Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Bei der Kfz-Zulassungsstelle des Rhein-Pfalz-Kreises ging zum wiederholten Male wochenlang fast gar nichts.
Bei der Kfz-Zulassungsstelle des Rhein-Pfalz-Kreises ging zum wiederholten Male wochenlang fast gar nichts.

Sondersitzung: Rätselhaft

In Bobenheim-Roxheim geht man nach einem Mehrheitsbeschluss der Frage nach, ob und wie nördlich des Littersheimer Wegs ein Baugebiet erschlossen werden könnte. Und die Minderheit im Gemeinderat denkt sich immer wieder etwas aus, um das zu verhindern. Mit der Forderung nach einem Bürgerentscheid ist das halbe Dutzend Abgeordneter abgeblitzt, und das Verpetzen der Pläne beim Verkehrsministerium, weil die Lärmquelle Wormser Flugplatz doch so nah sei, hat auch nichts genützt. Deshalb dachte sich ein FWG-Mitglied: Versuchen wir es mal mit dem, was früher Telekolleg genannt wurde. Sein Antrag am Donnerstag im Bauausschuss: Alle Mitglieder von Rat, Bau- und Umweltausschuss sollen zur Weiterbildung verpflichtet werden und sich in einer Sondersitzung eine SWR-Sendung anschauen.

Die handelt offenbar davon, wie man Wohnraum schafft, ohne dafür Äcker zu versiegeln. Man ahnt es: Der Antrag fand noch nicht mal innerhalb der Minderheit eine Mehrheit. Der Bürgermeister hatte ihn zuvor schon allein wegen des Sitzungsgelds ins Reich der Absurditäten verwiesen und gefragt, was sich so oder so ähnlich auch die Bürger fragen dürften: „Was käme dann als Nächstes? Würden wir uns in einer Ratssitzung einen ,Tatort’ anschauen, wenn eine Szene an unserem Altrhein gedreht worden wäre?“ Waltraud Werdelis

KFZ-Zulassung: Schmerzhaft

Es könnte alles so einfach sein: Man vereinbart einen Termin, geht am entsprechenden Tag zur zuständigen Person mit den nötigen Unterlagen und schwups: Auto angemeldet. So einfach ist es aber nicht. Zumindest nicht bei der Kfz-Zulassungsstelle des Rhein-Pfalz-Kreises, bei der zum wiederholten Male wochenlang fast gar nichts ging. Wenn die Zustände derart prekär sind, dass zeitweise selbst Zulassungsdienste und Autohäuser abgewiesen werden, dann liegt das eben nicht nur an temporären, krankheitsbedingten Ausfällen. Dann ist der Wurm drin. Dass die Außenstelle in Heßheim mehrere Wochen am Stück ganz geschlossen bleiben muss, hatte es bereits im Sommer vergangenen Jahres gegeben. Offenbar ist seitdem nichts passiert, das eine Lösung des strukturellen Problems gebracht hätte – etwa ein funktionierendes Notfallkonzept. Ausbaden müssen es die überlasteten Mitarbeiter in der Abteilung – denen Landrat Clemens Körner (CDU) immerhin mehrfach seinen Dank ausgesprochen hat – und die verärgerten Bürger. Ob aus dieser neuerlich schmerzhaften Erfahrung gelernt wird? Bei der nächsten Urlaubs- und Krankheitswelle wissen wir es. Stefan Heimerl

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