Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Squash-Regionalliga abgebrochen – SC Rhein-Neckar ist Vizemeister

SC-Kapitän Markus Herrmann (links), hier in einem früheren Match, hätte gerne um den Titel gespielt.
SC-Kapitän Markus Herrmann (links), hier in einem früheren Match, hätte gerne um den Titel gespielt.

Der Spielbetrieb in der Squash-Regionalliga ist schon seit Monaten ausgesetzt. Der Landesverband Rheinland-Pfalz hat nun entschieden, die Runde ganz abzubrechen. Die beiden letzten Spieltage in der zweithöchsten deutschen Liga fallen aus. Gewertet wird die Saison nach dem aktuellen Tabellenstand. Der in Frankenthal beheimatete SC Rhein-Neckar, der gute Titelchancen hatte, beendet die Spielzeit als Vizemeister.

Frankenthal. Mitte Juni ist Markus Herrmann, der Kapitän des SC Rhein-Neckar, erstmals wieder im Freizeitzentrum Barth in Frankenthal zum Squash-Spielen gewesen. Alleine. Squash-Training mit mehr als einer Person lässt die Corona-Verordnung der Stadt Frankenthal derzeit nicht zu. Also hat Herrmann rund eine Stunde lang Bälle gegen die Wand im Court geschlagen. Das erste Mal nach 14 Wochen langer Squash-Zwangspause. „Es hat natürlich Spaß gemacht, nach so langer Zeit mal wieder den Schläger in die Hand zu nehmen“, sagt Herrmann. „Aber es macht nicht so viel Spaß wie ein richtiges Training. Das vermissen meine Mannschaftskollegen und ich schon sehr“, betont der Kapitän.

Etwas neidisch blickt Herrmann da auf andere Städte und Gemeinden: Während in Frankenthal aktuell nur Soloeinheiten drin sind, darf auf den Squash-Courts in Bornheim bei Landau oder in Worms schon seit Mitte Juni wieder ein Training mit zwei oder drei Personen stattfinden.

Training mit dem Softball

Weil die Situation aber nun mal so ist, wie sie ist, halten sich die Jungs des SC Rhein-Neckar weiterhin vor allem mit Joggen, Rennradfahren und Krafttraining fit. Über ihre Whats-App-Gruppe tauschen sich die Mannschaftsmitglieder mit dem Smartphone aus. Als Anregung schicken sie dann auch mal ein Fitnessvideo einer Squash-Größe herum. Markus Herrmann hat nach eigener Aussage das eine oder andere Mal zu Hause mit einem Softball gegen die Wand gespielt. Vor ein paar Tagen hat er seinen ehemaligen Trainer in Bayern besucht. Der hat eine Padel-Tennis-Anlage. Padel-Tennis ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Mischung aus Tennis und Squash. Und ziemlich schweißtreibend. Herrmann und sein ehemaliger Coach haben sich zwei Stunden lang ordentlich duelliert.

An jenem Tag Mitte Juni, an dem Herrmann das erste Mal wieder in Frankenthal beim Squashen war, hätten die Vertreter des Verbands darüber entscheiden sollen, ob die Runde abgebrochen wird – oder zu einem späteren Zeitpunkt zu Ende gespielt werden soll. Das Treffen der Ligaverantwortlichen wurde dann noch einmal um zwei Tage verschoben, bevor tatsächlich eine Entscheidung fiel. Und die sieht folgendermaßen aus: Weil aufgrund der geltenden Verordnungen derzeit kein Wettkampfbetrieb möglich ist, wird die Saison in der Regionalliga abgebrochen.

Spannende Saison

Auf Grundlage einer Quotenregelung wurden die Endplatzierungen vergeben. Der SC Rhein-Neckar bleibt somit Zweiter und ist nun offiziell Vizemeister. „Aus sportlicher Sicht ist das schon ein bisschen frustrierend“, sagt Herrmann. „Unsere gute Ausgangssituation hätten wir natürlich gerne im Kampf um die Meisterschaft genutzt.“ Die Chance sei da gewesen.

Es war die spannendste Saison seit Langem in der Squash-Regionalliga. Zwei Spieltage vor dem Ende der Runde trennten die ersten vier Teams nur drei Zähler: Die SFI Boasters Germersheim führten die Tabelle mit 31 Punkten vor dem SC Rhein-Neckar (30), dem SRC Wiesental (29) und den SF Idar-Oberstein (28) an. Alles war noch möglich, alle vier Teams hätten noch Meister werden können. Alles lief auf einen spannenden Entscheidungsspieltag am ersten April-Wochenende hinaus.

Und da hätten alle Mannschaften ihre letzten beiden Partien in Frankenthal ausgetragen. Doch dann kam Corona. Und nun darf Germersheim jubeln. Ob und wann die kommende Saison gestartet wird, ist derzeit noch offen. Diese Entscheidung will der Landesverband im August treffen.

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