Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtsmarkt: Mit Verlauf und Verkauf sehr zufrieden

Bei Karussellbetreiber Michael Jockers lief’s rund.
Bei Karussellbetreiber Michael Jockers lief’s rund.

Zufriedene Standbetreiber auf dem Weihnachtsmarkt auf Rathausplatz und Kornmarkt – das ist kurz die Bilanz, die Marktmeisterin Lara Hellwig zieht. Das Wetter habe mitgespielt, die Freitage seien stark besucht gewesen. Und die begehbare Kugel wurde gut angenommen.

Nach dem Regen während des Weihnachtsmarkts im vergangenen Jahr sind alle froh, dass es diesmal so gut gelaufen ist. Ein Betreiber habe sogar vom besten Markt seit 30 Jahren gesprochen, erzählt Hellwig. „Wir sind froh, dass alles so gelungen ist. Vor allem in Hinblick auf Magdeburg“, sagt Frankenthals Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) ernst. Dort war am Abend des 20. Dezember ein Auto in den Weihnachtsmarkt gefahren und hatte fünf Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. In Frankenthal sei die Besucherzahl deshalb nicht gravierend geringer geworden. Man habe höchste Priorität in die Sicherheit gelegt, nach dem Vorfall sogar zusätzliche Maßnahmen ergriffen, berichtet Knöppel. „Zum Kommunalen Vollzugsdienst haben wir noch einen Security-Dienst beauftragt und erhöhte Polizeipräsenz gezeigt“, sagt er weiter.

Neben Schaustellerbetrieben und den drei gewerblichen Hüttenmietern waren vier weitere, sogenannte Aktionshütten mit einem abwechslungsreichen Angebot vertreten. Die Hütten werden laut Hellwig zu attraktiven Mietpreisen an Bewerber mit unterschiedlicher Nutzungsdauer vergeben. „Darunter waren Fördervereine von Kitas, Hobbykünstler oder gar Lions- und Rotary Club, die sich beide für das Wohl anderer einsetzen“, zählt die Marktmeisterin auf.

Viel „eigene“ Musik

Bei der Eröffnung mit dem Schülerchor auf der Bühne sei sehr positive Resonanz seitens der Besucher gekommen, weiß der Bürgermeister. Während des Weihnachtsmarkts hatten Mitsingaktionen, Chöre, Musikgruppen örtlicher Schulen und der Musikschule Gäste angezogen, ebenso eine Zaubershow. „Auch bei den Riding Santas war es ganz schön voll“, erinnert sich Knöppel an die Aktion der Nikoläuse auf Motorrädern, die Spenden für das Kinderhospiz Sterntaler eingeworben haben. Kirchenkonzerte in der Dreifaltigkeitskirche sowie die „Tanzenden Engel“, die seit 30 Jahren die Zuschauer mit ihren leichtfüßigen Auftritten in weihnachtliche Stimmung versetzen, ziehen ebenfalls stets zahlreiche Gäste an.

Und auch auf den Adventskalender, den die Kitas ab dem 1. Dezember an den Rathausfenstern schmücken und erleuchten, weist Hellwig in ihrer Bilanz hin. „Es schafft so eine schöne Atmosphäre“, freut sie sich. Und sei von der Stadtverwaltung alleine nicht zu stemmen. „Im Januar oder Februar werden wir eine Nachbetrachtung machen und Ideen, die an uns herangetragen wurden, besprechen“, stellt Knöppel in Aussicht.

Zur Sache: Verkaufsschlager und Spezialitäten

Bei Sonia Reuss gab es praktische und dekorative Geschenke mit und ohne die Pfälzer „Dubbe“. Zum fünften Mal hat sie Pfälzer Artikel angeboten, vom Herrenslip über Dubbetasse bis hin zu beleuchteten Stehtischen. „Mein Geschäft lief sogar sehr gut“, freut sie sich. Das habe vor allem am Wetter gelegen. Aber auch die Beleuchtung am Markt werde immer schöner, findet sie. Als Verkaufsschlager haben sich bei der Limburgerhoferin Christbaumkugeln mit Dubbe und ebensolche Weinstielgläser erwiesen. An den Tag nach dem Anschlag in Magdeburg denkt Reuss noch immer zurück. „Ich fand es wirklich toll vom Oberbürgermeister, dass er eine Gedenkminute eingelegt hat. Das war nicht bei jedem Weihnachtsmarkt der Fall“, weiß Reuss. Sie sei so betroffen gewesen, dass an ihrem Stand sämtliche Lichter ausgeblieben seien. Besucher habe der Anschlag nach ihrer Einschätzung aber nicht am Kommen gehindert.

Bei Michael Jockers, Inhaber des Kinderkarussells, lief das Geschäft ab 16 Uhr immer recht gut. „Am Familientag, dem Sonntag, besonders“, resümiert er. Seine Familie ist seit 1901 im Schaustellergewerbe tätig. Jockers fühlt sich mit Frankenthal besonders verbunden, da sich die Familie einst hier niedergelassen hatte, wie er berichtet. Bei Johannes Misskam, Juniorchef des gleichnamigen Weinguts, wird der Glühwein aus Dornfelder Rotwein gemacht. Stärkere Nachfrage als bisher hatte er bei alkoholfreiem Glühwein zu verzeichnen. Für nächstes Jahr stellt er diese Variante noch als „Weißen“ in Aussicht. Das Angebot sei eine Alternative zum Kinderpunsch, meint er.

Die letzten beiden Weihnachtsmarktwochen hatte Reinhard Schoninger eine der Aktionsbuden belegt, mit seinem Hobby, dem Flechtwerk von Tabletts, Brotkörbchen und Stifthaltern war er zum zweiten Mal dabei. „Mein Ziel ist es, so viel zu verdienen, dass es reicht, neues Material einzukaufen“, gibt sich Schoninger bescheiden. Christian und Klaus Steinmüller, Besitzer des Cafés „Mirou“, ergänzten das übliche kulinarische Weihnachtsmarktangebot durch hausgemachte Suppen und Spezialitäten wie Spinat-Brezelknödel. Die gab es mit Pilz- oder Tomatensoße, ebenfalls aus eigener Herstellung, wie Ute Steinmüller betont.

Reinhard Schoninger erfreute mit seinem Flechtwerk.
Reinhard Schoninger erfreute mit seinem Flechtwerk.
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