Frankenthal Station für schnelles Aufladen
Die Schnellladestation für Elektroautos zwischen Lambsheimer Rathaus und Feuerwehrgerätehaus, ein von der Lambsheimer Firma Gaia und der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim gemeinsam forciertes Projekt, ist am gestrigen Freitag feierlich in Betrieb genommen worden.
Als erster offizieller Kunde, der seine Batterie kostenlos aufladen durfte, fuhr Bernd Ziegler aus Gönnheim vor. Er freute sich über die neue Möglichkeit, sein Elektroauto in rund 30 Minuten mit Strom füttern zu können. Die Reichweite des Renault Zoe betrage rund 160 Kilometer, berichtete Ziegler. „Vollkommen ausreichend für den Alltag, für Erledigungen in der Region.“ Die Schnellladestation biete nun aber die Möglichkeit, innerhalb recht kurzer Zeit das Auto für eine weitere Tour fit zu machen. Er könne zwar zu Hause aufladen, aber da dauere es deutlich länger. Der 56-Jährige glaubt, dass er die Ladesäule öfter anfahren wird. Er habe die Anschaffung seines Fahrzeugs der Umwelt zuliebe getätigt, sagt der Gönnheimer. Näher an seinem Heimatort gebe es noch keine Ladestation. Ziegler ist regelmäßiger Gast am Stammtisch des EVRN (Electric Vehicle Rhein Neckar, im Internet unter www.evrn.de), eines Austauschforums für Elektromobilität. Dort hat er auch von der Eröffnung der Station erfahren. Rund um die Säulen war eine Reihe beeindruckender Automobile der Marken Tesla, BMW und Opel zu sehen – alles Geschäftsautos. Elektroautos sind – wie gestern zu hören war – wegen der langen Lieferzeiten gar nicht leicht zu bekommen. Die neuen Ladestationen in Lambsheim mit Leistungen von 50 beziehungsweise 42 Kilowatt können rund um die Uhr angefahren werden, sie sind für verschiedene Ladesysteme (Gleich- und Wechselstrom) ausgerüstet. Die Nutzer benötigen eine Ladekarte des Dienstleisters TheNewMotion, die per Internet bestellt werden kann. „Wenn ein Trend offensichtlich ist, bist du zu spät dran“, zitierte Michael Wahl den Apple-Gründer Steve Jobs in seiner Eröffnungsrede. Wahl ist einer der Geschäftsführer von Gaia, einem Dienstleister im Bereich der erneuerbaren Energien. In Deutschland sei der Trend, ein Elektroauto zu fahren, noch nicht so offensichtlich. Nur jede 200. Neuzulassung sei hierzulande ein Elektroauto. Spitzenreiter in Europa sei Norwegen, wo jedes dritte neu zugelassene Auto einen reinen Elektroantrieb habe. Sinnvoll sei der Antrieb aber nur, wenn die Energie auch aus regenerativen Quellen komme, so Wahl. Durch den Ausbau der Ladestationen sei die Reichweitenangst vieler potenzieller Nutzer fast unbegründet. Die schnelle Ladung sei ein Faktor, um die Akzeptanz der Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu steigern. Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) berichtete von der nicht einfachen Historie der Ladestation. Die VG hat sich ebenso wie Gaia mit 15.000 Euro eingebracht. Der Rest der Gesamtkosten von rund 60.000 Euro stammt aus Fördermitteln. Für die Ladestation sei ein Stromliefervertrag für „grünen Strom“ abgeschlossen worden. Insgesamt sieht Reith die VG in einer Vorreiterrolle für den Klimaschutz, weil die Stromerzeugung auf ihrem Gebiet bilanziell bereits den Wert von 132 Prozent ausweise. Das heißt, es wird mehr produziert als verbraucht. 14 Windräder erzeugen in der Verbandsgemeinde Strom.