Frankenthal
Vorbild in der Südpfalz inspiriert zu Gartenkrippe
Inspiriert hat die 76-Jährige das sogenannte Krippendorf im südpfälzischen Bornheim bei Landau, wo während der Weihnachtszeit viele Privatfamilien Krippen unterschiedlichster Bauart im Garten aufstellen und die Besucher zum Bummeln und Entdecken durchs Dorf einladen. Baum besuchte Bornheim vor einigen Jahren mit dem Frauenkreis der Gemeinde von St. Ludwig und war so fasziniert, dass sie einige weitere Male privat dort war. Daher rührte der Wunsch, eine Krippe im eigenen Garten aufzustellen.
Es war die Zeit der Hofflohmärkte in der Region im vergangenen Sommer. Baums Kinder besuchen gerne solche Veranstaltungen und bekamen den Auftrag: „Wenn ihr schöne Krippenfiguren seht, dann bringt sie doch mit.“ Gesagt, getan: Der Grundstock für die Gartenkrippe war schnell gelegt. Dass die Nichte in einem Sozialkaufhaus auch noch einen stattlichen Stall entdeckte, war dann wohl Fügung. Gerne hätte die Seniorin ihre Krippe etwas näher an den Gartenzaun unter eine alte Birke platziert, doch das war (noch) nicht möglich. Nun erfreut die Krippe Baum selbst und viele Passanten, vor allem, wenn sie in den Abendstunden beleuchtet ist.
Sekt an Silvester
„Gemeinsam mit Nachbarn haben wir an Silvester an der Krippe im Garten gesessen und Sekt getrunken“, beschreibt Baum, wie die Krippe als Ort der Kommunikation funktioniert. Fremde haben noch nicht geklingelt, um sie sich aus der Nähe anzuschauen. „Können sie aber gerne“, meint Baum. Allerdings allzu lange wird sie nicht mehr stehen. Die Szenerie soll noch am Wochenende stehenbleiben, dann wird sie abgebaut und bis zur kommenden Weihnachtszeit verstaut. Einen passenden Platz zum Einmotten hat Baum für das große Gebilde allerdings noch nicht. Trotzdem hat sie Wünsche und Pläne: „Einige Tiere fehlen noch. Sie soll schon noch erweitert werden. Und am Dreikönigstag werden an der Gartenkrippe keine Könige eintreffen. Die gibt es nämlich ebenfalls noch nicht. Die nächsten Hofflohmärkte kommen bestimmt.
Freuen würde sich Lieselotte Baum, wenn sie weitere Nachahmer in der Stadt fände. Denn für sie ist es wichtig, ihren christlichen Glauben nach außen zu dokumentieren – gerade jetzt, wo in den Kirchen immer weniger los sei, das Gemeinschaftserlebnis im Glauben oft fehle. In ihrer Kirchengemeinde ist Baum sehr engagiert. Sie ist Vorsitzende des Gemeindeausschusses von St. Ludwig. Bei den sonntäglichen Gottesdiensten gehört sie zum Team, das aktuell das ordnungsgemäße Einhalten der Hygienebestimmungen überwacht und den Einlass regelt.
Bei Sternsingern engagiert
Seit vielen Jahren ist Baum zudem an der Organisation der Sternsingeraktion in ihrer Gemeinde beteiligt. Sie bedauert zwar, dass diese Form des persönlichen Kontakts aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden kann, doch sie steht zu der Entscheidung der Diözese, da die beteiligten Kinder und die besuchten Familien sonst einem Risiko ausgesetzt würden. In diesem Jahr bekommen laut Baum die Familien in der Gemeinde einen Brief mit dem Segensspruch der Sternsinger. Außerdem gibt es auf dem Youtube-Kanal der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit ein Video. So kommen die Sternsinger dann doch in die Frankenthaler Wohnzimmer.