Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Weg frei für vier Tage Innenstadtbelastungstest

Voller Platz, gute Laune: Ein paar Regentropfen können die Stimmung zum Auftakt nicht trüben.
Voller Platz, gute Laune: Ein paar Regentropfen können die Stimmung zum Auftakt nicht trüben.

Der Auftakt des 48. Frankenthaler Strohhutfestes gerät am Donnerstag rein äußerlich zu einer etwas feuchten Angelegenheit. Doch die paar Tropfen können die Partylaune auf dem proppenvollen Rathausplatz nicht vermiesen. Mit Julia Boudot wird eine strahlende Miss Strohhut präsentiert.

Das total auf Sonnenschein programmierte feierlustige Völkchen kann es kaum glauben, dass pünktlich um 14 Uhr dunkle Wolken über die Innenstadt ziehen und eine kleine Dusche im Anmarsch ist. „Das ist kein Regen, das ist Schorle“, bringt ein Strohhutträger seine Wunschvorstellung zum Ausdruck. Aber mehr als eine homöopathische Dosis Feuchtigkeit war am Ende – Petrus sei Dank – dann doch nicht drin.

Und allzu lange ausharren ohne ein schützendes Dach über dem Kopf müssen die Besucher auch nicht. Das Eröffnungszeremoniell dauert gerade einmal 35 Minuten und dürfte als eins der kürzesten – und auch unspektakulärsten – in die Geschichte des Strohhutfestes eingehen. Gleich zu Beginn wird noch ein falscher Trailer eingespielt. Nicht Holger Schröder, der derzeit seinen Urlaub in Ungarn verbringt, sondern Ben Salzner von Radiosender RPR1 führt als Moderator durch das kleine Showprogramm.

Musik und Breakdance

Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) gibt sich betont leger, spricht von „heiligen Tagen“ und zeigt sich erfreut, in „so viele freundliche Gesichter“ blicken zu dürfen. Ein kurzer Werbeblock macht mit den Highlights des Straßenfestes vertraut, bevor die Frankenthaler Gruppe „Soul Picnic“ mit ihrer Breakdance-Nummer ein wenig Bewegung auf die Bühne bringt. Als Profimusiker angekündigt, versucht das Duo Neonlicht alias Nadine Ellrich und Julian Fiege, die Stimmung in der Open-Air-Arena anzuheizen – mit dem Andreas-Gabalier-Ohrwurm „Hulapalu“ und mit ihrem brandneuen Schlager „Ja oder Nein“. Da werden nicht nur die Hände, sondern auch die Dubbegläser himmelwärts gehoben.

Bei der Eröffnung sind die letzten Exemplare des diesjährigen Festbuttons schnell vergriffen.
Bei der Eröffnung sind die letzten Exemplare des diesjährigen Festbuttons schnell vergriffen.
Vorgängerin Sonja Erbach (links) umarmt Nachfolgerin Julia Boudot. OB Martin Hebich freut sich.
Vorgängerin Sonja Erbach (links) umarmt Nachfolgerin Julia Boudot. OB Martin Hebich freut sich.
Vor dem Fest heftig umstritten: der »verkleidete« Erkenbert-Brunnen.
Vor dem Fest heftig umstritten: der „verkleidete“ Erkenbert-Brunnen.

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Dann ein eher semiprofessioneller Beitrag: Ben Salzner stülpt sich eine Perücke über, setzt eine Brille auf und parodiert Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Die von ihm proklamierten Gebote drehen sich um das fröhliche Miteinander, um die Rieslingschorle als Grundnahrungsmittel und um den Strohhut. „Tragt ihn mit Würde und Spaß“, fordert er die Besucher auf.

Abschied mit Rührung

Und schon schlägt für Sonja Erbach die Stunde des Abschieds. Viele nette Menschen kennengelernt zu haben, gehört zu den schönsten Momenten in der Amtszeit der scheidenden Miss Strohhut. „Ich habe den Support von Frankenthal und der Region gespürt“, bekennt sie mit Rührung in der Stimme. Eine charmante Kulisse bilden die 15 Weinhoheiten aus der Pfalz, Rheinhessen und von der Bergstraße, die sich auf der Bühne ein Stelldichein geben.

Unter den gekrönten Häuptern ist – wer hätte es gedacht – ganz zufällig die neue Miss Strohhut: Julia Boudot. Die 24-Jährige verrät auf Frage des Moderators, dass sie bei ihrer Bewerbung – die war für sie der zweite Anlauf – nicht lange überlegt habe. Es sei mehr eine Frage des Wann als des Ob gewesen. Am meisten freue sie sich auf den Auftritt von Grabowsky, die Teilnahme am Rheinland-Pfalz-Tag und die Flomersheimer Kerwe als besondere Höhepunkte. Schließlich stammt Julia aus dem Vorort.

27 singende Ex-Missen

Der Rest der Auftaktveranstaltung kann unter der Rubrik „Same procedure as every year“ abgelegt werden. Ein Regen aus Glitzerfolie geht über der Bühne nieder – als Ersatz für die aus Umweltschutzgründen verpönten Luftballons. Angeführt von Chefin Martina Baum bringen sich 27 ehemalige Miss Strohhüte in Position, um aus Leibeskräften das unverwüstliche Strohhutfestlied zu schmettern. Mehrere Tausend Kehlen stimmen begeistert mit ein. Der Weg für vier Tage Innenstadtbelastungstest ist frei.

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