Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Neue Zeit
Mit einer klitzekleinen Verzögerung beginnt nun also auch in Frankenthal die digitale Zukunft – jedenfalls insofern, als dass Autofahrer ab sofort ihre Parkzeit per App reservieren und bezahlen können. Das ist für all diejenigen, die nicht mehr so gerne Kleingeld mit sich rumschleppen, eine komfortable Lösung. Die es – nur so nebenbei – bereits seit 5 (in Worten: fünf) Jahren in Kaiserslautern gibt. Dass die Frankenthaler dann doch noch so lange auf die Segnungen dieser im Grunde simplen Technik haben verzichten müssen, ist im Nachhinein ein bisschen ärgerlich. Zumal die Verwaltung die Kosten für die Einrichtung der Software irgendwann einmal auf 200 Euro beziffert hatte. Sei’s drum. Ein anderes Thema aber meidet die Kommunalpolitik im Wahljahr 2023 wie der Teufel das Weihwasser: das unter Alt-OB Theo Wieder (CDU) angekündigte und seitdem nicht konkretisierte Parkraumbewirtschaftungskonzept. Anstelle gezielter Steuerung der Mobilität wird offenbar weitergewurschtelt – frei nach dem Motto: Wer nix macht, macht auch nix falsch.
Altes Problem
Frankenthal hat – das kann man wohl ohne Übertreibung sagen – eine tierische Osterwoche hinter sich. Streicht ein Wolf durch Stadt und Umland? Diese Frage hat für einige Aufregung gesorgt. Entsprechend fleißig wurden im Internet Bilder und Videos geteilt und kommentiert, die das Tier bei seinem Streifzug zeigen sollen: wie es nächtens durchs Heßheimer Viertel trottet oder neben einem Auto die Carl-Benz-Straße entlang trabt. Erstaunlich selten hat in diesem Zusammenhang das Facebook-Publikum die Frage gestellt, ob das, was es da sieht und berichtet bekommt, auch echt und authentisch ist. Umso intensiver hat sich genau mit diesem Thema ein Mann beschäftigt: Michael Back, bei den Landesforsten zuständig für das Großkarnivoren-Monitoring. Am Ende seiner Analyse, die er auch mit Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) besprochen hat, ist Back zu dem Schluss gekommen: Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem Vierbeiner um einen streunenden Hund – woher dieser auch immer kommen mag. Für Back ergibt sich dabei angesichts der Vielzahl der Hinweise immer das größte Problem, wenn deren Urheber nicht bekannt, Zeit und Ort von Aufnahmen nicht vermerkt sind. Seine größte Bitte lautet deshalb: Wer eine Beobachtung gemacht und dokumentiert hat, sollte sich zu allererst unter der Nummer 06306 911199 an das Koordinationszentrum Luchs und Wolf wenden. Das erspart mutmaßlich allen Beteiligten Zeit und Nerven.