FRANKENTHAL RHEINPFALZ Plus Artikel Studernheimer Weg: Neuer Anlauf nach der Sommerpause

Liefert Diskussionsstoff: das Areal am Studernheimer Weg.
Liefert Diskussionsstoff: das Areal am Studernheimer Weg.

Die umstrittenen Pläne für das Neubaugebiet „Studernheimer Weg“ in Flomersheim sollen noch einmal überprüft werden. Darauf haben sich Stadtverwaltung und politische Vertreter aus Flomersheim bei einem Gespräch am Mittwoch verständigt.

Das bisherige Konzept der Stadt Frankenthal von 2019 sieht vor, dass südlich der Bahnlinie Baurecht für 209 Wohneinheiten geschaffen werden soll, und dies überwiegend in Mehrfamilienhäusern. Damit würde neuer Wohnraum für etwa 440 Einwohner geschaffen. Dass dadurch massive zusätzliche Verkehrsprobleme entstehen könnten, ist eine Hauptsorge von Kritikern des Vorhabens.

Ende Juni hatte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) von den politischen Kräften im Vorort ein Signal gefordert, wie es weitergehen solle. Hebich und die Leiterin des Bereichs Planen und Bauen, Marika Denzer, trafen sich nun zum Austausch mit Ortsvorsteherin Heike Haselmaier (CDU) und den Fraktionsvorsitzenden im Ortsbeirat.

Planung überprüfen

Nach RHEINPFALZ-Informationen hatten die Flomersheimer Politiker vor dem Termin mehrheitlich dazu geneigt, sich von dem Projekt zu verabschieden. Das Treffen selbst wird von Beteiligten als informativ und konstruktiv beschrieben. Klar geworden sei, dass Alternativen zum Projekt am Studernheimer Weg derzeit nicht oder nur unter beträchtlichem Zeitaufwand realisierbar wären. Daher gingen die Überlegungen jetzt dahin, die Planung zu überprüfen. Das heißt nach Hebichs Angaben auch: zu überlegen, ob „in zwei Abschnitten“ oder auf einem grundsätzlich kleineren Gebiet geplant werden soll.

Ortsvorsteherin Heike Haselmaier fasste sich auf RHEINPFALZ-Nachfrage kurz: Man habe „gute Gespräche geführt“ und viel Hintergrundinformation auch zu Alternativen bekommen, sagte sie. Man müsse sich nun in den Fraktionen beraten. Nach den Ferien werde es weitere Gespräche geben. „Ich hoffe auf Konsens.“ „Völlig offen“ ist der Fall aus der Sicht von CDU-Fraktionschef Ulrich Fleischmann. Der Bereich am Studernheimer Weg eigne sich grundsätzlich gut für ortsnahe Bebauung. Aber es gebe auch berechtigte Fragen wie die nach der Verkehrsbelastung. Solche Problempunkte müssten geklärt werden; „die Anwohner müssen mit dem Thema leben können“.

Nein der Grünen

Dass man sich nach der Sommerpause auf ein überarbeitetes Konzept einigen könnte – das will Kirsten Sielaff für die SPD zumindest nicht ausschließen. Gebraucht würden aber „nicht nur Einfamilienhäuser“; es müsse auch „bezahlbarer Wohnraum“ vorgesehen werden. Das Thema Verkehrsbelastung sei ebenso wie ökologische Fragen angemessen zu berücksichtigen.

Die Grünen sehen nach Aussage von Gerhard Bruder keine Möglichkeit, einem Baugebiet am Studernheimer Weg zuzustimmen, auch nicht bei verkleinertem Umfang. Die Verkehrsbelastung des angesprochenen Bereichs sei „schon jetzt an der Grenze“. Birgit Best (FWG) findet das Vorhaben dagegen nach wie vor grundsätzlich interessant, gerade für junge Familien. Bisher habe es zum Teil an Informationen gefehlt, merkt sie kritisch an. Über das weitere Vorgehen müsse man beraten.

„Flaschenhälse“

Von einem guten Austausch sprach auch OB Hebich. Offenbar sei der Informationsfluss nicht immer so gewesen, „wie es sein sollte“. Klar sei geworden, dass Projekte in anderen Bereichen des Vororts mit noch mehr Zeitaufwand verbunden wären, und dass es auch dort „gewisse Flaschenhälse“ bei der Verkehrserschließung geben könnte. Die Regionalplanung sehe aber gerade bei Flomersheim den „Schwerpunkt Wohnen“ vor. Vom Ortsbeirat wünscht sich die Verwaltung daher noch einmal ein Signal, ob und in welchem Umfang er sich ein Baugebiet Studernheimer Weg vorstellen könnte. Notwendige Fachgutachten würden dann, angepasst an dieses Grobkonzept, erstellt, so Hebich.

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