Interview RHEINPFALZ Plus Artikel „Spaß am Kämpfen“: Abschiedsspiel für Eckbachtaler Handballer

Kaum zu stoppen: Mohamed Subab belebte als Kreisläufer das Spiel der HSG. Bei seinem Abschiedsspiel muss er zuschauen. Er hat si
Kaum zu stoppen: Mohamed Subab belebte als Kreisläufer das Spiel der HSG. Bei seinem Abschiedsspiel muss er zuschauen. Er hat sich die Achillessehne gerissen.

Zwei Handball-Karrieren gehen am Samstag in der Dirmsteiner Sporthalle zu Ende. Mit einem Abschiedsspiel einer Auswahl alter Weggefährten gegen die aktuelle Truppe der HSG Eckbachtal sagen Peter Baumann und Mohamed Subab Servus. Im Gespräch blicken die beiden auf die abgelaufene Saison zurück.

Herr Baumann, Herr Subab, haben Sie schon realisiert, dass die Karriere zu Ende ist?
Subab:

Ich hab’ mir ja schon vor der Runde Gedanken darüber gemacht. Mir ist klar, dass ich aufgehört habe. Baumann: Definitiv realisiert. Die Planung war nie anders. Es war klar, dass das die letzte Saison wird. Das hat sich im Laufe der Runde bestätigt. Was jetzt kommt, ist schöne Zugabe. Was fangen Sie mit der vielen freien Zeit an?
Subab: Ich beschäftige mich damit, dass ich wieder gesund werde. Das wird noch einige Monate dauern. Danach schaue ich mal, was ich mache. Konkrete Pläne habe ich aber nicht. Ich werde weiter Sport machen, mich fit halten und auch ab und zu ins Training gehen. Baumann: Die Familie hat lange genug zurückgesteckt. Von daher ergibt sich alles von selbst. Dass ich hin und wieder im Training auftauche, steht völlig außer Frage. Ich habe mir jetzt aber nichts Festes vorgenommen. Der Ausstand aus sportlicher Sicht war mit dem Klassenerhalt in der Oberliga top, oder?
Baumann: Die Summe der Saison war top. Im Pokalfinale haben wir noch an einer Sensation geschnuppert, jetzt das Abschiedsspiel – das passt. Das Ende war ungünstig mit „Mopeds“ Verletzung und der Niederlage in Offenbach. Subab: Das sehe ich wie Peter. Die Verletzung ist ein Wermutstropfen. Aber wir haben unsere Ziele erreicht. Und: Nicht jeder bekommt ein Abschiedsspiel. Es ist schön, dass man so wertgeschätzt wird. Was hat in dieser Runde die Mannschaft ausgemacht?
Subab: Das Kämpferische. Wir haben die Jahre davor auch gekämpft. Aber man konnte jeden einwechseln, und der hat dann die Leistung gebracht wie der, für den er reingekommen ist. Auch die Zuschauer waren ein Faktor. Vor drei Jahren ist die HSG mit drei Punkten abgestiegen. Herr Baumann, Sie waren damals Trainer. Was war der Unterschied zu damals?
Baumann: Der Kader war damals nicht so breit aufgestellt. Es gab wenige Möglichkeiten, den Kader aus der zweiten Mannschaft zu ergänzen. Die A-Jugend ist heute deutlich stärker. Wir waren spielerisch nicht so schlecht. In diesem Jahr ist die Begeisterung gestiegen. Es war mehr Publikum in der Halle. Und das überträgt sich auf die Mannschaft. Man ist automatisch bereit, mehr zu geben. Wir sind nicht die spielerisch stärkste Mannschaft. Aber wir laufen bis zum Schluss. Egal, wie es steht. Und das liegt nicht jeder Mannschaft in der Oberliga. Wie beurteilen Sie die Zukunftsaussichten der HSG?
Baumann: Die A-Jugend ist heute in der Breite besser besetzt als früher. Wer hätte gedacht, dass Timo Kluzik so eine Leistung bringt? Mit ihm und Nisse Nehrdich haben wir zwei super Nachwuchsleute. Und es sind noch A-Jugendliche hintendran, die nachkommen. Es ist wichtig, dass der Spirit, der die HSG ausmacht, erhalten bleibt. Finanziell können wir keine großen Sprünge machen. Wir haben Spaß am Handball, Spaß am Kämpfen. Im Rückraum war oft die Personalnot groß. Wenn Thorsten Koch nächste Runde anruft und ganz lieb fragt ...
Baumann: Dann sage ich nein. Das Konzept Stand-by-Spieler hat diese Saison nicht funktioniert. Ich habe alle 35 Spiele gemacht. Wenn man spielen will, muss man auch eine gewisse Fitness mitbringen. Subab: Wenn man eine Zeit lang nichts macht und will dann aushelfen – das ist nicht sinnvoll. Die Gegenspieler sind jünger und robuster. Baumann: Der Handball hat sich grundsätzlich hin zum Athletischeren entwickelt. Was früher spielerisch gelöst wurde, wird jetzt stark über eine Einzelaktion gelöst. Das kann ich nicht mehr bringen. Wer kann das denn in Zukunft bei der HSG bringen?
Subab: Die Mannschaft. Ich würde da niemand einzeln rausheben. Unterm Strich haben wir die Spiele nicht wegen eines Spielers gewonnen, sondern wegen 14 und 16 Spielern. Letzter Höhepunkt der Karriere ist das Abschiedsspiel am Samstag. Auf was dürfen sich die Zuschauer freuen?
Baumann: Wir haben Leute eingeladen, die uns auf unseren Handballwegen begleitet und auch die Richtung vorgegeben haben. Das Spiel wird nicht ganz so schnell. Aber vielleicht dafür trickreich. Subab: Es geht darum, Spaß zu haben. Ich werde eben auf der Bank meinen Senf dazugeben. Wie sieht für Sie die Zukunft bei der HSG aus?
Subab: Ich werde Koordinator im Aktivenbereich, das Bindeglied zwischen den Herrenteams. Vielleicht geht auch was in Richtung Spielerakquise. Das müssen wir ausprobieren. Baumann: Ein Trainerjob ist schon reizvoll. Aber definitiv nicht nächste Saison. Ich werde in irgendeiner Form das Trainerteam unterstützen, vielleicht springe ich mal ein, wenn jemand in Urlaub ist.

 

So spielen sie

 

Das Team von Mohamed Subab und Peter Baumann: Dominique Chesneau, Rafael Marcinek, Christian Kirsch, Andre Rebholz, Sven Adlfinger, Tobias Lerzer, Ragnar Vollbrecht, Sascha Wiehl, Sven Foß, Kai Best, Martin Buschsieper, Sascha Hanke, Gjevabi Brahimi, Markus Leistner, Markus Julier, Benny Ritter, Nicolas Lehmann, Martin Lagun, Christian Jungbluth, René Sauerwein. Trainer: Vaso Goncin und Hans-Jürgen Schuler. Schiedsrichter: Jürgen Haas und Ralph Müller (beide TG Osthofen).

Termin

Das Abschiedsspiel von Peter Baumann und Mohamed Subab wird am Samstag um 19 Uhr in der Sporthalle Dirmstein angepfiffen. Der Erlös geht an die Lebenshilfe Bad Dürkheim.

Peter Baumann hat mit seiner Erfahrung das Spiel der HSG gelenkt und war nur selten in Schieflage zu bringen.  Foto: BOLTE
Peter Baumann hat mit seiner Erfahrung das Spiel der HSG gelenkt und war nur selten in Schieflage zu bringen.
x