Hintergrund
TK-Geschäftsführer Axel Schröder will mit der Marke unter die Top Drei der Welt
Wer die Räume der TK Sports GmbH in der Mannheimer Gutenbergstraße betritt, muss ein bisschen aufpassen. Die Übergänge sind fließend. Man steht sofort im Verkaufsraum. Hockeyschläger in vielen Farben, Hockeyausrüstung, Bekleidung, Bälle und Taschen sind zu sehen. Alles, was das Herz des Hockeyspielers begehrt. Ein paar Schritte weiter links durch einen kleinen Durchgang – und schon ist man im Lager.
Hier sind die Regale ebenfalls voll mit Hockeyausrüstungen – Schläger, Schoner für die Torhüter und vieles mehr. Wer sich statt links leicht rechts orientiert, steht schon vor dem Schreibtisch von Axel Schröder. Eine Glaswand trennt das Büro vom Verkaufsraum.
Firma 1985 gegründet
Schröder hat zum 1. Juli die Geschäftsführung der TK Sports GmbH, Nachfolgegesellschaft der TK Hockey Equipment GmbH, von Thomas Kille übernommen, der die Firma 1985 gegründet hat. Und wahrscheinlich hatte er sich die Anfangszeit etwas anders vorgestellt, übernimmt er doch mitten in der Corona-Pandemie die Firma, die alles rund um den Sport mit dem Krummstock vertreibt.
Die Reaktionen am Markt darauf, dass er nun in der Verantwortung bei der Traditionsmarke stehe, seien positiv gewesen, sagt Schröder im RHEINPFALZ-Gespräch. Und mit seinem Antritt als Geschäftsführer seien auch einige Hoffnungen verknüpft. „Wir wollen wieder eine der führenden Marken weltweit werden“, sagt Schröder zu seinen Zielen.
Im Ausland etwas an Boden verloren
Ja, TK sei bei den Hockey-Marken in Deutschland immer noch unter den Top Fünf. Im Ausland habe man aber teilweise etwas an Boden verloren. Das will Schröder, der auch zehn Länderspiele für Deutschland bestritten hat, ändern. „Wir wollen weltweit wieder unter die Top Drei der Hockeymarken“, nennt er ein ehrgeiziges Ziel. Helfen sollen ihm dabei die beiden Elefanten, die anstelle von Rüsseln Hockeyschläger kreuzen.
„Die Elefanten waren früher mal das Symbol für Hockey. In letzter Zeit aber war die Wiedererkennung nicht mehr da“, meint Schröder und deutet auf eine Schlägertasche, die an der Wand hängt. Die Streifen darauf erinnern in der Tat eher an den Konkurrenten aus dem fränkischen Herzogenaurach. Schröder will TK jetzt wieder in Richtung der Elefanten bringen. „Wir wollen das Design verändern. Aber es darf nichts Verschnörkeltes werden. Das muss sich dann durch alle Produkte durchziehen“, hat er klare Vorstellungen.
Logo soll gut sichtbar sein
Das Logo mit den beiden Hockey-Dickhäutern soll dann gut sichtbar wieder auf allen Ausrüstungsgegenständen und Textilien sichtbar sein. Dabei dürfe natürlich die Qualität der Produkte nicht leiden.
„TK ist eine reine Hockeymarke“, erklärt Schröder. Weltweit gebe es 28 Hersteller, die Produkte für Hockey anbieten, erläutert der TK-Geschäftsführer. In England habe man noch eine hundertprozentige Tochtergesellschaft mit fünf Mitarbeitern. Das sei auch wichtig, weil es alleine dort durch den Collegesport 350.000 Hockeyspieler gebe. Das mache England zum wichtigsten Markt in Europa. Danach kommen die Niederlande mit 250.000 Aktiven. In Deutschland gibt es 80.000 Hockeyspieler.
Alle Mitarbeiter voll im Einsatz
Von Mitte April bis Ende Juni seien auch die Beschäftigten von TK – in Mannheim arbeiten zehn Personen – in Kurzarbeit gewesen. Doch mittlerweile seien alle wieder voll im Einsatz. „Wir müssen die Zeit jetzt nutzen, um gut aufgestellt zu sein“, betont Schröder. Während der Kurzarbeit könne man nur das Tagesgeschäft abwickeln. Zeit für Visionen bleibe da aber nicht. Diese gelte es jetzt, zu entwickeln. „Wir müssen dieses Jahr überleben“, sagt Schröder. Man müsse verkaufen, was der Markt hergebe. Die Hoffnungen ruhen auch darauf, dass eine vernünftige Hallenrunde gespielt werden kann. „Und nach Corona wollen wir dann durchstarten.“
Im Warenlager liegen laut Schröder derzeit Artikel mit einem Gesamtverkaufspreis zwischen 700.000 und einer Million Euro. „Werkspreis“, betont Schröder. Das reiche eigentlich für den deutschen Markt. „Und trotzdem trifft der Kunde immer genau die Lücke, die man hat“, sagt er und lacht.
Schröder seit 1998 bei TK
1987 habe er seinen ersten Hockeyschläger verkauft, erinnert sich Schröder. Damals habe er das Material noch mit dem Seesack auf dem Fahrrad transportiert. „Mit dem Auto wurde es dann einfacher“, sagt er und lächelt. 1998 ist der Diplom-Betriebswirt BA dann als Verkaufsleiter Deutschland fest ins Unternehmen eingestiegen. Der Einstieg in die Geschäftsführung sei immer das Ziel gewesen. Dass er die Firma jetzt komplett übernehmen konnte, sei toll. „Aber die Marke polarisiert nicht mehr“, stellt er fest. Aus dieser Lethargie wolle er sie rausführen.
Dabei vertraue er seinem Team. Er müsse nur wissen, wo es lang geht. Die Begriffe „mündige Mitarbeiter“ und „Eigenverantwortung“ fallen.
Eine Markenbotschafterin ist Sonja Zimmermann
Aber natürlich braucht eine Marke wie TK auch Botschafter. Gesichter, die die zwei Elefanten wieder populärer machen. Eines dieser Gesichter ist die Frankenthaler Nationalspielerin Sonja Zimmermann vom Mannheimer HC. Auch auf Lisa Altenburg (Club an der Alster Hamburg), Victor Aly (Großflottbeker THGC), Alexander Stadler und Moritz Rothländer (beide TSV Mannheim) setzt Schröder. „Es soll wieder hip sein, ein TK-Spieler zu sein“, gibt der Geschäftsführer als Marschroute vor. Als Teams rüstet TK neben der TG Frankenthal und dem Dürkheimer HC auch den TSV Mannheim, SC Frankfurt 1880, Schwarz-Weiß Neuss, den HC Ludwigsburg und etliche weitere Vereine aus.
Die Waren von TK werden laut Schröder an Standorten in Tschechien, Indien, China und Pakistan produziert. Das sind allerdings keine Anlagen, die der Firma gehören. „Wir arbeiten da aber mit exklusiven Partnern zusammen“, erläutert der 50-Jährige.
Er habe schon in den ersten Tagen gespürt, dass die Belastung eine andere ist. „Ein Arbeitstag hat keine Pause. Eine 40-Stunden-Woche ist nicht mehr machbar“, sagt der Vater zweier Kinder. Morgens komme er früher ins Büro und abends später raus. „Aber das ist am Anfang so. Man muss etwas investieren, bis alles sitzt.“
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