Frankenthal
Thilo Wagner Trio und Vibraphonist Dizzy Krisch am 4. Februar im Gleis 4
Er war noch keine zehn Jahre alt, als Martin „Dizzy“ Krisch mit seinen Brüdern Claus (Piano, zwölf Jahre) und Thomas (Kontrabass, 15 Jahre) und Elmar Schrepfer (zwölf Jahre, Schlagzeug) im Krisch Junior Quartett das Publikum beeindruckte. Großes Vorbild war natürlich das Modern Jazz Quartett. Gefeiert als „jüngste Jazzband der Welt“, spielte die Band aus dem Schwarzwald auf großen Festivals in Zürich und in Wien. In ganz Westdeutschland bekannt wurde die Combo 1968 durch einen Auftritt in Peter Frankenfelds Samstagabend-Fernsehshow „Vergissmeinnicht“. Die Combo war der Start einer ununterbrochenen Karriere. Ab 1973 starteten die Krisch-Brüder andere eigene Projekte, spielten aber auch danach immer mal wieder zusammen, unter anderem zum 50-jährigen Bandjubiläum.
Mit 19 Jahren wurde Dizzy Krisch Profi-Musiker und zog nach München. Sein Talent und sein Können zieht schnell Kreise und so spielt er nicht nur mit den besten Jazzern Deutschlands, wie Albert und Emil Mangelsdorff, Max Greger und Paul Kuhn – sondern auch mit internationalen Größen, wie Randy Brecker, Perry Wilson, Bill Elgart und vielen weiteren steht er auf der Bühne. Stilistisch ist er breit aufgestellt: Vom klassischen Swing über Modern Jazz bis hin zu experimentellen avantgardistischen Projekten und Crossover zu klassischer Musik des Barock reicht sein Spektrum. Seine eigenen Werke spiegeln diese Vielfalt wieder. Mit seinem eigenen aktuellen Programm „Vibraphone Diaries“ zeichnet er die Geschichte dieses Instruments im Jazz nach und er erinnert an Stars wie Lionel Hampton und Milt Jackson. Immer wieder beeindruckend ist die leichtfüßige Virtuosität, mit der Krisch über die Klangstäbe fliegt und ihnen elegante Linien und schwebende Harmonien entlockt.
„Bruder im Swing“
Mit dem Pianisten Thilo Wagner hat er sozusagen einen „Bruder im Swing“. Der aus Baden stammende Musiker, der in Stuttgart lebt, ist bekannt als einer der am meisten swingenden Pianisten unserer Zeit. Weil er auch extrem virtuos sein kann, hat man ihn schon als „schwäbischen Oscar Peterson“ bezeichnet – was ihm nicht so recht ist, wie er in einem früheren RHEINPFALZ-Gespräch sagte. Zum einen sei er kein echter Schwabe und zum anderen sei Peterson „eine andere Dimension“. Als Einflüsse nennt Wagner Wynton Kelly und Ahmad Jamal. Zusammen mit dem in Speyer aufgewachsenen Jean Philippe Wadle am Bass und dem Schlagzeuger Florian Hermann hat Wagner das Trio Bassface. Entstanden ist es, als Wagner bei den damaligen Studenten Wadle und Hermann ausgeholfen hat und feststellte, wie gut die swingen. Das eingespielte Trio war auch schon bei den Frankenthaler Jazztagen zu Gast und begeisterte die Zuhörer.
Jetzt kommt das Trio mit Dizzy Krisch und das dürfte ein mitreißendes Konzert voller Groove und Virtuosität werden.
Termin
Thilo Wagners Bassface featuring Dizzy Krisch am Vibraphon Sonntag, 4. Februar, 17 Uhr, im Frankenthaler Kulturzentrum Gleis 4, Johann-Klein-Straße 22. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.kuz-gleis4.de oder an der Abendkasse.