Frankenthal
Schiller Realschule: In viele Berufe geschnuppert
Zur Begrüßung war die Turnhalle bis auf den letzten Platz gefüllt, denn neben den Neuntklässlern hatte die Schulleitung auch deren Eltern als wichtige Begleiter zur Berufsorientierung eingeladen. Schulleiter Dieter Jäger sieht neben Praktika, Bewerbertraining und Betriebsbesichtigungen den Austausch mit verschiedenen Unternehmen an diesem Abend als wertvolle Gelegenheit für die Schüler, ihre Berufsentscheidung fundiert zu treffen.
Zu Beginn zeigten fünf Schüler in einem originellen Sketch, wie man sich bei einem Vorstellungsgespräch nicht verhalten sollte, etwa in Hoodie-Kleidung auf die Abschlussfrage „Haben Sie noch Fragen?“ mit „Nee – weiß schon alles!“ zu antworten. Die Stufensprecherinnen Lena und Laura bedankten sich bei den Unternehmensvertretern, bevor Eltern und Schüler getrennte Wege gingen und sich in Vorträgen und Einzelgesprächen über den Bewerbungsprozess und den Ausbildungsablauf informierten.
Klimatechnik zunehmend beliebt
Die Unternehmen vermittelten branchenübergreifend die Botschaft, dass derzeit genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Stefan Rieger von FK Kälte & Klima sieht großes Zukunfts- und Wachstumspotenzial in seiner Branche. Azubi Patricio Demerji, der bei ASS ODM in Grünstadt seine Ausbildung macht, freute sich, den einen oder anderen bekannten Lehrer zu treffen. Die Handwerkskammer Pfalz vertritt 130 verschiedene Berufe. Neben dem Kfz-Mechatroniker erfreuen sich Handwerksberufe Richtung Sanitär, Heizung und Klimatechnik zunehmender Beliebtheit. Mädchen interessieren sich laut Kammervertreterin verstärkt für Berufe im Bereich Orthopädie und Zahntechnik.
Der Slogan „Du hast uns gerade noch gefehlt“ von Mexia Eventservice wirbt um Auszubildende. Katalina Scheurer, angehende Veranstaltungskauffrau, schätzt die Vielseitigkeit ihres Berufs, die Mischung aus Technik und Kaufmännischem sowie die Kontakte zu bekannten Stars.
Fielmann-Filialleiter Jan-Sebastian Freer fragte zwei interessierte Jungs: „Habt ihr Bock auf Mode?“. Ein Optiker sollte neben Interesse für Physik kommunikativ sein und zusammen mit dem Kunden die passende Brille finden, erläuterte er. Praktika helfen bei der Berufsentscheidung, auch ein Schnuppertag sei möglich. Wer bei Engelhorn eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel beginnen möchte, sollte sich ebenfalls für Mode und/oder Sport interessieren. Jörg Müller erläuterte, dass man nach zwei Jahren Ausbildung bereits den Abschluss Verkäufer erwirbt, aber die Ausbildung weiterführen sollte.
BASF öffnet Bewerbungsportale
Vor gut gefülltem Klassensaal berichtete BASF-Informatikausbildungsleiterin Jessica Mensch den Eltern über das Auswahlverfahren bei der BASF. Nach dem Ausbildungstag an diesem Samstag werden die Bewerbungsportale für 2026 geöffnet, aber auch für 2025 gibt es noch freie Plätze. Eine frühe Bewerbung sei empfehlenswert. Auf die Frage: „Warum bewirbst Du Dich gerade bei uns?“ gebe es keine richtige Antwort; man wolle wissen, was den Bewerber motiviert, wie etwa die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes. Für Unentschlossene oder diejenigen ohne Ausbildungsplatz bietet die BASF das Programm „Start in den Beruf“.
Die Ordnungshüter waren gleich zweimal vertreten: als Bundespolizei und als Landespolizei. Sportlichkeit und mindestens ein Schwimmabzeichen in Bronze werden bei beiden vorausgesetzt und im Polizeitest geprüft. Ein sauberes Vorstrafenregister ist selbstverständlich, und Tätowierungen sind abzudecken.
Kerstin Lenhard von der Mannheimer Akademie für soziale Berufe schätzte den Austausch mit den Jugendlichen und deren Eltern. Momentan sei das Interesse an sozialen Berufen groß, besonders die Erzieherausbildung erfreue sich großen Zuspruchs.
Heike Bentz warb für die Bundeswehr, und da nicht nur für den Militärdienst. „Viele wissen nicht, dass wir auch ein großer ziviler Arbeitgeber sind und 50 technische bzw. kaufmännische Berufe ausbilden.“ Der nächste Standort sei Bad Bergzabern. Nach Bentz’ Einschätzung wird die Bundeswehr in aktuellen Krisenzeiten wieder stärker wahrgenommen, was sich in unterschiedlichen Anfragen äußert: Neben Berufsmöglichkeiten werde auch nach Wegen zur Verweigerung des Militärdienstes gefragt.