Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Zumindest die Kopfbedeckung stimmt schon mal. Der Termin fürs Strohhutfest ist Sänger Monji El Beji – hier beim Dreh des Films „
Das Drehteam nach den Dreharbeiten zu »Hiwwe wie Driwwe« in den USA. Vorne Monji el Beji, dahinter Christoph Erbach.

Pfalz: Vergessene Hauptstadt

Die Pfalz gehört ja zu jenen Regionen, die keine wirkliche Hauptstadt haben. Zumindest keine feste. Denn wo das Zentrum ist, ändert sich im Verlauf des Jahres mehrmals. Während der Mandelblüte ist etwa Gimmeldingen die Hauptstadt der Pfalz, während des Wurstmarkts Bad Dürkheim und wenn der FCK spielt, sind alle Pfälzer Augen auf Kaiserslautern gerichtet. Frankenthal ist normalerweise im späten Frühjahr dran, dann weiß jedes Kind: „In Frankenthal ist Strohhutfest.“

Doch ein paar Pfälzer Musiker haben das leider verbummelt, obwohl sie selbst schon mehrfach in der Hauptstadt der geflochtenen Kopfbedeckung gespielt haben: Die Band Fine R.I.P. feiert an diesem Wochenende ihr 25. Bühnenjubiläum – in Fußgönheim! Dort haben die Musiker das Mundart-Festival „Babbel doch!“ auf die Beine gestellt und wollen den Ort zur „deutschen Mundart-Hauptstadt“ machen.

Darauf angesprochen, dass sie die Pfälzer Hauptstadt-Rotation ins Ungleichgewicht bringen, antwortet Frontmann Monji El Beji so ehrlich wie das nur ein Pfälzer kann: „Es duud uns lääd. Mer hänn ääfach net dra gedenkt. Sorry Frongedahl, war net bees gemäänt!“ Timo Benß

Achtung, Blitzer: Wir erklären, warum die Polizei manchmal solche Aktionen selbst ankündigt.
Achtung, Blitzer: Wir erklären, warum die Polizei manchmal solche Aktionen selbst ankündigt.

Blitzer: Verratene Termine

„Warum verraten Sie das denn?“ Diese Frage hat der Redaktion diese Woche eine Leserin gestellt, nachdem wir am Montag seit Langem mal wieder über eine bevorstehende Geschwindigkeitskontrolle informiert hatten. Der Ort: Bobenheim-Roxheim. Der Tag: 21. Juni. So könnten sich die Autofahrer ja darauf einstellen, führen an dem Tag langsam durch den Ort, um am nächsten wahrscheinlich wieder ordentlich aufs Gas zu treten, meinte die Leserin.

Es war ein durchaus angenehmes Telefonat, und die Dame aus dem Leiningerland bedankte sich zum Schluss noch für den Leser-Blattmacher-Austausch und für die Aufklärung in Sachen Blitzerhinweise. Die stammen nämlich von der Polizei selbst und werden den Medien hin und wieder zur Veröffentlichung angeboten, um das Thema im Bewusstsein der Bevölkerung zu halten. Die Autofahrer werden auf die Art „generalpräventiv“, wie es im Fachjargon heißt, daran erinnert, dass die Polizei sie jederzeit beim Rasen erwischen kann, denn irgendwo sind immer irgendwelche Radargeräte und Laserpistolen im Einsatz. Und weil Zeitraum und Straße nicht verraten werden, fahren den Beamten vermutlich trotz der Vorwarnung noch genug Leute in die Radarfalle. Auf dass sich das dann „generalkurativ“ in deren Gedächtnis festsetzen möge. Waltraud Werdelis

Innenstadtbelastungstest: Beim Strohhutfest herrscht in der Frankenthaler Innenstadt bis Sonntagabend der Ausnahmezustand. Hier
Innenstadtbelastungstest: Beim Strohhutfest herrscht in der Frankenthaler Innenstadt bis Sonntagabend der Ausnahmezustand. Hier ein Bild von der Eröffnung am Donnerstag.

Polizei: Verwunderliche Bilanz

Von einem „überwiegend friedlichen ersten Strohhutfesttag“ spricht die Polizei Frankenthal am Freitag in einer ersten Zwischenbilanz. Was dann folgt, ist für friedliebende Zeitungsleute dann doch ein wenig verwunderlich: Immerhin fünf Fälle von Körperverletzung, ein Raub, eine Sachbeschädigung sowie ein Fahrraddiebstahl haben die Beamten in weniger als zwölf Stunden nach der Eröffnung des größten Straßenfests der Pfalz beschäftigt. Dazu wurden mehrere Platzverweise gegen Störenfriede ausgesprochen. Ein Randalierer habe sich in der Nacht erst in der Zelle wieder beruhigt, heißt es auf Nachfrage. Unter einer friedlichen Feier könnte man sich auch etwas anderes vorstellen. Aber es ist vermutlich wie so oft im Leben: alles eine Frage der Perspektive. Wir hoffen jedenfalls für die Beamten, dass es bis Sonntagabend rund um den Rathausplatz weiter so „friedlich“ bleibt – oder vielleicht sogar noch ein bisschen friedlicher wird. Sonja Weiher

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