Frankenthal
Was die Vereine aus der Öffnung der Sportplätze machen
„Die Sehnsucht ist groß. Egal, wann es weitergeht“, sagt Salvatore Mauro. Der Vorsitzende des VfR Frankenthal will sich am Donnerstag in einer Videokonferenz mit den Trainern und Verantwortlichen der einzelnen Mannschaften kurzschließen, was an Trainingsbetrieb möglich ist. „Wir wollen Ideen sammeln, wie wir das umsetzen können“, führt Mauro aus. Das Ziel: „Wir wollen, dass alle Teams, die trainieren wollen, das auch können.“ Genügend Desinfektionsmittel, um „stark genutzte Flächen“, wie es in der Vorgabe der Stadt heißt, zu reinigen, sei vorhanden.
Um Geduld bei seinen Spielern wirbt Tobias Hinkel, Trainer des A-Klassisten DJK Eppstein. Hätte er die erste und die zweite Mannschaft komplett am Start, würden sich auf dem DJK-Platz 30 Mann tummeln. Das wird aufgrund der Einschränkungen erst mal nicht möglich sein. Sollten zum Beispiel nur fünf Leute auf den Platz dürfen, sei das wenig sinnvoll. Da müsse man abwarten, was die Stadt entscheidet, meint Hinkel. „Wir würden uns auf jeden Fall freuen, wenn wir auf den Platz dürfen. Einfach mal wieder bewegen, Spaß haben ...“ Eine kleine Schwierigkeit sieht er bei der Umsetzung der Hygienevorschriften: „Wir sollen uns vor und nach dem Training die Hände waschen. Wie soll das gehen, wenn wir die Kabinen nicht aufmachen sollen?“
Wettkampfsaison der Leichtathleten gelaufen
Etwas einfacher hat es da Dino Ziegler, Trainer der Leichtathleten des LAC Frankenthal. Sein Langstrecken-Ass Lara Elea Eckhardt habe die ganze Zeit trainiert, eben nur nicht im Stadion. Das bedeutet: „Keine Intervallläufe auf der Bahn.“ Wobei die Wettkampfsaison ohnehin gelaufen sei. Nur die deutsche Meisterschaft sei noch auf unbestimmte Zeit verschoben. Vielleicht gehe da noch was. Aber: Staffeltraining ist auch verboten, da dabei der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Das trifft den LAC mit seiner starken Mädchen-Sprintstaffel besonders. „Es wäre schön, wenn irgendwo noch Einzelwettkämpfe stattfinden könnten“, meint Ziegler.
Eckhardt selbst fand die erste Einheit auf der Bahn seit Langem „richtig gut“. 14-mal 200 Meter habe sie absolviert. Ein Schritt zurück in die Normalität? „Nein, aber ein bisschen in die richtige Richtung.“
VT steigt wieder ins Training ein
Von Wettkämpfen haben sich die Amateurfußballer in dieser Saison schon verabschiedet. Doch bei der VT Frankenthal werden ab Donnerstag wieder Übungseinheiten angeboten, kündigt Abteilungsleiter Gregor Ackermann an. „Quasi Trainingsbetrieb light“, sagt er. „Wichtig ist, dass wir mal wieder zusammenkommen. Aber natürlich halten wir auch die Abstands- und Hygieneregeln ein“, betont er. Das Training ist erst mal nur für A-Jugend und Aktive. Ackermann ist überzeugt davon, dass sich die Kicker gut auf zwei Plätzen verteilen lassen. Ein Vorteil der VT-Kicker: „Bei uns hat jeder seinen eigenen Ball. Den hat dann kein anderer in den Händen.“ Passspiel und Torschuss, vielleicht etwas Fußballtennis werden auf dem Programm stehen. Eben Übungen, bei denen man sich nicht zu nah kommt. Und: „Jeder Spieler muss sich über eine App zum Training anmelden. So haben wir Transparenz, wer wann da war, falls es doch noch einen Fall geben sollte“, erläutert Ackermann.
Auch der TuS Flomersheim will wieder auf dem Platz trainieren. „Mit jedem Team einmal pro Woche“, erläutert Vorsitzender Markus Baumgärtner. Man sei noch dabei, den Trainingsplan zu erstellen. Dabei sind die Kleinsten erst mal noch außen vor. Erst ab der F-Jugend geht’s wieder los. „Es geht auch darum, dass die Kinder mal wieder an die Luft kommen. Und der Mannschaftsgeist soll nicht verloren gehen.“ Baumgärtner geht davon aus, dass es in der nächsten Woche beim TuS losgeht. Genügend Desinfektionsmittel sei jedenfalls bestellt.
Kreativität in Studernheim gefragt
Etwas kreativ muss Stefan Hannappel, Vorsitzender des SV Studernheim, sein. Acht Jugendteams habe der Verein, dazu noch die Aktiven. „Vielleicht machen wir es so, dass jedes Team an einem Tag den Platz bekommt.“ Allerdings ist Hannappel mit den Vorgaben der Stadtverwaltung nicht ganz glücklich. „Unser Platz hat eine Fläche von 7100 Quadratmetern. Wenn wir da nur mit zehn Mann bei jeder Einheit drauf dürfen, hat jeder über 700 Quadratmeter zur Verfügung.“ Dabei habe er eigentlich schon ein fertiges Konzept ausgearbeitet gehabt.
Bereits die kommende Spielzeit will die DJK Schwarz-Weiss Frankenthal auf dem Platz an der Frankenstraße einläuten. Denn laut Markus Simon, stellvertretender Vorsitzender, soll der neue Coach Tim Graf bereits die Übungseinheiten leiten, zu denen auch die Neuen stoßen sollen, die Graf vom Nachbarn VfR Frankenthal mitbringt. „Fünf Spieler pro Hälfte, mehr dürfen ja nicht“, sagt Simon zum Training. Und die Jugend sei erst einmal außen vor. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die Aktivenmannschaft trainiert an mehreren Tagen, aber eben wie andernorts auch in kleinen Grüppchen. Und auch bei der DJK müssen die Spieler dann gleich heimgehen. „Duschen und Umkleiden sind zu“, betont Simon. Er sagt aber auch: „Die Jungs sind froh, dass sie sich wieder bewegen können.“
TSV Eppstein: Saison ist bereits beendet
Die Saison bereits beendet hat der TSV Eppstein. Laut Fußball-Abteilungsleiter Eric Naßhan werde in diesem Spieljahr nicht mehr trainiert. „Wenn wir wissen, wann die kommende Runde losgeht, fangen wir sechs Wochen davor mit der Vorbereitung an“, erläutert Naßhan. Dann übernimmt der neue Trainer Patrick Maginot die Mannschaft. Er war unter dem bisherigen Coach Uwe Naßhan schon Co-Trainer und Spieler und soll jetzt den Fokus auf die Trainertätigkeit legen. Diese Lösung habe auch in der Mannschaft großen Zuspruch erfahren.
Auch in den Gemeinden im Umland sind die Fußballplätze wohl bald wieder bevölkert. Laut Verwaltung der Verbandsgemeinde Leiningerland will der TuS Dirmstein bei einer Vorstandssitzung darüber beraten. Bei einem entsprechenden Votum könnten die Aktiven in der kommenden Woche wieder auf den Platz – natürlich nur unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften.
Bobenheim-Roxheim: Ordnungsamt soll prüfen
Auch die Gemeindeverwaltung in Bobenheim-Roxheim gibt grünes Licht. Das Ordnungsamt macht aber klar, dass auch hier die Regeln eingehalten werden müssen: 1,5 Meter Abstand, keine Zuschauer, Desinfektionsmittel müssen bereitgestellt werden, und die Duschen und Umkleiden dürfen nicht geöffnet werden. Es dürften nur so viele Spieler auf den Platz, dass der Mindestabstand immer eingehalten werden kann. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts seien auch angehalten, die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen.
Gute Nachrichten für die Vereine hat auch Michael Reith (SPD). Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim bestätigt im RHEINPFALZ-Gespräch, dass auch auf dem Gebiet der VG die Sportanlagen wieder genutzt werden dürfen. „Allerdings nur im Freien, in kleinen Grüppchen und unter Einhaltung des Mindestabstands.“ Jetzt liege es an den Vereinen, das entsprechend zu nutzen. „Das tut den Leuten auch gut“, ist Reith überzeugt. „Und es trägt auch zum Wohlbefinden bei. Er habe auch Anfragen nach der Öffnung der Sporthallen gehabt. Doch das konnte er aufgrund der jüngsten Landesverordnung nicht zulassen.