Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Ihre Rivalität wurde von Parteifreunden in Beindersheim angesprochen: Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und Fast-Kanzlerkandid
Ihre Rivalität wurde von Parteifreunden in Beindersheim angesprochen: Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und Fast-Kanzlerkandidat Markus Söder (CSU).

Fragerunde: Unangenehm

Beindersheims Alt-Ortsbürgermeister Benno Haas (CDU) hat auch in der eigenen Partei einen gewissen Ruf als hartnäckiger Frager. Bei einem Treffen mit Bürgern in Beindersheim forderte Landtagsabgeordneter Christian Baldauf gegen Ende leichtsinnigerweise zu weiteren Fragen auf. Bis dato lief es für die CDU in der lockeren Runde zufriedenstellend. Im Kopf hatte der Christdemokrat wohl eher Fragen zur Ortsgemeinde. Was denn mit Laschet sei, rief Haas in die Runde und hielt schon einmal verstohlen die Hand vor den Mund – wohl wissend um die Angriffsfläche, die der Kanzlerkandidat der Union derzeit häufig bietet. Es folgten ein paar Sekunden mit verlegenem Hüsteln. Baldauf schaltete am schnellsten in den Wahlkampfmodus: „Wir haben einen hervorragenden Kanzlerkandidaten, mit dem wir die Bundestagswahl gewinnen.“ Nachsatz: „Torbjörn wird das bestätigen können.“ Nun ja: Der anwesende Direktkandidat im hiesigen Wahlkreis, Torbjörn Kartes, hatte sich ja bekanntermaßen für Markus Söder (CSU) ausgesprochen. Stefan Tresch

Kettenbrief: Unterbrochen

Ein armer Junge, der schwer an Krebs erkrankt ist und sich deshalb nichts sehnlicher wünscht, als den Weltrekord für den längsten Kettenbrief der Welt zu knacken. Dass dieses harte Schicksal zu Herzen geht und viele reflexartig dieser Bitte folgen und sie weiter verbreiten – es ist ja irgendwie nachvollziehbar. Tatsächlich aber kursiert dieser Kettenbrief inzwischen seit etlichen Jahren: Mal taucht er in Unternehmen auf, dann mal wieder regional in Verwaltungen. In den letzten Wochen bekam die Stadt Frankenthal mehrfach Post von anderen Kommunen. Und hat sich daraufhin entschieden, die Kette zu unterbrechen und das auch öffentlich zu machen. Denn: Der angebliche Herzenswunsch eines Sterbenskranken ist ebenfalls schon seit Jahren als Fälschung enttarnt. Wer sich ein wenig durchs Netz wühlt, findet entsprechend klare Hinweise auf den „Hoax“, wie ein solches Phänomen im Internetsprech genannt wird. Welches Ziel der- oder diejenige hatte, als er oder sie den Brief seinerzeit in die Welt gesetzt hat? Vielleicht war’s ein Experiment, das sich verselbstständigt hat. Vielleicht wollte jemand einfach nur möglichst viele Leute hinter die Fichte führen.

Impfung: Unverdrossen

Manchenorts gab’s eine Bratwurst oder ein Bierchen als Belohnung für die schützende Spritze. In Rheinland-Pfalz sind Impfbusse auf Supermarktparkplätzen unterwegs. Und in Frankenthal hatten sich die Verantwortlichen für Freitag ein „Late-Night-Impfen“ ausgedacht, zu dem bis spät abends jeder ins Impfzentrum kommen konnte. Bis 18 Uhr machten nach Angaben der Stadt 160 Leute spontan Gebrauch von dieser Möglichkeit. Vollkommen egal, ob diese Resonanz auch eine Reaktion auf die vielen Neuinfektionen der letzten Tage war. Ganz platt könnte man auch sagen: Jede Spritze zählt. Jörg Schmihing

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