Frankenthal Wenn der Paartherapeut dreimal klingelt

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Mit dem heiteren Boulevardstück „Ein Herz im Gepäck“ von Sam Bobrick gibt der Frankenthaler Waldorfschullehrer Gonzaga Alvarez sein Regiedebüt beim Theaterkreis Bobenheim-Roxheim. Premiere feiert die Winterproduktion am Samstag, 21. Januar, im vereinseigenen Hoftheater „Hasch Masch“.

„Ich habe mir schon lange gewünscht, mal wieder ein Stück mit Erwachsenen zu machen“, erzählt Gonzaga Alvarez und schmunzelt. Diesen Wunsch konnte sich der gebürtige Kolumbianer nun in der Zusammenarbeit mit dem Theaterkreis Bobenheim-Roxheim erfüllen. Der Kontakt entstand über die Tochter eines Vereinsmitglieds, die er aus der Schule kennt. Denn eigentlich lehrt Alvarez an der Waldorfschule in Frankenthal Eurythmie und betreut dort die Theaterprojekte der Oberstufenschüler. Bei „Ein Herz im Gepäck“ kann er den pädagogischen Ansatz mal vergessen und sich ganz auf die künstlerische Substanz des Stücks konzentrieren – und die besteht vor allem in den dynamischen Dialogen der vier Darsteller. Das große Thema in diesen Gesprächen ist die Liebe. „Alle vier haben ein etwas unentspanntes Verhältnis zur Liebe“, erklärt Co-Regisseur Helmut Dries. Da wäre zum einen Phyllis Novak (Alexandra Colaric) – lebenslustig, emanzipiert, mit „akutem Neugierproblem“ –, die dank dieses Problems und der Macht des Zufalls auf Bradley Naughton (Walter Spille) – langweilig, humorlos, frisch verlassen – trifft. Die beiden wagen ein Experiment und gehen miteinander aus. Wenn dann noch Phyllis’ Freundin Mitzi Cartright (Ramona Lisowski/Angela Hölder), die ihrerseits schon drei Ehen hinter sich hat, und Paartherapeut Dr. Jonathan Alexander (Daniel Fuchs) ihren Senf dazu geben, kann man sich vorstellen, dass es da einiges zu bereden gibt. „Den vielen Text zu lernen, war richtige Fleißarbeit“, lobt Helmut Dries die Schauspieler, die seit Oktober proben. Regisseur Alvarez gefällt die Dramaturgie des Stücks, die Handlung, die sich im Laufe der Gespräche entwickelt. Autor Sam Bobrick sei es dabei vor allem gelungen, immer wieder neue Impulse zu setzen, damit man nicht in der Dichte der Dialoge erstickt. Co-Regisseur Dries lobt auch den neuen Regisseur: „Er ist mit absoluter Energie dabei, man merkt, dass er für das Theater brennt.“ Vor allem aber merke man an seiner akribischen Arbeitsweise, dass er eigentlich gelernter Schauspieler ist. Studiert hat Alvarez in seiner südamerikanischen Heimat an der Universität in Cali. Nach seinem Studium leitete er Projekte mit Jugendlichen. Vor allem im Hinblick auf die hohe Kriminalitätsrate in Kolumbien wollte er den Jugendlichen mit der Bühnenarbeit eine neue Perspektive geben. Die Arbeit mit dem Theaterkreis Bobenheim-Roxheim habe ihm viel Spaß gemacht. Einer weiteren gemeinsamen Produktion sei er nicht abgeneigt – „je nachdem, wie es sich mit Privatleben und Arbeit vereinen lässt“. Auch Dries sieht einer weiteren Zusammenarbeit positiv entgegen. Termin Premiere von „Ein Herz im Gepäck“ ist am Samstag, 21. Januar, um 20 Uhr im Hoftheater „Hasch Masch“ in Bobenheim-Roxheim. Karten gibt es unter Telefon 0151 23763237 oder im Internet auf der Homepage www.theaterkreis1975.de.

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