Frankenthal
Zurück zu den Wurzeln: Baugesellschaft will bauen und Projekte entwickeln
Michael Schäfer, seit Mitte 2019 im Gespann mit dem früheren kaufmännischen Prokuristen Ulrich Gierens Geschäftsführer der Baugesellschaft Frankenthaler (BGF), spricht von einer „Reise“, auf die sich das Unternehmen unter der neuen Führung begeben habe. Nach Jahren, in denen die BGF sich vor allem auf die Verwaltung ihres stattlichen Bestands von mehr als 1800 Wohnungen konzentriert hat, möchte Schäfer wieder „in Frankenthal und der Region Wohnraum schaffen“ – bauen, Projekte entwickeln.
Der Grund für diese veränderte Ausrichtung ist, wie der Immobilienfachwirt erklärt, ganz schlicht: „Wir sehen den Bedarf.“ Die Rolle der Baugesellschaft könne abhängig vom jeweiligen Objekt variieren: von der reinen Tätigkeit als Bauträger mit anschließender Vermarktung als Eigentumswohnungen über das Ergänzen des eigenen Mietwohnungsbestands bis hin zur Übernahme von Dienstleistungen als Verwalter für eine Wohneigentümergemeinschaft.
50 geförderte Wohnungen
Als Beispiel für den Schwenk in der Geschäftspolitik nennt Schäfer neben der Investition im Richard-Wagner-Ring das Vorhaben „In den Moltersgärten“ Großniedesheim, wo die BGF erstmals wieder in größerem Stil als Projektentwickler aufgetreten und Wohnungen sowohl vermietet als auch verkauft hat. Eine weitere größere Investition steht im Pilgerpfad an, wo die Immobilien Albrecht-Dürer-Ring 1h und 3 g/h erweitert werden sollen. Die vorgeschlagene Dimension sei aus seiner Sicht „in der Gestaltung gelungen“ – mit Flachdach und Niedrigenergiestandard.
Ob und wie die Baugesellschaft wieder ins staatlich geförderte Bauen einsteigt, lassen Michael Schäfer und Ulrich Gierens im RHEINPFALZ-Gespräch offen. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, bezahlbaren Wohnraum anzubieten.“ Wenn dem Unternehmen ein Projekt angeboten werde, dann prüfe man, „ob wir ein Konzept dafür haben“. Im Bestand der BGF sind aktuell noch 50 geförderte Wohnungen. „Die Nachfrage ist aber relativ gering“, sagt Gierens. Für Schäfer gilt das Prinzip: „Der Markt sagt uns, was gefragt ist.“
Trend zu kleineren Einheiten
Das sind nach Einschätzungen der Manager eher kleinere Wohnungen. Als „bezahlbar“ betrachten die Geschäftsführer der von den Stadtwerken Heidenheim dominierten Gesellschaft 8,50 Euro Kaltmiete – im Albrecht-Dürer-Ring „etwas darunter“. Ein Vorhaben müsse in seiner Gesamtbetrachtung „wirtschaftlich darzustellen“ sein, denn in Gebäude nach aktuellem Standard werde eben auch einiges an Technik – Schäfer nennt es „Intelligenz“ – reingepackt.
Wie sich die Immobilienbranche und damit auch das Geschäft der Baugesellschaft unter dem Einfluss von Corona entwickelt, dazu geben sich die Geschäftsführer zurückhaltend optimistisch. Es gebe sehr viele Meinungen im Markt. Zunächst einmal seien die Transaktionssummen nicht deutlich zurückgegangen. Sollte die Wirtschaft nach einem kurzen Stottern des Konjunkturmotors wieder anspringen, dann gehe es auch auf dem Wohnungssektor weiter.
„Keine Konkurrenz“
Mit einer Nachricht hatte die Muttergesellschaft der BGF in Frankenthal Anfang des Jahres für Aufhorchen gesorgt: Mit der FT Energiepartner GmbH hat eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Heidenheim ihren Sitz nach Frankenthal verlegt. Mit den Geschäftsfeldern Instandhaltungsmanagement und bundesweiter Energievertrieb stelle dies aber „keine Konkurrenzveranstaltung“ zum hiesigen Versorger, den Stadtwerken Frankenthal dar, sagte Michael Schäfer auf Nachfrage.
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