Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Schülerverkehr: Große Mehrheit für Verstärkerbusse

Rund 38.000 Euro lässt sich die Stadt die zusätzlichen Busse im Schülerverkehr kosten.
Rund 38.000 Euro lässt sich die Stadt die zusätzlichen Busse im Schülerverkehr kosten.

Ein Grundsatzbeschluss ist schon vor den Sommerferien gefallen. Wenige Tage später hat das Land seine Förderung eingestellt. Jetzt will die Stadt Corona-Verstärkerbusse im Schülerverkehr selbst finanzieren. Die Kommunalpolitik unterstützt diesen Frankenthaler Sonderweg mit großer Mehrheit.

Rund 38.000 Euro will die Verwaltung ausgeben, um mindestens bis zu den Weihnachtsferien morgens und mittags zusätzlich Busse auf der Linie 466 einzusetzen, die über die Vororte Studernheim, Eppstein und Flomersheim zum Hauptbahnhof rollt und dabei auch an den Gymnasien sowie der Robert-Schuman-Schule hält. Das Hauptargument: Wenn im Herbst die nächste Corona-Welle anrollt, sollen Kinder und Jugendliche dank der Verstärkerbusse besser vor einer möglichen Ansteckung geschützt sein.

An dieser am 20. Juli vom Stadtrat beschlossenen Aufstockung möchten die Verantwortlichen festhalten, obwohl das Land am 31. Juli mitgeteilt hat, die finanzielle Förderung für die zusätzlichen Fahrzeuge einstellen zu wollen. Aus Sicht von Daniel Winkes (CDU) ist das „bedauerlich“, Sylvia Schaich (Linke) nannte den Schritt im Haupt- und Finanzausschuss „traurig“. SPD-Fraktionsvorsitzende Aylin Höppner stellte die Frage, wie sich die Schüler schützen sollen, wenn sie „wie Sardinen in der Büchse“ im Bus zusammengepfercht seien.

„Erhält Funktionsfähigkeit“

Rainer Schulze (Grüne/Offene Liste) zufolge dient der Einsatz zusätzlicher Busse sogar dazu, „die Funktionsfähigkeit der Schulen zu erhalten“, weil weniger Infektionen in die Einrichtungen getragen würden. Hartmut Trapp (AfD) sieht die Verstärkung als Beitrag zum Schutz von Kindern und Lehrern. Überhaupt nicht einverstanden zeigte sich Thomas Börstler (FDP): Seine Fraktion habe den Verstärkerbussen im Stadtrat zwar zugestimmt. Obwohl das Land deren Notwendigkeit offenbar nicht mehr sehe, tue man in Frankenthal so, „als ob wir wie 2020 am Anfang der Pandemie stehen“. Der Liberale forderte eine „Rückkehr zur Normalität“.

Dem hielt FWG-Fraktionssprecher Jesko Piana entgegen, dass es sich hier wohl eher um eine „neue Normalität“ handele, weil Corona nach wie vor nicht überwunden sei.

x