Tennis
Vereine in der Region Frankenthal öffnen Anlagen und sind dabei sehr kreativ
23,77 Meter misst ein Tennisplatz von einer Grundlinie zur anderen. Der in Corona-Zeiten empfohlene Sicherheitsabstand ist damit locker einzuhalten. Auch deshalb dürfen die Tenniscracks seit dieser Woche wieder zu den Schlägern greifen. Das Wetter fördert den Bewegungsdrang außerdem.
Bis es allerdings einen normalen Betrieb auf den Anlagen gibt, wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Denn auf das gemütliche Beisammensein nach dem Match müssen die Hobbyspieler vorerst noch verzichten. Und das ist bei Weitem nicht alles.
Beim TC Grün-Weiss Frankenthal hat man auf der Anlage am Strandbad ein Einbahnstraßensystem eingeführt, wie Sportwart Florian Schumacher berichtet. „Wir haben 2,5 Kilometer rot-weißes Flatterband gekauft und damit Gassen gebildet, damit sich die Leute, die auf der Anlage sind, nicht begegnen“, erläutert er. Zusätzlich seien noch Schilder aufgestellt worden. Und die Leute machen von dem Angebot auch Gebrauch, wie Schumacher berichtet. Allerdings lautet die Devise: „Kommen, spielen, gehen.“
Grün-Weiss hat sich, wie etliche andere Vereine auch, per E-Mail an die Mitglieder gewandt und auch ein Corona-Bekämpfungskonzept verschickt. Darin sind die Regeln aufgeführt, die beim Betreten der Anlage einzuhalten sind. Die besagten 1,5 Meter Abstand sind da aufgeführt, aber auch, wie die Plätze nach dem Spielen von den Aktiven zu pflegen sind. Und auch auf die Anweisungen des Tennisverbands Pfalz wird noch mal hingewiesen. Zum Beispiel darauf, dass man ein Handtuch unterlegen soll, wenn man sich beim Seitenwechsel auf eine Bank setzt.
„Strenge Regeln“ in Bobenheim-Roxheim
Nach „ganz strengen Regeln“ verfährt man laut Vorsitzendem Ralf Knecht auch beim SV 1914 Roxheim. „Wir wollen nichts riskieren“, sagt er im RHEINPFALZ-Gespräch. Und deshalb dürften auch immer nur jeweils sechs Leute auf die Anlage. Das sei auch gut einzuhalten, da die Plätze vom Eingangsbereich her einzusehen seien. Die Duschen seien zu, die Toiletten aber geöffnet. Auch Desinfektionsmittel stehe für die Spieler parat. „Wir hoffen, dass es keine Verstöße gibt“, betont Knecht. Die Regeln für das Benutzen der Anlage sind auch auf der Homepage www.roxheim-tennis.de zu finden. „Wir haben viele neue Mitglieder. Und jetzt bremst uns das Virus aus. Wir hatten viel vor in diesem Jahr“, hadert Knecht.
Einschränkungen gelten auch auf der Anlage der TC Grün-Weiss Dirmstein, wie Vorsitzende Ursula Brennecke berichtet. Die Sanitäranlagen seien zu, es gebe weder Essen noch Getränke. Aber Desinfektionsmittel hänge aus. Das Besondere in Dirmstein: Das Clubhaus hat der Verein laut Brennecke an den Betreiber des benachbarten Soccerparks verpachtet. Da wolle sie das Gespräch suchen, ob es nicht doch irgendwie möglich sei, die Toiletten zu öffnen.
Auf freundschaftlichen Handschlag verzichten
„Tennis spielen und dann nach Hause gehen“ – so lautet auch die einfache Formel beim TC Lambsheim, wie Vorsitzender Matthias Görtz sagt. Die Plätze seien offen, ein Trainingsbetrieb finde aber nicht statt. „Auch Doppel sind nicht möglich.“ Auf den eigentlich obligatorischen Handschlag nach dem Spiel sollen die Aktiven verzichten.
Damit jeder noch mal alles genau nachlesen kann, hat der TV Lambsheim auf seiner Anlage laut Vorsitzendem Max Tartter extra noch mal die Hygieneregeln ausgehängt. „Die Bänke auf den Courts haben wir jeweils an die Stirnseiten der Plätze gestellt“, erläutert Tartter. Die Umkleiden seien offen, mehr als zwei Leute auf einmal dürfen aber nicht rein. „Die Duschen sind zu, die Toiletten werden täglich gereinigt“, informiert Tartter. Trainiert werde nur einzeln. Bislang sei der große Andrang aber ausgeblieben.
Wartezone beim TC Mörsch
Um in Sachen Abstandsregel niemanden in Schwierigkeiten zu bringen, hat der TC Mörsch extra eine Wartezone eingerichtet, wie Vorsitzender Peter Schaudt berichtet. Und auch beim TC Mörsch heißt es: „Nach dem Spielen gleich nach Hause.“ Auch Schaudt will kein Risiko eingehen. Natürlich aus Gesundheitsgründen, er will aber auch nicht den Betrieb gefährden. „Wenn das Ordnungsamt kommt und etwas zu bemängeln hat, ist die Anlage schnell wieder zu.“ Die Eingangstüren zu den Plätzen seien extra festgebunden worden. „Damit niemand die Griffe anfassen muss“, erklärt Schaudt. Auch am Starenweg sind Clubhaus, Umkleiden und Duschen geschlossen, aber die Toiletten auf. Desinfektionsmittel stehe aus. „Aber das Bier danach gibt’s eben nicht.“
Einfach nur zum Spielen kommen – so will auch der TC Flomersheim zwar den Betrieb auf der Anlage ermöglichen, die Ausbreitung des Virus aber verhindern. Damit es einen möglichst fließenden Wechsel bei der Platzbelegung gibt, sollen die Mitglieder laut Sportwart Fabian Renz mit ihrer Karte einen Platz zum Beispiel schon drei Stunden vorher für sich reservieren. „Dann gibt es auch kaum Wartezeiten.“
Ein schwieriges Thema bleiben derweil die Bälle. Die Empfehlung des Tennisverbands Pfalz lautet, dass jeder Spieler seine Bälle markieren und der Gegner diese nicht in die Hand nehmen soll. Stattdessen sollen sie mit dem Schläger aufgenommen und wieder auf die andere Seite bugsiert werden. Doch ob das in der Praxis immer so umzusetzen ist?
„Es gibt ja auch die Empfehlung, an der Ballhand einen Handschuh zu tragen“, sagt Fabian Renz. Das sei aber auch nicht der wahre Jakob. „90 Prozent der Aktiven spielen mittlerweile eine beidhändige Rückhand. Da kommt die Ballhand automatisch an den Griff des Schlägers.“