Frankenthal
Römig-Erweiterung: Ortsbeirat Eppstein befürchtet mehr Verkehr
Das als Arbeitsgrundlage für den neuen Flächennutzungsplan gedachte Gewerbeflächenentwicklungskonzept hat am Mittwochabend den Eppsteiner Ortsbeirat beschäftigt. Die zentrale Erkenntnis: Viele Frankenthaler Unternehmen, die gerne erweitern würden, können das laut dem von Georg Consulting (Hamburg) im Auftrag der Stadt erstellten Konzepts nicht an ihrem Betriebsstandort umsetzen. Alleine für diese Unternehmen würden Gewerbeflächen von 12,5 Hektar benötigt, erläuterte Stadtplaner Matthias Kattler.
Die für das Konzept befragten Unternehmen schätzen Kattler zufolge Frankenthal unter anderem wegen seiner guten Verkehrsanbindung und der Lage in der Metropolregion Rhein-Neckar. In der Untersuchung würden aber auch Verkehrsbelastung und eben die fehlenden Grundstücke als Manko angesehen. Fakt sei es, so Kattler, dass die Stadt neue Areale ausweisen müsse. Den Flächenbedarf für Erweiterung und Neuansiedlung von Firmen schätzt er in den kommenden Jahren auf rund 85 Hektar.
Hinzu komme eine Fläche von rund 100 Hektar nördlich der Kläranlage, die für die BASF als Entwicklungsreserve in den Entwürfen des neuen Regionalplans enthalten ist, für die es aber noch keine konkreten Nutzungspläne gibt. Gespräche liefen zudem mit Nachbargemeinden, um die Möglichkeit einer interkommunalen Zusammenarbeit bei Gewerbegrundstücken auszuloten, sagte Kattler.
Zufahrten als „Nadelöhre“
Der Ortsbeirat stimmte dem Konzept einstimmig zu. Ebenfalls einhellige Meinung war aber, den Prozess kritisch begleiten zu wollen. Die Hauptbedenken hatte der Ortsbeirat bei der Verkehrsbelastung für Eppstein. Hans Dropmann (CDU) sagte, dass der von den schon am Römig angesiedelten Unternehmen – Amazon, BASF, Kartoffel Kuhn – ausgehende Verkehr die Zufahrten zur B9 und A650 zu Nadelöhren mache. Seine Frage: „Ist die weitere Ansiedlung an dieser Stelle zielführend?“ Markus Rittmann (SPD) nahm die Anschlussstelle der Landesstraße 524 aus Eppstein kommend auf die L527 zwischen Oggersheim und Maxdorf in den Blick. Dort sei der Rückstau schon heute zeitweise erheblich. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) habe den Umbau dieser Kreuzung versprochen.
Dieser Kreuzung widmete sich im weiteren Verlauf der Sitzung eine Anfrage der CDU. Bereits 2014 sei vom LBM im Planungs- und Umweltausschuss der Umbau mit einer Ampel vorgestellt worden. 2018 sei das Gremium informiert worden, das Projekt sei in Planung, sagte Josef Büffor (CDU). „Wie ist denn der aktuelle Stand?“ Ortsvorsteher Uwe Klodt (SPD) betonte, dass die Stadt hier nicht Herrin des Verfahrens sei, sondern der LBM. Dessen schriftliche Stellungnahme verlas Klodt: Bei Bedarf werde eine Anlage geplant. Eine Umgestaltung werde in Erwägung gezogen. Derzeit sehe die Behörde einen Umbau allerdings als noch nicht erforderlich an. Klodt betonte ebenfalls, dass man aus Eppsteiner Sicht ganz genau darauf achten werde, wie sich im Fall einer Erweiterung des Gewerbegebiets die Verkehrsbelastung entwickeln könnte.