Segeln RHEINPFALZ Plus Artikel Saarländer bei Pfälzer Regatta auf dem Silbersee vorn

Großer Bahnhof an der ersten Boje.
Großer Bahnhof an der ersten Boje.

Bestes Segelwetter sorgt schon am ersten Tag der Pfälzer Regatta auf dem Silbersee bei Bobenheim-Roxheim bei Veranstaltern und Startern für gute Laune. Zwei haben besonderen Grund zum Feiern.

Für Peter Mehs war die Anfahrt zur Pfälzer Regatta auf dem Silbersee am Ostrand von Bobenheim-Roxheim in diesem Jahr etwas stressig. „Meine Tochter hat ihr Abitur gemacht und am Freitag war noch Abiturfeier. Naja gut, morgens steht man da halt früh auf“, erzählt der 63-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Peter Mehs ist der Steuermann des Boots mit dem Namen „Le Cornichon“ (die Essiggurke). Dessen Besitzer Reinhard Harig übernimmt die Rolle des Vorschoters. Seine Aufgabe besteht darin, das Vorsegel und den Spinnaker zu setzen, zu bedienen und zu bergen. Die beiden Saarländer sitzen in einem der elf Boote, die letztlich an der Regatta teilnehmen. Veranstalter ist der Wassersportverein (WSV) Roxheim, der dabei vom Kanu-und-Segelclub Frankenthal (KCF) unterstützt wird.

Ausnahmsweise fünf

Mehs und Harig sitzen im einem Boot der Klasse 517. Dieser Jollenkreuzer gilt als sicher, problemlos und unsinkbar. Ursprünglich war die Pfälzer Regatta als Ranglistenregatta ausgeschrieben. Da aber nicht genügend 517er am Start waren, um für die Rangliste punkten zu können, wurden die verschiedenen Bootsklassen wie 517, Korsar oder Schwertzugvogel zu eine Wettkampfklasse zusammengefasst. „Fünf 517er waren da, sieben hätten es aber sein müssen, um als Ranglistenregatta ausgetragen werden zu können“, erklärt Elke Ries vom KCF, die das Regattabüro leitet.

Damit die unterschiedlich großen und schweren Boote in einem Wettkampf gewertet werden können, gibt es die so genannte Yardstickzahl. Diese soll die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Bootes widerspiegeln und wird für jede Bootsklasse empirisch ermittelt. „Das bedeutet, dass nicht unbedingt der, der als Erster ins Ziel geht, gewonnen hat. Vielmehr wird die gesegelte Zeit mit der Yardstickzahl verrechnet, und diese berechnete Zeit wird dann auch bewertet“, erklärt Elke Ries. Sie freut sich, dass alle fünf geplanten Wettfahrten durchgeführt werden konnten. Das sei auf dem Silbersee eher die Ausnahme.

Die Mischung stimmt

„Auf dem Silbersee ist entweder ganz viel Wind, aber das Wetter ist nicht so schön, oder aber schönes Wetter und dafür ganz wenig Wind. Am Samstag war das aber optimal, deshalb haben wir gleich vier Wettfahrten durchgezogen“, schildert sie. Alle fünf Wettfahrten hatten eines gemeinsam: Peter Mehs und Reinhard Harig landen jedes Mal auf Platz eins und gewinnen damit die Regatta souverän vor Tomas und Dominika Zarate vom WSV Roxheim und Dieter Jung und Heinz Dochnahl vom KCF. Mehs fühlt sich wohl auf und um den Silbersee. „Wenn man auf dem Wasser ist, kann man den Alltag vergessen und an Land kann man viel feiern. Hier herrscht immer ein große Gastfreundschaft“, schwärmt der für den Yachtclub Saarbrücken startende Regattasieger, der aus einer Seglerfamilie stammt und im Alter von drei Jahren zum ersten Mal in einem Boot saß.

„Damals war ich mehr als lebender Ballast im Boot. Ich war Vorschoter und bin zwei Jahre lang mit einem Klubkameraden zusammengefahren. Wir waren immer vollkommen glücklich, wenn wir mal Vorletzter waren“, erinnert er sich und lacht. Aber sollte bald ändern. Im Alter von sieben Jahren wurde Mehs, der mittlerweile mit seiner Schwester segelte, zum ersten Mal Landesmeister, holte später auch als Jugendlicher Titel. Als er in der 470er-Jolle startete, einer Bootsklasse, die 1976 in Montreal erstmals Teil der Olympischen Spiele war, schaffte er es sogar in C- und B-Kader.

Auch die Küche begeistert

Allerdings gab Peter Mehs Beruf und Studium den Vorzug vor dem Segeln als Leistungssport. Dem Segeln blieb er aber treu, stieg auch mal bei der legendären Kieler Woche ins Boot und schwärmt von den Gemeinschaftserlebnissen, die ihm das Segeln beschert hat. „Wenn wir abends zu zwanzigst im VW-Bus saßen, war das richtig klasse. Ich habe viele Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen, das möchte ich nicht mehr missen“, betont er.

Möglich machten das besondere Sporterlebnis auf dem Silbersee die Helfer von WSV und KCF. „Wir haben drei Motorboote mit je zwei Mann auf dem Wasser, dann brauchen wir Helfer, die die Boote rein- und rausfahren und natürlich unser Küchenteam. Wir brauchen also mindestens zehn bis 15 Leute, um so eine Regatta durchzuführen“, schildert Elke Ries. Das kulinarische Motto für den Samstagabend beim KCF lautete übrigens „Pfalz trifft Toskana“. Das kam bei allen sehr gut an.

Info

Wer Interesse am Segeln hat, kann per E-Mail an 1.vorsitzender@wsv-roxheim.de oder geschaeftsfuehrung@kcf1922.de Kontakt aufnehmen.

Die Sieger: Reinhard Harig (links) und Peter Mehs.
Die Sieger: Reinhard Harig (links) und Peter Mehs.
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