Frankenthal Vom Thron ins Tal der Tränen
FRANKENTHAL. Der SC Rhein-Neckar wollte in der Squash-Regionalliga die dritte Meisterschaft in den vergangenen vier Jahren gewinnen. Doch daraus wurde nichts. Am letzten Spieltag wurde die Mannschaft aus Frankenthal noch abgefangen und purzelte vom Titelthron auf den zweiten Tabellenplatz. Auch das zweite Team des SC spielte keine optimale Saison und stieg als Tabellenletzter ab.
Fünf, sechs, zwei, sechs, sechs, sechs, drei, null. Das ist die Punkteausbeute des SC Rhein-Neckar I an den acht Spieltagen der Saison. Schaut man sich die Zahlen genauer an, vor allem die letzten beiden, dann weiß man schnell, warum es in der zweiten Spielzeit in Folge nicht für den angepeilten Titel gereicht hat. „Wir haben die ganze Saison konstant gespielt“, sagt SC-Mannschaftskapitän Markus Herrmann. „Nur ausgerechnet an dem Spieltag, an dem wir es uns nicht leisten durften, ohne Punkte zu bleiben, sind wir ohne Punkte geblieben.“ Am letzten Spieltag der Saison Mitte März hätte dem Verein aus Frankenthal sogar ein einziger Zähler zum Titelgewinn gereicht. Denn auch der Meisterschaftskonkurrent SRC Wiesental patzte in einer seiner beiden Partien. Doch dem SC Rhein-Neckar gelang es nicht, in einer der beiden Begegnungen diesen einen entscheidenden Punkt einzufahren. In der ersten Partie gegen Idar-Oberstein fehlte sogar nur eine Winzigkeit: Nicholas Wood oder Oliver Weis hätten in ihrer jeweiligen Begegnung den fünften Satz gewinnen müssen. Doch beide verloren diesen. Wood 5:11, Weis 7:11. „Das war schon sehr, sehr ärgerlich. Das hat man kaum fassen können“, gibt Herrmann Einblick ins Seelenleben. So hatte Wiesental (35 Punkte) am Ende in der Tabelle einen Zähler Vorsprung auf den SC Rhein-Neckar (34). Dabei standen die Frankenthaler nach sechs von acht Spieltagen fast schon als Meister fest, lagen im Klassement deutlich vorne. Wiesental war zu diesem Zeitpunkt sechs Punkte zurück, Idar-Oberstein und Germersheim als Dritter respektive Vierter sogar neun Zähler. Und am vorletzten Spieltag hatte der SC Rhein-Neckar dann sogar eine Art Matchball im direkten Duell gegen Wiesental. Bei einem Sieg wäre die Meisterschaft entschieden gewesen. Doch genau hier, am vorletzten Spieltag, fingen die Probleme der Frankenthaler an. Da fehlte nämlich die etatmäßige Nummer drei, Oliver Weis, urlaubsbedingt. Am letzten Spieltag stand dann Herrmann, die Nummer zwei, wegen eines beruflichen Termins nicht zur Verfügung. „Das ist natürlich sehr ärgerlich gewesen“, sagt Herrmann. „Aber man muss halt eben sehen, dass wir Hobbysportler sind und da andere Dinge eben auch mal Vorrang haben.“ Es musste also jeweils ein Spieler aus der zweiten Mannschaft nachrücken, das Niveau sank. Deutlich sogar. Acht Zähler holte der SC Rhein-Neckar I am dritten und vierten Spieltag gegen Illtal, Wiesental, Idar-Oberstein und Heidenkopf. Ganze drei Punkte waren es gegen die gleichen Gegner am siebten und achten Spieltag. Doch so bitter das sein mag, außerhalb des Profi- oder zumindest des Halbprofisports muss man mit so etwas eben leben. Völlig chancenlos in der Regionalliga war die zweite Mannschaft des SC Rhein-Neckar. Der Aufsteiger stieg direkt wieder in die Oberliga ab. Und das als Tabellenletzter. Ein Sieg, ein gewonnenes sowie ein verlorenes Unentschieden, dazu 13 Niederlagen. Mit gerade einmal sechs Pünktchen waren die Frankenthaler über zehn Zähler vom rettenden Ufer entfernt, fielen in der Endphase der Saison noch hinter den SC Mainz auf den letzten Tabellenplatz zurück. „Man muss sich einfach eingestehen, dass die Jungs, obwohl sie sich immer bemüht haben, in dieser Liga nicht mithalten konnten“, sagte Herrmann. Am Ende gilt für beide Mannschaften: Nach vorne schauen – und es kommende Saison besser machen.