Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Starker Frankenthaler Auftritt bei Landesmeisterschaften

Lara Elea Eckhardt vom LAC Frankenthal siegt über 1500 Meter.
Lara Elea Eckhardt vom LAC Frankenthal siegt über 1500 Meter.

Lara Elea Eckhardt vom LAC holt bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Mainz ebenso einen Titel wie Marike Meyer und Luca Ulrich im TG-Dress.

Geduld war angesagt bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Leichtathleten im Mainzer Otto-Schott-Sportzentrum. Weil nach einem Wolkenbruch am Vormittag die elektronische Zeitmessung streikte, nistete sich eine einstündige Verspätung ein. Diese zog sich durch den gesamten Wettkampf.

Eine Erlösung war dann der Startschuss, der erste Sprung, oder der erste Wurf. Den Fokus aufrechtzuerhalten war auch die Aufgabe für Lara Elea Eckhardt vom LAC Frankenthal. Die 27-Jährige war als Pfalzmeisterin nach Mainz angereist. In Kandel hatte sie ihre Bestzeit aus der Halle über 1500 Meter um ganze zwölf Sekunden auf 4:48,47 Minuten verbessert und war laut Startliste auch die Schnellste der sechs Starterinnen bei den Frauen. „Sie kann heute theoretisch gewinnen, wenn alles gut läuft, sie den Lauf richtig einteilt und mit den Temperaturen klar kommt“, sagte ihr Trainer Dino Ziegler vor dem Start bei schwülwarmem Wetter.

Die Taktik geht auf

Lara Elea Eckhardt hat ihren Schwerpunkt vom Berglauf zur Mittelstrecke verlegt. Da ging es hoch hinaus wie etwa beim Großglockner Mountain Run, der ihr mit 13,3 km Länge und 1300 Höhenmetern alles abverlangte. Hoch hinaus will die Frankenthalerin immer noch. Neben den Mittelstrecken auf der Bahn widmet sie sich auch dem Towerrunning, bei dem es in den Treppenhäusern von Hochhäusern, Türmen oder Wolkenkratzern so schnell wie möglich nach oben geht. Taktieren verbietet sich da von selbst, das ist auf der Mittelstrecke natürlich ganz anders.

Nicht zu schnell angehen, abwarten, das eigene Tempo zu laufen, um dann im Endspurt die Konkurrentinnen stehen zu lassen – so hatten Läuferin und Trainer das Rennen geplant. Lara Elea Eckhardt ließ die Konkurrentinnen auch erst einmal gewähren und das Tempo bestimmen, pendelte sich auf den Rängen fünf bis sieben ein, blieb geduldig, zog in der letzten Runde auf der Gegengeraden davon, um sich souverän den Rheinland-Pfalz-Titel zu sichern. In 4:51,36 Minuten setzte sich Eckhardt vor Rebecca Riedel (LG Rülzheim) mit 4:54,31 und Laura Köhler (LG Rhein-Wied) mit 4:56,24 Minuten durch.

I-Tüpfelchen fehlt

„Es ist sogar ein bisschen besser gelaufen ist als erwartet. Angesichts der Zeitverzögerung und des Wetters bin ich echt sehr, sehr zufrieden, auch wenn eine Bestzeit natürlich das i-Tüpfelchen gewesen wäre“, kommentierte die Siegerin ihr Rennen, das sie wie folgt beschrieb: „Die ersten 300 Meter waren ein bisschen zu schnell. Wir sind mit 54 Sekunden durch und der Plan war eigentlich, mit 58 durchzugehen und dann schneller zu werden. Aber stattdessen wurden wir langsamer. Und als wir dann auf die Schlussrunde gegangen sind, waren wir eigentlich schon wieder vier Sekunden zu langsam für eine Bestzeit.“

Lara Elea Eckhardt ist eigentlich für die süddeutschen Meisterschaften am 20. und 21. Juni in Koblenz qualifiziert, aber in sie geht als amtierende Vizemeisterin bei den deutschen Meisterschaften im Towerrunning am 21. Juni in Köln an den Start. Ihr Vereinskollege Moritz Müller belegte in der männlichen U18 mit 10,94 Meter den sechsten Platz im Kugelstoßen – in einem Wettbewerb, der von Starkregen unterbrochen wurde, der Ring und Kugel extrem rutschig machte. Über 100 Meter erreichte er im Vorlauf eine Bestzeit von 12,31 Sekunden.

TG Frankenthal hamstert Medaillen
Marike Meyer (TG Frankenthal) siegte im Weitsprung der U18.
Marike Meyer (TG Frankenthal) siegte im Weitsprung der U18.

Ein tolles Ergebnis erzielte die TG Frankenthal, die mit zwei Gold- , drei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille nach Hause fuhr. Sprinter Luca Ulrich (U18) holte zweimal Edelmetall. Über 200 Meter lief er vorne weg und siegte in guten 23,05 Sekunden. Auch über die 100 Meter zeigte er seine Sprintfähigkeiten und lief in 11,45 Sekunden zur Silbermedaille. Er wird auch bei den „Süddeutschen“ starten. Mehrkämpferin Marike Meyer (U18), die am vergangenen Wochenende die Norm für die deutsche Meisterschaft im Siebenkampf geknackt hatte, durfte sich ebenfalls über zwei Medaillen freuen. Im Weitsprung dominierte sie klar das Feld und sicherte sich mit einer von 5,42 Meter gekrönten guten Sprungserie die Goldmedaille. Bronze gewann Meyer im Speerwerfen. Mit ihrem weitesten Wurf von 37,35 Meter gelang der 16-Jährigen eine persönliche Bestleistung.

Ihre Vereinskollegin Alessia Burkhardt gewann die Silbermedaille im Speerwurf der weiblichen U18, als sie mit ihrem letzten Versuch tollen 39,06 Meter erzielte. Auch sie überbot mit diesem Wettkampf nochmals die Norm für die süddeutschen Meisterschaften. Magnus Urban (U18) komplettierte die TG-Medaillensammlung mit der Silbermedaille über die 400 m Hürden in Bestleistung von 62,20 Sekunden. Zuvor hatte Urban über 110 Meter Hürden als Sechster in 16,00 Sekunden erstmals die Norm für die „Süddeutschen“ geknackt. Er ist somit der vierte Athlet der TG, der an den süddeutschen Meisterschaften teilnimmt. Paul Vogel (U18) wurde bei seinem 3000-Meter-Debüt in 10:44,85 Minuten Vierter.

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