Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Vor der Saison: SC Bobenheim-Roxheim setzt auf junge Spieler

SC-Trainer Sascha Löcher (blaues Shirt) und seine Neuzugänge: (von links) Adrian Fitz, Yannik Baro, Benjamin Bienefeld, Jan Butz
SC-Trainer Sascha Löcher (blaues Shirt) und seine Neuzugänge: (von links) Adrian Fitz, Yannik Baro, Benjamin Bienefeld, Jan Butzal, Tobias Weihe, Max Prehn, Stephan Lewin und Domenic Koch. Auf unserem Bild fehlen Mark Lawall und Leon Nemitz.

Nach einer erneuten Runde zum Vergessen stand beim Bezirksligisten SC Bobenheim-Roxheim ein echter Umbruch an. Mehrere erfahrene Leistungsträger haben den Verein im Sommer verlassen, zahlreiche junge Spieler sind gekommen. Für die Verantwortlichen am Binnendamm ist das alles andere als ein Problem. Sie betrachten die Situation als eine große Chance, um ein neues Konzept zu verfolgen.

Als die vergangene Spielzeit in der Bezirksliga Vorderpfalz Nord abgebrochen wurde, stand das Team, das SC-Coach Sascha Löcher nach dem ersten Spieltag übernommen hatte, am Tabellenende. Ohne einen Sieg, mit nur zwei mageren Punkten aus sieben Spielen und einer Tordifferenz von minus zehn. Die Aussichten waren schlecht. Doch Corona hat dem SC – mal wieder – den Klassenerhalt gesichert. Das soll in der neuen Saison anders laufen.

Der Anfang dafür wurde bereits im letzten Jahr gemacht, als Löcher und Co-Trainer Marius Heydasch ihre Zusage für eine weitere Runde gaben. Denn ganz unzufrieden war Löcher mit der Leistung seines Teams nicht: „Wir waren kein einziges Mal komplett chancenlos, wir wurden nie abgeschossen.“ Defizite hat er bei der Zusammenstellung des Kaders und vor allem bei den körperlichen Voraussetzungen seiner Kicker ausgemacht. Beide Baustellen sind Löcher und der sportliche Leiter des SC, Jürgen Wanger, in der fußballfreien Zeit angegangen. „Was die Physis anbelangt, haben wir die Vorbereitung gut genutzt. Die nötige Breite im Kader haben wir jetzt auch“, glaubt Löcher.

Dreimal Training pro Woche

Neun Neuzugängen stehen fünf Abgänge gegenüber. Ob die Qualität stimmt, wird sich zeigen. Der Abgang von Stürmer Kevin Bernhard hinterlässt im Angriffszentrum des SC ein Vakuum. Das weiß auch Löcher: „Kevin können wir nicht zu 100 Prozent ersetzen. Diese Qualität haben wir nicht im Kader.“ Der bullige Stürmer zog einen Wechsel zum TuS Neuhausen (A-Klasse Alzey-Worms 2) vor, da er den von Löcher geforderten Trainingsaufwand nicht mitgehen wollte.

„Es gibt keine Kompromisse mehr“, betont der Coach. Dreimal lässt er pro Woche trainieren. Daher besteht der Kader vornehmlich aus jungen Spielern, die den SC als Sprungbrett sehen, die auf sich aufmerksam machen und weiter nach oben wollen. Genau das möchte Löcher sehen. Er setzt auf Akteure, die noch Ziele haben und eine echte Verstärkung für die Mannschaft sind. Wer den Aufwand scheue, sei fehl am Platz.

Wobei der Übungsleiter die Entscheidung von Bernhard, der junger Familienvater ist, nachvollziehen kann: „Kevin ist zeitlich stark eingespannt. Ich verstehe, dass er den Trainingsaufwand derzeit nicht mitgehen kann.“ Die Trennung sei „absolut fair“ verlaufen, so Löcher.

Variabler und vielseitiger

Der Abgang des Torjägers schmerze natürlich, könnte aber auch etwas Positives mit sich bringen. Das Spiel der Bobenheim-Roxheimer könnte dadurch variabler und vielseitiger werden, so Löcher. „Wir können unser System mit anderen Stürmertypen verändern und werden dann schwerer auszurechnen sein.“ Wer genau im Angriff für Gefahr sorgen soll, das will er aber noch nicht verraten.

Optionen hat Löcher durch Neuzugänge wie Benjamin Bienefeld (TuS Wiesoppenheim), Leon Nemitz (TuS Altleinigen) oder Domenic Koch, der aus der eigenen A-Jugend zu den Aktiven gestoßen ist. „Koch und Bienefeld habe ich schon in der Vorbereitung auf der Position spielen lassen“, verrät der Coach. Auch eine Variante mit schnellen Spielern wie Denis Reinwald und Tobias Weihe hält Löcher je nach Gegner für denkbar.

Ein Kollektiv formen

Der Konkurrenzkampf ist also da. Und das auf nahezu jeder Position. Lediglich Torwart Dennis Stockmann, Kapitän Nils Becker, Mittelfeldmann Horst Döppel und Tobias Weihe sind im Kader gesetzt. „Das sind Jungs, die sehr wichtig sind für unser Spiel“, unterstreicht der SC-Trainer.

Doch ihm geht es nicht in erster Linie um einzelne Spieler. Er möchte ein Kollektiv formen, das im Training und an den Spieltagen auch als solches auftritt. „Wir haben sicher nicht die besten Individualisten in der Liga. Aber wir wollen als Mannschaft bestmöglich zusammenhalten“, so Löcher. Gelingt das, werde es keine Saison wie die letzte geben: „Wenn wir an unser Leistungslimit gehen, werden wir jeden schlagen können. Wenn wir das nicht tun, werden wir es schwer haben.“ Der Abstiegsrunde möchte Löcher aus dem Weg gehen. Das Ziel ist also mindestens Platz fünf.

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