Frankenthal Reizthema Parken

Hinter das Hinweisschild im Vordergrund setzen Anwohner ein Fragezeichen: In der Hammstraße gebe es keine ausgewiesenen Parkplät
Hinter das Hinweisschild im Vordergrund setzen Anwohner ein Fragezeichen: In der Hammstraße gebe es keine ausgewiesenen Parkplätze.

Eine der wichtigen Fragen, die die Anwohner beschäftigt, lautet: Warum musste die Deutsche Bahn am Haltepunkt Süd keine Parkplätze für Autos schaffen? Bei den rund 30 anwesenden Bürgern gibt es aber durchaus unterschiedliche Standpunkte zur möglichen Lösung des Parkproblems. „Jeder Häuslebauer muss Standplätze für seine Autos nachweisen. Warum muss die Bahn keine schaffen, wenn sie ein Projekt wie den Haltepunkt Süd baut?“ Die Frage, die Siegrid Gerhardt zu Beginn der Veranstaltung stellte, blieb unbeantwortet. „Wir sind heute nicht da, um Lösungen anzubieten, wir wollen ihre Probleme aufnehmen“, stellten Christian Baldauf und andere CDU-Vertreter immer wieder klar. Viele Anwohner sind verärgert, weil sich ihrer Ansicht nach nichts bewegt am Haltepunkt. Siegfried Roos, der in einem der Hochhäuser am Haltepunkt wohnt und die Kritik vor Ort ein wenig koordiniert, moniert, dass ein gleiches Treffen genau vor einem Jahr mit Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) an dieser Stelle stattgefunden habe. Auch damals habe es keine Antworten gegeben, aber das Versprechen, ein weiteres Treffen anzuberaumen, bei dem Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen würden. „Auf dieses Treffen warten wir bis heute“, kritisierte Roos. Rund 150 Unterschriften habe er gesammelt und Hebich übergeben. Die CDU’ler versprachen, Hebich darauf anzusprechen. Die Parksituation und die zu kurzen Lärmschutzeinrichtungen waren Anliegen, die Roos ansprach. Einmal abgesehen davon, dass er den Haltepunkt komplett für unnötig erachtet, ärgert er sich, dass der Lärmschutz an der Schneckennudelbrücke endet und die südlich davon stehenden Hochhäuser quasi ungeschützt sind. Auch die Anwohner dort hätten einen Anspruch auf Lärmschutz, betonte er. Die Parksituation auf der Ostseite des Carl-Bosch-Rings entlang der Bahnlinie missfällt Roos. Tagsüber sei hier alles zugeparkt; nach seiner Ansicht sollte Parken hier untersagt sein. Im Gespräch stellte sich heraus, dass dort stehende Parkverbotsschilder irreführend sind. Denn das absolute Parkverbot gilt nur für den Grünstreifen neben der Straße, nicht jedoch für das (erlaubte) Parken auf der Straße. Dass nun CDU-Politiker sagten, dass man dies auf der Straße kennzeichnen sollte, passt Roos gar nicht. Der Haltepunkt werde enorm gut angenommen, ist die Erfahrung vieler der Anwesenden. Nicht alle Anwohner sind dagegen, dass entlang der Ostseite des Carl-Bosch-Ringes geparkt werden darf. Es müsse eben ein Miteinander von Haltepunktnutzern und Anwohnern sein. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde hinter einigen öffentlichen Parkplätzen von der Stadt ein Schild montiert: „Weitere Parkplätze in der Hammstraße.“ Das finden einige Anwohner „witzig“: Schließlich gebe es in der Hammstraße ebenfalls noch keine ausgewiesenen Parkplätze für den Haltepunkt. Außerdem könnten ortsunkundige Verkehrsteilnehmer mit dem Schild nichts anfangen. Anwohner Nils Peters kritisierte, dass der Haltepunkt schon lange in Betrieb sei, es aber immer noch keine gewöhnlichen Fahrradabstellplätze gebe. Abschließbare Fahrradboxen, die für hochwertigere Räder angemietet werden können, stehen bereit, sind aber wohl ebenfalls noch nicht freigegeben. Die Mehrzahl der Haltpunktnutzer wolle aber sicher einfache Fahrradbügel, meint Peters. Der Fahrstuhl des Haltepunkts, der mehr stehe als dass er nutzbar sei, ist ebenfalls ein Thema. Baldauf erklärte, dass die Bahn die Wartung an eine Fremdfirma vergeben habe. „Es ist überhaupt schwierig, mit der Bahn zu verhandeln. Aber wir versuchen, einen Vertreter der Bahn hierherzuholen“, versprach der Abgeordnete. Weniger mit Blick auf den Haltepunkt als auf die Verkehrssituation im Carl-Bosch-Ring fordern einige Anwohner Maßnahmen zur Temporeduktion insbesondere im Bereich der Grundschule und des Kindergartens. Lärm, den Jugendliche diesseits und jenseits der Bahnlinie am Abend bei Treffen verursachen, ist aus Sicht einiger Anwohnern ebenfalls ein Problem.

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