FRANKENTHAL
Trauungen nur noch im kleinsten Kreis
„Trauungen finden weiterhin statt, jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, betonte auf Anfrage Xenia Schandin, Pressesprecherin der Stadt Frankenthal. Lediglich das Brautpaar dürfe das Rathaus noch betreten, Gäste und Trauzeugen seien aufgrund der Kontaktsperre nicht mehr gestattet. Seit Inkrafttreten der Verfügung habe es im März lediglich eine Trauung gegeben. Im April dagegen hätten sich mehrere Paare angemeldet. Sie seien auf die neuen Umstände hingewiesen worden, wollten aber dennoch getraut werden, weil völlig unklar sei, wohin der Termin verschoben werden könne.
„Gerade Paare, die ein großes Fest geplant haben, werden dies wohl erst nächstes Jahr nachholen können“, erklärte die Pressesprecherin. Denn Lokalitäten für Hochzeiten seien meist Monate im Voraus ausgebucht, Ausweichtermine im Spätsommer daher unwahrscheinlich. Verstärkt registriere das Standesamt derzeit kurzfristige Trauanfragen. Paare wollten offenbar in diesen Zeiten ihre rechtliche Absicherung geregelt wissen, mutmaßte Xenia Schandin. „Sofern alle Unterlagen vorliegen und die Voraussetzungen erfüllt sind, kommen wir diesen Wünschen nach.“
Geburten werden beurkundet
Ansonsten hat das Standesamt seine Tätigkeiten auf das notwendige Maß heruntergefahren. Anträge auf Namensänderungen, Kirchenaustritte und Einbürgerungen können bis auf Weiteres nicht bearbeitet werden. Anders verhält es sich mit den Geburten. Vaterschaften würden „zur Klärung der verwandtschaftlichen Zuordnung weiterhin anerkannt und beurkundet“, informierte die Pressesprecherin. „Dies erfolgt in einem größeren Saal, sodass der Sicherheitsabstand gewahrt bleibt.“ Ansonsten sprächen die frischgebackenen Eltern nicht mehr persönlich vor, sondern klärten die Angelegenheiten telefonisch. Die notwendigen Unterlagen würden meist im städtischen Briefkasten eingeworfen und später wieder zurückgeschickt.
In der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim finden nach wie vor standesamtliche Trauungen statt, allerdings wurden auch einige Termine auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Bürgermeister Michael Reith (SPD), der sich aus dem Homeoffice meldete, wies darauf hin, dass lediglich das Brautpaar und maximal zwei Trauzeugen (bei Bedarf auch ein Dolmetscher) sowie der Standesbeamte im Raum anwesend sein dürften. Mehrere Heiratswillige wollten trotz Corona-Krise an ihrem Wunschtermin festhalten. So werde er persönlich im Mai ebenfalls zwei Paare trauen, sagte Reith.