Fußball
Zwischenbilanz: Nach Trainerwechsel läuft es beim VfR Frankenthal besser
25 Punkte hat der VfR Frankenthal aus den bisher absolvierten 20 Spielen geholt. Damit steht er vier Punkte über dem ersten möglichen Abstiegsplatz, den aktuell der SV Weisenheim am Sand (21) belegt.
Trotz des positiven Einstands bleibt Randazzo deshalb demütig. „Es ist alles eng in der Tabelle“, weiß der Coach, der mindestens bis Saisonende Trainer bleiben wird, dass der VfR noch lange nicht gerettet ist. Vielleicht wurde der VfR auch deswegen im Winter aktiv auf dem Transfermarkt. Mit Michael Schreier (SG Edigheim), Paul Schröder und Daniel Heise (beide DJK Eppstein) holte Randazzo drei Neue. Sie dürften vor allem für die Breite des Teams wichtig sein. Allzu viel wollten die Verantwortlichen nicht verändern. Verlassen hat den VfR Calin Ierenciuc, der sich dem A-Klassenvertreter TuS Dirmstein angeschlossen hat.
Abgang von Führungsspielern
Es war schon vor der Saison absehbar, dass es für den VfR Frankenthal schwierig werden könnte. War der Klub im Vorjahr lange Zeit auf Aufstiegskurs, so richtete sich der Blick der Verantwortlichen dieses Mal von Anfang Richtung untere Tabellenhälfte. Ex-Trainer Martin Wohlschlegel standen im Gegensatz zur vorausgegangenen Spielzeit einige Führungsspieler nicht mehr zur Verfügung, die sich im Sommer vom Verein verabschiedet hatten. Offensivtalent Bastian Hommrich wechselte in die Oberliga zu Arminia Ludwigshafen, Nexhat Hajra zum FC Arabia in die C-Klasse und auch die beiden Verteidiger Patrick Corell und Uwe Rebholz (beide zu Schwarz-Weiss Frankenthal, A-Klasse) verließen den Verein. Somit veränderte sich „das Gesicht“ des Teams komplett.
Auf Ersatz von extern verzichtete der VfR fast komplett. Noch schwieriger gestaltete sich die Arbeit von Wohlschlegel durch zahlreiche Verletzungen. „Es hat nie dieselbe Elf gespielt“, sagt Spielertrainer Matteo Randazzo über den Start in die Saison. Die Konsequenz: Unter Wohlschlegel feierte der VfR nur zwei Erfolge in zwölf Spielen und stand auf einem Abstiegsplatz. Die Vielzahl an Problemen und der sportliche Misserfolg waren die Gründe dafür, dass sich Wohlschlegel – zusammen mit den sportlich Verantwortlichen – dazu entschieden hat, den Posten als Trainer beim VfR abzugeben.
Kein Selbstvertrauen
„Das Selbstvertrauen war gar nicht mehr da“, verrät Randazzo, der Ende Oktober das Traineramt übernahm. Der neue Coach wusste, wie er das Team zu nehmen hatte, schließlich hatte er die meisten Spieler bereits in der A-Jugend trainiert. Für ihn sei das ein Pluspunkt gewesen, da die Mannschaft wisse, wie er als Trainer ticke, erklärt der junge Coach.
Der Schritt von Wohlschlegel zu Randazzo zahlte sich für den Bezirksligisten aus. Gleich die erste Partie, in der er das Sagen hatte, gewann der VfR gegen die SG Edigheim. Es folgte ein weiterer Erfolg gegen den – bis dato ungeschlagenen – Spitzenreiter aus Mutterstadt. „Die haben bis heute nur dieses eine Spiel verloren“, fügt Randazzo nicht ohne Stolz an.
Mit seiner emotionalen Art an der Seitenlinie sorgte er dafür, dass der VfR in der Tabelle wieder kletterte. Aus acht Begegnungen holte die Mannschaft unter dem neuen Übungsleiter 14 Punkte. Zum Jahresende feierte Randazzo seinen vierten Sieg, auswärts in beim FV Freinsheim. Mit 4:0 bezwang der VfR den Konkurrenten. „Das hört sich gut an. Aber unsere Chancenverwertung war dennoch mau“, befand der Trainer.
Samuel Walz bester Schütze
Die Philosophie, auf junge Spieler aus der eigenen Talentschmiede zu setzen, wollen Randazzo und Co. nicht aufgeben. Mit gutem Grund. Ein Akteur, der auch aus der Jugend des VfR stammt, ist Offensivmann Samuel Walz. Der 22-jährige Bäcker ist nach den Abgängen von Hommrich und Hajra enorm wichtig für den VfR geworden. Er erzielte bisher 14 Treffer und belegt in der Torjägerliste der Liga Platz vier. Besonders gegen Ende der Runde, also als Randazzo bereits Trainer war, sorgten er Yannick Busljeta (6 Tore) und Oguzhan Lozan (9) oftmals für den Unterschied.
In der Rückrunde dürfte der Druck also erneut auf den Youngsters lasten. Zu viel Wert auf Erfahrung legt Randazzo nicht. Vom spielerischen Potential seiner Mannschaft ist der Übungsleiter überzeugt. Ob sich der Mut auszahlt, bleibt abzuwarten.