Frankenthal Unerfüllte Hoffnungen
«Frankenthal.» Die Fußballerinnen der VT Frankenthal haben die Saison in der Bezirksliga Vorderpfalz auf dem siebten Platz abgeschlossen. Das Team ist damit weit entfernt vom Tabellenkeller, aber eben auch von der Spitze. Weil ihre Schützlinge nicht das volle Potenzial abgerufen haben, sind die Trainer Monika Ernemann und Timo Schlüter nicht ganz zufrieden mit der Runde.
Personelle Engpässe und eine „katastrophale Chancenverwertung“ macht Timo Schlüter als Hauptgründe dafür aus, dass seine Mannschaft am Ende nicht weiter oben in der Tabelle stand. Gerne hätten er und Trainerkollegin Monika Ernemann um den dritten Platz mitgespielt. „Nach der letzten Saison hatten wir uns mehr erhofft. Uns hat aber die Konstanz gefehlt“, bilanziert Schlüter. Das belegt auch ein Blick in die Statistik: Die VT-Frauen haben mehr Spiele verloren als gewonnen. Sieben Siegen stehen zehn Niederlagen gegenüber, drei Partien endeten Unentschieden. Die Frankenthalerinnen schossen 60 Tore, mussten aber auch 52 Gegentreffer hinnehmen. Mit 24 Zählern war das Team am Ende nah dran am Tabellensechsten, SV Weingarten (26), und am Fünften, TuS Albersweiler (28). Doch schon zum Viertplatzierten, der TuS Lachen-Speyerdorf (42), war der Abstand recht groß. Auf der anderen Seite bestand keine Gefahr, in der aus elf Mannschaften bestehenden Liga nach unten abzurutschen. Der Vorsprung in der Abschlusstabelle auf den Achten, SV Hatzenbühl, beträgt neun Punkte. Viel Pech hatte die VT auf der Torhüterposition. Kurz nach dem Rundenstart hörte Keeperin Gönül Yurteri auf. Als auch noch Christina Just und Sophia Seline ihren Dienst quittierten, hatte der Bezirksligist alle drei etatmäßigen Torfrauen verloren. Mit Sabrina Graber rückte eine gelernte Feldspielerin zwischen die Pfosten. Und Graber fühlte sich dort zunehmend wohl. „Wir sind Sabrina sehr dankbar. Sie hat ihre Sache wirklich gut gemacht“, lobt Ernemann. Ihren größten Erfolg hatte die neue Keeperin im letzten Saisonspiel. Gegen Albersweiler blieb sie beim 4:0 erstmals ohne Gegentor. Personelle Probleme gab es auch in der Viererkette und im Mittelfeld. „Da mussten wir viel rotieren“, berichtet Ernemann. Tanja Butz verließ die VT, Denise Wolf konnte krankheitsbedingt nicht mehr spielen. Lena Czajagi wurde am Arm operiert, Schwester Lisa Czajagi erlitt einen Kreuzbandriss, Lisa Scholz stand studienbedingt nicht immer zur Verfügung. „Die Ausfälle zogen sich durch die Saison. In einem Spiel hat die Abwehr gefehlt, im nächsten das Mittelfeld. Das konnten wir nicht kompensieren“, erklärt die Trainerin. „Sobald die Mannschaft fast komplett war, lief es gut.“ Insbesondere Valerie Wieber, Daniela Tosic und Vanessa Honisch sorgten in der gegnerischen Hälfte für viel Alarm. Mit Honisch, die in der vergangenen Runde 26 Treffer erzielte, stellte die VT sogar die Torschützenkönigin der Liga (wir berichteten). Auch Abwehrchefin Sarah Höllriegl und Sabrina Graber auf der Sechserposition zeigten ihre Klasse. Ein Problem sei wieder die maue Trainingsbeteiligung gewesen, insbesondere im Winter, sagt Schlüter. „Wenn die Mannschaft nur selten vollständig trainiert, fällt es schwer, Automatismen zu entwickeln.“ Freuen konnten sich die Verantwortlichen über Neuzugang Laura Hinsche. Die Potsdamerin, die in Mannheim studiert, habe sich toll integriert. Den Wechsel der VT-Fußballerinnen vor zwei Jahren von der Bezirksliga für Neunerteams in die „richtige“ Bezirksliga halten die Trainer für goldrichtig. „Die Mädchen können und wollen richtig Fußball spielen“, sagt Schlüter, der sein Engagement als Trainer bei den VT-Frauen aufgeben muss. Timo Schlüter startet einen privaten und beruflichen Neuanfang in Schleswig-Holstein.