Frankenthal Zur Sache: Erfolgreiche Strategie gegen Lärm und Langeweile
Sein erster Eindruck, als er 1985 zum ersten Mal in diesen Stadtteil kam, seien die Hochhäuser gewesen, sagt der protestantische Gemeindediakon Ralf Zeeb. Da habe er gedacht: „Schnell wieder weg.“ Jetzt sei er gefühlt schon ewig hier. Zeeb war daran beteiligt, als Ende der 1990er-Jahre die Stadtteilkonferenzen ins Leben gerufen wurden, bei denen öffentlich Themen angesprochen wurden, die den Bewohnern unter den Nägeln brannten. Ganz vorne dabei waren in den Anfangsjahren die Situation auf und um den Jakobsplatz und die Angebote für Jugendliche im Pilgerpfad. Beschwerden der Anwohner rund um den Jakobsplatz über den von Jugendlichen ausgehenden Lärm hatten zugenommen. Die beiden Kirchengemeinden des Ökumenischen Gemeindezentrums (ÖGZ) übernahmen mit dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt die Initiative und holten alle Beteiligten an einen Tisch. Der Austausch war intensiv, in der Folge beruhigte sich die Lage jedoch wie gewünscht. Mit dazu beigetragen haben dürfte nach Ansicht von Zeeb die Eröffnung des Jugendcafés im alten DJK-Heim. 2008 feierten alle Beteiligten das zehnjährige Bestehen der Stadtteilkonferenzen, die aber zugleich in der Folge in anderer Form einberufen wurden. Sie sind seitdem als sogenannte Fachkonferenzen nicht mehr öffentlich. Es habe Bedenken gegeben, ob die Öffentlichkeit den einen oder anderen Teilnehmer daran hindere, frei zu sprechen, sagt Ralf Zeeb, der die Stadtteilkonferenzen anfangs moderierte. „Ich hatte Bedenken, dass die Fachkonferenzen mit der Zeit einschlafen, aber diese Treffen laufen erstaunlich stabil weiter“, sagt Zeeb. Etwa zweimal im Jahr trifft man sich unter Beteiligung von Vertretern der Polizei, der Schulen, der Kirchengemeinden der Arbeitsgemeinschaft Frankenthal-Süd, von Parteien und der Stadt. Zum zehnjährigen Bestehen der Stadtteilkonferenzen zog der damalige katholische Pfarrer im ÖGZ, Joachim Feldes, eine positive Bilanz in der RHEINPFALZ: Die Konferenzen hätten wesentlichen Anteil daran, Konflikte im Pilgerpfad zu entschärfen. Dem stimmte der damalige Sozialdezernent Günter Lätsch (FWG) zu. Zu diesem Zeitpunkt gab es nach Ansicht von Polizei und Ordnungsamt im Pilgerpfad kaum mehr Probleme als in anderen Stadtteilen. |nt