Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Testzentrum: Zurückgehalten
Normalerweise ist Jürgen Maring in Sachen Eigenwerbung alles, aber nicht zurückhaltend. Wenn es beispielsweise in der Vergangenheit um die Public-Viewing-Events zu großen Fußballturnieren ging, da war der umtriebige Unternehmer durchaus offensiv unterwegs. Dieses Mal beschränkte sich seine Öffentlichkeitsarbeit auf eine knappe E-Mail am Freitagnachmittag. Wer sich auf wen verlassen und wer letztlich warum versäumt hat, über den Betreiber- und Konzeptwechsel beim Public-Testing-Event auf dem Festplatz zu informieren, ist vielleicht gar nicht so wichtig. Es sei denn, den Beteiligten war die ganze Aktion vielleicht im Nachhinein doch ein bisschen peinlich ...
Wenigstens auf den ersten Blick sieht es danach aus, als seien diejenigen, die bisher an der Benderstraße für den Corona-Check per Antigentest gesorgt haben, kurzerhand ausgebootet worden. Natürlich ist es seit einigen Wochen ziemlich frisch und oft auch ziemlich nass draußen. Und sich auf eine mögliche Krankheit testen zu lassen, um dann anschließend mit einer gewöhnlichen Erkältung im Bett zu liegen, ist irgendwie auch ziemlich doof. Insofern waren die langen Warteschlangen bei den genannten Witterungsbedingungen auch sicher keine Werbung fürs bisherige Konzept.
Aaaaaaaaber: Tatsächlich haben DLRG, Rotes Kreuz und die Ludwigshafener MKS Medical unter widrigen Verhältnissen dafür gesorgt, dass sich Frankenthaler testen lassen konnten, als einigermaßen plötzlich die 3G-Regel im Job galt und Kapazitäten fehlten. Das haben sie auch getan, als die Stimmung wegen der verschärften Corona-Regeln angespannter wurde. Und das verdient zumindest eins: Respekt. DLRG-Mann Max Leppla hat es im RHEINPFALZ-Gespräch angedeutet: Wenn sich das Testgeschäft für die Glücksritter nicht mehr lohnt, dann könnte die Stadt wieder aufs Ehrenamt angewiesen sein. Vielleicht darf man sich aber nicht wundern, wenn die freiwilligen Helfer dann keine Lust mehr auf den Job als Lückenbüßer haben. Jörg Schmihing
Kredite: Zurückgezahlt
260 Millionen Euro Schulden: Bei so einer Summe kann man schnell mal den Überblick verlieren. Und so stand bei einer Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch kurzzeitig die Frage im Raum, ob nicht in irgendeiner Auflistung von 240 Millionen Euro die Rede gewesen sei – und damit im Haushalt der Stadt Frankenthal immerhin 20 Millionen Miese zwischen den Akten verlorengegangen sein könnten. Ronald Zobel, Bereichsleiter Finanzen im Rathaus, konnte beruhigen: „Da ist nichts verlorengegangen.“ Eine Antwort, die sein Chef, Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU), trocken kommentierte: „Das wäre auch zu schön gewesen.“ Sonja Weiher