Frankenthal
Weihnachtsbäume landen auf Kompostanlage
Statt Sperrmüll sammelt ein Trupp des Eigen- und Wirtschaftsbetriebs Frankenthal (EWF) im Januar parallel zur Abholung der Biotonne ausrangierte Weihnachtsbäume ein. Erfahrungsgemäß kämen im Schnitt rund sechs Presswagenladungen, rund 120 Kubikmeter, Grünabfall zusammen, sagt Stadtsprecherin Xenia Schandin. Von den EWF-Mitarbeitern würden ausschließlich abgeschmückte Bäume mitgenommen. Doch da gebe es kaum Probleme.
In Frankenthal wird das Tannengrün nicht wie beispielsweise in Heidelberg und Karlsruhe an Dickhäuter im Zoo verfüttert. Das Weihnachtsbaum-Verbrennen, das beim sogenannten Knutfest in Schweden Tradition hat und in manchen Dörfern in Deutschland inzwischen praktiziert wird, hat sich im städtischen Bereich ebenfalls nicht durchgesetzt. Der letzte Weg der ausgedienten Weihnachtsbäume ist hier in der Vorderpfalz nicht weit. Die Frankenthaler Bäume werden auf der Kompostanlage Wagner im Industriegebiet Nord abgeliefert und dort zu Kompost verarbeitet.
„Laub und Nadeln sind gute Mischung“
Nach Angaben des Betriebsleiters der Frankenthaler Kompostanlage, Sascha Müller, hat sich schon jetzt ein stattlicher Berg an ausgedienten Weihnachtsbäumen angesammelt. Trotz der Straßensammlung lieferten viele Frankenthaler ihre Weihnachtsbäume auch noch später zusammen mit ihren Gartenabfällen noch an. Der große Schwung an Nadelgehölz stelle die Kompostanlage vor keine Probleme. Die Christbäume machten vielleicht ein Prozent der Menge aus, die im Jahreslauf in der Kompostanlage angeliefert werde, relativiert Kompostanlagen-Betreiber Hansjörg Wagner. Aktuell warteten dort noch Berge von Herbstlaub auf ihre Verarbeitung, da der Grünabfall nur alle zwei bis vier Wochen geschreddert werde und die Kompostanlage über den Jahreswechsel zudem geschlossen gewesen sei. „Das Laub und die Nadeln sind eine gute Mischung“, meint Wagner.
Auch die mancherorts beschriebene Schadstoffbelastung von Weihnachtsbäumen aus Plantagen sei kein Problem, sagt Wagner. Der Kompost werde regelmäßig auf seine Qualität geprüft. Da habe es noch keine Beanstandungen gegeben. Wagner freut es, dass das Schmücken des Weihnachtsbaums mit Lametta vollkommen aus dem Trend ist: „Gott sei Dank gibt es das nicht mehr.“ Die Verarbeitung der Weihnachtsbäume zu Kompost sei zwar irgendwie auch ein „trauriges Ende“, aber der Zweck sei gut und es sei eine CO2-neutrale Verwertung.
CDU sammelt Bäume in Studernheim
Entlastet wird der EWF im Vorort Studernheim. Dort sammeln laut CDU-Stadtrat Manuel Baqué schon mindestens seit 25 Jahren die Christdemokraten die Weihnachtsbäume ein. Bei der Sammlung am Samstag, an der 14 Personen beteiligt gewesen seien, kamen laut dem örtlichen Vorsitzenden der CDU rund zweieinhalb Traktorenrollen an Weihnachtsbäumen zusammen. An vielen Weihnachtsbäumen hingen Umschläge mit Spenden. In diesem Jahr kamen laut Baqué rund 250 Euro zusammen. Für welchen sozialen Zweck sie verwendet werden, sei noch nicht entschieden. Auch diese Bäume werden in Absprache mit der Stadt in der Kompostanlage abgeliefert.