Frankenthal Von Essen, Konsum und Wahrheit
Der Startschuss für das künstlerische Jahr 2019 im Kunsthaus der Stadt Frankenthal fällt am 11. Januar mit „Essen. Not Kult Lust“. Die städtische Ausstellung kommt direkt von Frankenthals Partnerstadt Straußberg ins Kunsthaus, wo sie bis zum 17. Februar zu sehen sein wird. „Essen. Not Kult Lust“ thematisiert die Kulturgeschichte des Essens in Europa und Deutschland. Die Berliner Galeristin Anke Zeisler hat für die Schau Werke von 22 Künstlern kuratiert, die neben Geistesgeschichten, Architektur und Handwerk laut Pressemitteilung der Stadt auch lokale, regionale und bundesweite Gebräuche und Rituale rund um „das Selbstverständlichste und Notwendigste der Lebenserhaltung: Essen und Trinken“ aufgreifen. Gezeigt werden Blätter, Objekte und Bilder. Alle sollen Anknüpfungspunkte für Regionales, Gemeinsames und Verschiedenes herausgearbeitet haben, heißt es. Kritisch erinnerten und hinterfragten die Künstler mit ihren Werken den Umgang mit Lebensmitteln. Der ist gleichzeitig auch Thema des zweigeteilten Begleitprogramms zur Ausstellung: So findet am 22. Januar, 18 Uhr, ein Schokoladen-Tasting mit der Sommelière Katja Göde im Kunsthaus statt. Tickets gibt es für zehn Euro, eine Anmeldung ist unter Telefon 89456 oder per Mail möglich an manuela.engel-heil@frankenthal.de. Der Mannheimer Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch spricht dann am 7. Februar, 18 Uhr, über das Thema „Kunst und Geld“ und stellt laut Pressemitteilung der Stadt auch die Frage nach der Funktion von Medien in Bezug auf Gegenstände wie Brot oder Wein. Der Eintritt zum Vortrag kostet sieben Euro, eine Anmeldung ist nicht nötig. Mit Fragen nach Wahrheit, Identität und politischer Relevanz beschäftigt sich im April anschließend die nächste Ausstellung im Kunsthaus. Vom 13. April bis 12. Mai sind am Mina-Karcher-Platz 42 Werke der Berliner Künstlerin Heike Jeschonnek zu sehen. „Wie eine Alltagsethnologin kratzt, schabt und setzt Jeschonnek frei, was sich an Schmerz, an enttäuschenden Niederlagen, an Zweifeln, aber auch an Empörung unter der Konsumkruste der Gegenwart angestaut hat“, wird Christoph Tannert, künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Bethanien in Berlin, in der Pressemitteilung der Stadt Frankenthal hierzu zitiert. Die Werke der Berlinerin zeichneten sich durch ihren durscheinenden Wachsüberzug aus, der den Betrachter in „unaufgeklärte Vorgänge“ hineinziehe – sie seien mehr „gefühlte Wirklichkeit“ als Dokumentation. Ergänzt wird die Schau anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Gleichstellungsstelle der Stadt Frankenthal von einer literarischen Performance der Funny Girls – am 10. Mai ab 18 Uhr, Eintritt frei. Auch die dritte Kunsthaus-Ausstellung im Jahr 2019 feiert im Juli ein Bestehen: Unter dem Titel „Frankenthaler Geschichte(n) 1119 – 2019“ feiert das Kunsthaus das 900. Jubiläum der Grundsteinlegung des Augustiner Chorherrenstifts mit einer Sonderausstellung. Zwölf Frankenthaler Künstler sollen vom 11. Juli bis 8. August die Möglichkeit bekommen, sich dem Motto entsprechend zu präsentieren, heißt es von der Stadt. Das Programm soll folgen. Am 17. August beginnt anschließend die vierte Schau. Bis zum 8. September sind die Werke der Finalisten des Perron-Kunstpreises 2019 in der Sparte Plastik im Kunsthaus zu sehen. Die Preisverleihung findet bereits mit der Vernissage am 16. August statt. Als letzte geplante städtische Ausstellung folgt vom 19. Oktober bis 10. November „SCHEINbar“. In der Ausstellung mit Werken von Marita Mattheck, Sylvia Richter-Kundel und Anne-Marie Sprenger steht das Spiel mit Sein und Schein als Leitmotiv der Arbeiten im Vordergrund. Gezeigt werden Bilderserien, installative Szenen und Objekte der drei Künstlerinnen. Die Pressemitteilung der Stadt verspricht einen „Parcours entlang von Assoziationen“ zu den Gegensätzen Form und Unform, Chaos und Ordnung, Weg und Wagnis. Neben den fünf städtischen Ausstellungen finden 2019 im Kunsthaus noch sechs weitere Ausstellungen statt. Der Frankenthaler Kunstverein „Die Treidler“ hat gleich vier davon organisiert: „Wetterwendige Wunderlinge“ zeigt vom 24. Februar bis 17. März Arbeiten von Editha Pröbstle. Malereien von Benjamin Burkard sind vom 26. Mai bis 16. Juni, und Werke von Pellegrino Ritter unter dem Motto „Einmal um die Welt“ vom 22. September bis 13. Oktober zu sehen. Die Jahresausstellung der Treidler findet vom 8. bis 29. Dezember unter dem Titel „Konsum, Konsum“ statt. Regionale Künstler präsentieren sich 2019 zudem in der Benefizausstellung des Lions-Clubs. Unter dem Titel „Lions – Kultur – Kunst“ sind ihre Werke vom 26. März bis 7. April im Kunsthaus zu sehen. Die Frankenthaler Künstlerin Uschi Freymeyer lädt zudem ein vom 16. November bis 1. Dezember zu ihrer Schau „Freymeyer und Friends – Ich kann Kunst machen, anschauen, verstehen, über sie grübeln oder nachdenken“. Beim Kunst- und Genussmarkt können Besucher am 24. August wieder im Garten des Kunsthauses schlemmen. Noch Fragen? Das Jahresprogramm gibt es im Kunsthaus, Mina-Karcher-Platz 42a, in der Stadtbücherei, Welschgasse 11, im Congress Forum, Stephan-Cosacchi-Platz 5, sowie im Rathaus. Öffnungszeiten während der Ausstellungen: Dienstag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr.