebhaber und zweifache Hundebesitzer Stefan Baust geht regelmäßig in seinem Heimatdorf Obersülzen mit seinen Vierbeinern laufen. Seine Lieblingsstrecke, die für Einsteiger geeignet ist, nennt er nicht ohne Grund „die Obstroute“.

Auf die Frage, ob er einen Namen für seine Lieblingsstrecke hat, die er fast täglich läuft, hat Stefan Baust erstmal keine Antwort. Aber dann kommt spontan: „Die Obstroute.“ Eines Vorweg: Der Name hat seine Berechtigung, wie der Verlauf der 4,5 Kilometer langen Laufstrecke zeigt.

Ausgangspunkt der Einsteigerroute ist der Ortsausgang von Obersülzen in Richtung Laumersheim. Baust, der selbst im Ortskern wohnt, fährt immer mit dem Auto zum Start. „Allerdings erst, seit meine Hunde nicht mehr so fit sind“, berichtet er.

Berühmte Apfelbaumplantagen

Parkmöglichkeiten gibt es am Rande der Landstraße (L454) oder im Wohngebiet, beispielsweise in der Straße „Am Zollstock“. Dann führt die Route in südlicher Himmelsrichtung von der Straße „Am Zollstock“ hinein in die landwirtschaftlichen Flächen. „Nach wenigen Metern erreicht man die für Obersülzen berühmten Apfelbaumplantagen“, erläutert der 54-Jährige. Bis vor wenigen Jahren habe der in Obersülzen ansässige Obsthof Schumann die Flächen bewirtschaftet. Da jedoch keines der vier Kinder des Apfelunternehmers Schumann den Hof übernehmen wollte, habe ein neuer Bauer gefunden werden müssen. Mittlerweile werden die Obstbäume vom Obsthof Puder aus Laumersheim bewirtschaftet.

„Ich hätte die Felder gerne übernommen, das ist doch etwas Tolles, ein solches Produkt heranreifen zu sehen“, gibt Baust zu, der den Anblick der Plantagen aber weiterhin während seiner Jogging-Runden genießt.

Begeisternde Aussicht

Aber zurück auf die Strecke: Nach rund einem Kilometer macht die Tour einen Schwenk nach Westen, immer noch gesäumt von Apfelbäumen. „Eigentlich kann man in diesem Obstwald in jede Richtung laufen, überall ist es wunderschön,“ sagt Baust und sieht sich wenige Hundert Meter weiter bestätigt. Denn zu den Äpfeln gesellen sich Pflaumenbäume.

Langsam aber sicher eröffnet sich dann das Panorama von Laumersheim. Ist es gänzlich zu sehen, geht es für den Läufer in Richtung Osten. „Die Aussicht auf diesem Abschnitt ist auch einer der Gründe, warum die Route meine Lieblingsstrecke ist“, berichtet Baust, der beim VfR Grünstadt Hockey spielt.

Mittlerweile hat er wieder Obersülzen ins Visier genommen, nach rund 800 Metern geht es Richtung Norden in den Ort hinein. „Am Wegesrand gibt es Mirabellenbäume“, weiß Baust. Die gelbe Zwetschge, wie sie oft im Volksmund genannt wird, könne dem Läufer im August und September als vitaminreicher Energiespender dienen.

Pfälzer Kulturgut

Die Hälfte der Strecke ist nun längst geschafft, Baust steuert auf die Landstraße zu und überquert sie. „Hier taucht man dann in eine andere Früchtewelt ein“, sagt er und lacht. Denn der letzte Kilometer sei gesäumt vom Pfälzer Kulturgut Weinrebe. Diese begleiten den Läufer dann Richtung Ziel: Kurz vor Obersülzen geht es nach rechts zurück zum Ausgangspunkt. Dort angekommen hat Baust noch einen Tipp für Läufer, die Lust haben, die Strecke häufiger zu laufen: „Es können viele eigene Variationen innerhalb des Obstgebiets ausprobiert werden. Verlaufen ist quasi ausgeschlossen.“

Zur Sache: Daten zur Laufstrecke „Obstroute“

Streckenlänge: 4,6 Kilometer

Höhenmeter: 40 Meter

Geeignet für: Einsteiger

Parken: „Am Zollstock“ in Obersülzen

Die Serie

In unserer Serie „Laufen im Leiningerland“ stellen wir Laufstrecken in Grünstadt und dem Leiningerland vor. Dabei ist sowohl für Anfänger, Fortgeschrittene als auch geübte (Marathon)-Läufer etwas geboten.

Stefan Baust nimmt seine Hunde stets zum Laufen mit.
Stefan Baust nimmt seine Hunde stets zum Laufen mit. Archivfoto: ata
x