FRankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Den „Finderlohn“ teilen Mia (mit dem Kuchen), Ella (mit der Karte) und Carla (zweite Reihe rechts), die Lehrerin Nicole Wantzeli
Den »Finderlohn« teilen Mia (mit dem Kuchen), Ella (mit der Karte) und Carla (zweite Reihe rechts), die Lehrerin Nicole Wantzelius ins Bild montiert hat, weil sie beim Fototermin krank war, natürlich mit ihren Mitschülern.

Detektive: Spürnasen

Zum Ende des Schuljahres wurde es zuletzt für die 2a der Friedrich-Ebert-Grundschule in Frankenthal noch einmal richtig aufregend. Drei ihrer Mitschülerinnen waren in einen echten kleinen Kriminalfall verwickelt, wie Klassenlehrerin Nicole Wantzelius berichtet. Auf dem Schulweg habe eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund am Jakobsplatz unterwegs war, den Mädchen Carla, Ella und Mia einen Packen Unterlagen in die Hand gedrückt mit dem Auftrag, diesen in der Schule abzugeben. Wie sich herausstellte, handelte es sich um wichtige Unterlagen wie Zeugnis und Klassenarbeiten einer Sechstklässlerin am Gymnasium.

Als die Eltern des Mädchens die Papiere in der Grundschule abholten, hätten sie erzählt, dass diese zusammen mit dem Fahrrad ihrer Tochter gestohlen worden seien. Die Gymnasiastin habe morgens nur kurz die Freundin abgeholt – und weg waren Drahtesel und Dokumente. Nach den Unterlagen, die wie Wantzelius vermutet, achtlos ins Gebüsch geworfen worden waren, tauchte zwei Wochen später tatsächlich auch das Fahrrad wieder auf.

Von dem glücklichen Ende des Falls erfuhren die Zweitklässler, weil die Eltern der Sechstklässlerin noch einmal in die Grundschule kamen – und diesmal etwas mitbrachten: Mit einem Kuchen und 50 Euro bedankten sie sich bei den kleinen Detektiven. Die wollen sich nun mit einem Eis für den letzten Teil ihrer Ermittlungen stärken und herausfinden, wer die Unbekannte war, die ihnen den Packen Papiere überreicht hatte. Mithilfe der digitalen Tafel wurde dafür schon mal recherchiert, um welche Rasse es sich bei dem Hund handeln könnte, mit dem die Frau morgens unterwegs war. Sonja Weiher

Pandemie: Spaßbremse

Corona – Sie erinnern sich? Da war doch was! Tatsächlich verhält es sich mit dem kollektiven Gedächtnis so ein bisschen wie mit dem Erinnerungsvermögen eines Goldfischs: Ganz schnell ist eine ganze Menge vergessen. Und tatsächlich entwickelt sich selbst im beruflichen Umgang mit dem Thema zuweilen eine gewisse Ignoranz. Ein bisschen weniger Testen, auch mal die Maske zu Hause vergessen. Der Blick in die werktägliche Meldung des Landesuntersuchungsamts, die zwar „nur“ die per PCR-Test bestätigten Infektionsfälle aufführt, mahnt zur Vorsicht. Die aktuellen Zahlen hätten Frankenthal im Sommer vor einem Jahr in kollektive Schnappatmung versetzt. Nur zur Erinnerung: Die damalige Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 6,2. Der Wert vom gestrigen Freitag: 422,6. Während diese Messgröße ja irgendwie ein bisschen abstrakt daherkommt, wird es bei einer anderen statistischen Angabe ganz schrecklich konkret. 89 Menschen sind seit Beginn der Pandemie an oder mit Covid-19 gestorben. Insofern: Es schadet offenbar nicht, das Gedächtnis ab und an aufzufrischen. Und sich klarzumachen, dass es nach wie vor eine ganze wichtige Regel gibt: sich und andere zu schützen. Jörg Schmihing

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